Habt ihr einen Tipp, wie ich meinen kleinen Hund etwas besser händeln kann? Ich habe ihn mit 5 Monaten übernommen, da kannte er noch nichts, was dann auch noch mit einer sehr frühen Pubertät zusammengekracht ist, also er war schon reaktiv. Jetzt ist er 10 Monate. Leider habe ich vor ihn keine Erfahrung mit Leinenrambos gesammelt.
Wir kommen mittlerweile mit schauen und eigenständig umorientieren schon gut voran, Menschen geht oft auch schon, aber Hunde ist 50/50
Vor ein paar Monaten dachte ich, er hat Frust, weil er nicht hin kann, denke ich gelegentlich immer noch, aber manchmal ist es auch sein Wunsch nach mehr Distanz, denn oft kommt es nicht zum auslösen, wenn wir umdrehen oder einen anderen Weg abbiegen, da spielt die Nähe/ Sichtung dann auch nicht so eine Rolle. Also er kann sich dann gut abwenden und unaufgeregt weiter. Er ist aber noch nie aggressiv gewesen und auch sehr umgänglich mit anderen Hunden.
Ablauf den ich bis jetzt beobachten konnte (bin in den Momenten leider auch manchmal sehr aufgeregt): sehen, fixieren, fiepen, in die Leine schmeißen, fiepen bis laut bellen, immer heftigeres ziehen und herumspringen und rumgeschreie. Bei Sichtung von Menschen und Hunden an unsererm Wohnhaus das ganze in deutlich schnellerer Eskalation, bei Menschen und Hunden im Wohnhaus direkt von 0 auf 100, da klingt es als würde ich ihm gerade schlimmste Dinge antun, dabei wird er so steif und unansprechbar, da kommt man kaum durch
Er wiegt zwar nur 7kg und ist so groß wie eine Katze, aber wenn er im Film ist kann ich ihn überhaupt nicht an einer Stelle halten 🤯 fühle mich dann echt ohnmächtig
Wenn ich nicht schnell genug bin, und er schon fixiert, wird es schwer ihn vom in die Leine springen und pöbeln abzuhalten, sowohl bei Menschen als Hunden etc. manchmal schaffe ich es ihn mit Leberwurst oder Wiener vorne ab- und umzulenken.
Ich würde gerne aufbauen, das ich ihn bei jeglichem Geschehen um uns herum abrufe und wir zusammen vorbei gehen. Damit er etwas mehr Erwartungssicherheit hat und sich besser an mir orientieren kann.
Oder bietet sich etwas anderes besser an? Weniger gedöns um die Begegnung machen? Hund ranrufen, und einfach geradeaus schauen und weitergehen?
An guten Tagen orientiert er sich mittlerweile auch ohne Ansprache um. Wenn es richtig gut läuft kommt auch kein Zug auf die Leine. Ein Mega Trigger bei ihm. Aber in den Begegnungen kann ich die Leine selten so lang lassen, das kein Zug drauf kommt.
Vielleicht habt ihr einen Tipp oder könnt mir die Grundlagen für reaktive Situationen nennen? Wie ich sein Verhalten besser einordnen kann, wie ich ihn unterstützen kann o.ä.
Trainerin habe ich, ist auch Thema, aber lese hier immer gerne mit.
Abbruch funktioniert kaum, fährt ihn eher noch mehr hoch, liegt ggf. aber auch an meinem Timing.
Versuche ihn möglichst selbstständig Situation einordnen zu lassen, aber manchmal habe ich den Eindruck es wäre besser, ich übernehme zuverlässig die Führung. Also das sie ihm fehlt und er deswegen übernimmt.
Möchte ihn in so einer stressigen Situation nicht im Stich lassen oder durch Korrektur noch mehr unter Druck setzen, aber auch nicht das Regeln überlassen.
Leckerli und weitergehen ist manchmal garnicht so einfach, weil er so klein ist, muss mich dann immer runterbücken, zum halten natürlich auch. Also auch immer recht viel Interaktion mit mir und herunterbeugen. Manchmal hilft nur noch auf den Arm nehmen.
Das auslösen stresst mich mittlerweile garnicht mehr so, aber gerade hier im Hausflur oder nachts möchte ich es im Sinne der Nachbarschaft doch gerne Ruhe 😀 und natürlich auch weiterhin am normalen Leben teilnehmen und nicht den Alltag von der Reaktivität bestimmen lassen