Beiträge von dragonwog

    In der Begründung/Rechtgrundlage steht, dass wissenschaftlichen Erkenntnissen (haha) nach jegliche Strafreize abzulehnen sind

    Die Begründung ist schlampig formuliert. Was sich bei der Vorlage neuer Gesetzesentwürfe auch in allen Lebensbereichen durchzieht. Tut aber keinen Schaden, weil sie eben nicht Bestandteil der Verordnung ist. Sie begründet eben nur den vorausgegangenen Ergänzungsvorschlag: „(5) Es ist verboten, bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden Stachelhalsbänder oder andere für die Hunde schmerzhafte Mittel zu verwenden.“

    Daraus wird auch bei kreativster Rechtsauslegung und philosophischen Diskussionen darüber, wie schmerzhaft Verbote sind, keiner ein rechtliches „Nein-Verbot“ konstatieren können.

    Doch, laut Aussagen von Trainerinnen und Verhaltenstherapeuten "ist man an einem gesetzlich festgehaltenen Verbot von Schreckreizen dran". Je nach 11er gibt es schon entsprechende Auflagen

    Rechtsänderungen mit der Begründung abzulehnen, dass es Missionare gibt, die sie überinterpretieren und Leute schikanieren, halte ich allerdings für genauso albern, wie sie damit abzulehnen, dass sie eh nicht befolgt werden - oder damit, dass es wichtigere Sachen zu regeln gäbe. Mit dieser Logik dürfte man ja fast nichts mehr rechtlich sanktionieren. Das Gesetz ist eine Sache, was Leute individuell daraus machen eine Andere. In allen Lebensbereichen.

    Vom Grundsatz her begrüße ich die geplanten Änderungen (steht ja nich ein bisserl mehr da drinnen als nur Strom oder Stachler), wobei ich mich bei der jagdlichen Ausbildung mit ERG raushalte, weil ich davon zu wenig Ahnung habe.

    OK du sagst also niemals "nein" zu deinen Hunden, sprich wendest niemals positive Strafe an? Deinen Beiträgen zufolge schon.

    Zitat

    Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Erziehungsmethoden von Hunden beurtei-

    len die Anwendung von Strafreizen zur Erziehung von Hunden als nicht tier-

    schutzkonform

    So ein Schmarrn. Das hat genau gar nix mit Wissenschaft zu tun. Ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis Mal ein Block oder ein Stupser oder strengere Ansprachen, die als positive Strafe fungieren, auch untersagt werden. Je nach Veterinäramt kann das ja bereits jetzt den Entzug zur Erlaubnis der gewerblichen Arbeit nach sich ziehen.

    Skadi ist jetzt etwas über 9 Monate alt und hat heute zum ersten Mal unseren Rüden angeknurrt und abgeschanppt als er an ihrem Hintern geschüffelt hat. Bisher hat sie das nie interessiert umso überraschter war er, bzw. hat laut gequitscht weil er sich erschrocken hat :hust:

    Sie markiert (schon länger) sehr fleißig aber wirt seit ein paar Tagen etwas gestresster und dünnhäutiger.

    Kann alles und nichts sein, häufig ist so ein Verhalten auch schmerzinduziert.

    Den Trainer würde ich auch ganz dringend empfehlen. Ein (Gebrauchs)hund der nach vorn geht und Konflikte so löst, kann man als 'Laie' schwer korrigieren / trainieren. Da helfen mMn auch keine Forenbeiträge mehr...

    Genau. Das muss sich jemand vor Ort anschauen, eigentlich ist jeder weitere Glaskugelforenbeitrag kontraproduktiv.

    Wenn der Hund bisher niemals wirklich angeleint spazieren war, dann sind die bisherigen durch "Leine" gemachten Erfahrungen alle samt schlecht. Angeleint wahrscheinlich um in der Tötung abgegeben zu werden. Nächstes Mal um dort rausgeholt zu werden vom Tierschutz - weiss der Hund aber ja nicht, sondern der wartet darauf, dass sein Herrchen zurückkommt.

    Als nächstes dann Leine um ins Auto verfrachtet zu werden und dann über Stunden nach Deutschland verfrachtet zu werden.

    Tja und nun kommst du ins Spiel: wahrscheinlich gefällt es der Hündin bei dir und nun kommt mehrmals am Tag die Böse Leine ins Spiel, wo vielleicht im Kopf des Hundes jedes Mal der Film abläuft: oh je, wo bringt die mich nun hin. Die wird Angst haben, dass du sie wieder wegbringst

    Hilfreich in dieser Phase: möglichst nur kurze immer gleiche Runden. Das gibt Sicherheit und Vertrauen. Keine Mega Spaziergänge und nicht die Routen wechseln in den ersten Wochen. Beschränk dich möglichst auf 1-2 Möglichkeiten. Der Hund ist ja eh auch Körperlich überhaupt nicht gewohnt ständig Auslauf zu bekommen. Das muß auch langsam aufgebaut werden.

    Also alles gaaaanz langsam und mit viel Geduld.

    Warum ist dann Ausziehen das größere Problem als das Anziehen?

    Vielleicht bin ich zu sehr ein gebranntes Kind aber das Verhalten ist für mich keine Banalität.

    Es ist nicht unüblich das Hunde dieser Art schon mal so austicken wenn sie unter Stress stehen und sich zum HF umdrehen. Wenn die Vorgeschichte stimmt, gibts da jetzt ganz andere Ansätze.

    Wobei ich mich frage, warum sie dann auf einer Tötungsstation aufgegeben wurde...

    Durchaus aber gerade im Verbund mit hypertropher Ressourengeschichten sind die Pflegestellen/Besitzer ohne entsprechenden Background dann auch ganz einfach in stationärer Behandlung gelandet.

    Zurückflammen ala rückgerichtete Aggression hat für mich Recht wenig mit Ressourcenverteidigung zu tun.

    Terri-Lis-07 Ressourcenthemen verstärken sich oft dich Kastrationen. Auf welcher Evidenz beruht deine Kastra Empfehlung? In vielen Ländern, auch Deutschland, wird Sterilisation oft fälschlicherweise als Synonym für eine Kastration verwendet. Würde von einer Kastra ausgehen, eine Sterilisation wird ganz selten ausgeführt.

    Achso noch eine Frage, sie kennt ja einen Maulkorb. Woher? Gab es schon in der Zwischenstelle derartige Probleme?

    Hatten wir auch mehrmals im Verein. Hunde die eher so Mitläufer waren und ganz gut mit ihren Besitzern zurechtkamen. Durch das "Nebenherlaufen" gab es dann doch sehr viel weniger Ressourcenkonflikte als nach den Vermittlungen in einen normalen Haushundealltag nach unseren Vorstellungen. Bzw. die Unterschiede zwischen Pflegestelle als ganz normal mitlaufender Hund vs. Zwinger/Zimmerhaltung mit regelmäßigen Gassigängen waren auch nochmal ganz unterschiedliche Qualitäten bezüglich des Konfliktpotenzials.

    Vielleicht bin ich zu sehr ein gebranntes Kind aber das Verhalten ist für mich keine Banalität.

    Auf jeden Fall ist es gut, ein wenig über den Hund erfahren zu haben, das finde ich im Tierschutzalltag eigentlich immer spannend^^.

    Anyway, @Connalab bist du selbst Trainerin und hast Erfahrung mit Hunden die gegen die Bezugsperson gehen? Wie gut stecken deine Hunde die Attacken weg, denkst du es wird sich keine kritische Dynamik zwischen ihnen entwickeln?