Hallo Alex,
Glückwunsch zu deiner kleinen Maus! Schön, dass du uns einen Einblick in euer Zusammenleben gibst!
Wie die anderen geschrieben haben, entwickelt jeder Hund einen eigenen Charakter, wodurch man leider nicht vorhersagen kann, wie der Hund letztendlich sein wird. Und auch über die Jahre kann ein Hund sich noch verändern.
Aber der Charakter der Elterntiere und rassebedingte Eigenheiten können natürlich Anhaltspunkte geben.
In dem von dir beschriebenen Verhalten lese ich die menschenbezogenheit die sowohl Pudel als auch Malteser teilen und ein Will to please, also der Wunsch dir zu gefallen und zu lesen, was du von ihr möchtest, heraus. Es klingt auch, als wäre sie clever und kann das sehr gut, auch Eigenschaften die beide Rassen teilen. Auch Verspieltheit und Freude an Bewegung teilen beide Rassen. Man kann um sie zu artgerecht zu beschäftigen sicherlich tolle Tricks üben und spannende Spaziergänge machen, bei der sie auch mal etwas erschnüffeln oder dir bringen kann, wie du es bereits anfängst mit ihr in der Wohnung zu üben. Aber das kann auch später noch kommen, erstmal dürft ihr euch einfach einleben.
Sicherlich hast du dich über die Rassen informiert, hier aber nochmal eine kurze Info: Malteser fallen in die Kategorie der Begleithunde, sie sind vorallem zur Gesellschaft gehalten worden, daher ihr starker Bezug zu IHREM Menschen. Sie neigen zur Wachsamkeit.
Pudel wurden ursprünglich als Wasserjagdhunde gezüchtet und haben die erlegten Wasservögel apportiert, sich mit der Zeit aber immer weiter zum Begleithund entwickelt. Heißt aber auch, das ein Jagdinstinkt durchaus vorhanden ist.
Natürlich gibt es Ausnahmen, Hunde lesen ihr Rasseportrait ja nicht 😃
Ich habe auch einen Pudelmischling, statt mit Malteser aber mit Havaneser gemischt, also ähnliches Kaliber. Wenn du magst lies dir gerne meine Beiträge zu ihm durch. Ich habe sicherlich andere Themen als du, aber ich möchte mich hier nicht als allwissend darstellen, nur meine Erfahrung aus den ersten Monaten mit einem ähnlichen Mischling darstellen.
Fellpflege war für mich sehr neu und auch erstmal echt fordern, weil sein feines Haar sehr schnell verfilzt ist und ich ihn nicht in dem besten Zustand übernommen habe.
Bürsten fanden wir beide blöd und ich wollte es mir nicht gleich am Anfang in der Eingewöhnung mit ihm verscherzen. Daher war ich jetzt ein paar mal beim Frisör, habe mir alles zeigen lassen und nun kann ich recht Problemfrei ihn hier pflegen.
Da wir sehr viel draußen auf Land und im Wald unterwegs sind, habe ich ihn von den langen Haaren getrennt und er trägt eine praktischen Schnitt, 13-16 mm Länge, so bleibt das Haar als Schutz, aber verfilzt nicht, lässt sich gut sauber halten und ist nicht ständig nass, weil das längere Haar ewig zum trocknen brauchte, trotz föhnen.
Er trägt draußen richtige, wasserfeste Mäntel. Sehr gerne von Wolter. Er hat Wollpullover eher für drinnen.
Ich habe ein Shampoo und Conditioner von der Marke Purus, einen kleinen Metallkamm für die Ohren, Gesicht und Pfoten und einen größeren für den Körper. Eine gebogene Schere, eine Schermaschine mit Aufsätzen (verhindern eine zu kurze Schur) und eine Zange zum Krallen knipsen. Föhnen kann ich ihn mit meinem Fön.
Ich wasche und schere ihn ca. alle 3-4 Wochen. Dazwischen bei Bedarf. Gewöhnt man sich gemeinsam schnell dran, geht dann auch immer zügiger. Machen wir hier auch ohne Leckerli, weil er dann zu aufgeregt wird, dafür Streicheleinheiten.
Wichtig ist bei so kleinen Hunden auch die Zahnpflege, also Zähne putzen. Aufgrund des kleinen Fangs kann sich schnell Zahnstein bilden. Zahnstein kann besonders am Herzen aber auch der Allgemeingesundheit starke Schäden verursachen. Kauteile reichen nicht aus.
Kann man sich alles zeigen lassen und es gibt zig Videos dazu.
Zusammen rantasten geht natürlich auch.
Je mehr Handling sie gewöhnt ist, desto besser.
Gesundheitsthemen belese ich mich als Laie gerne bei Dr Rückert, pensionierter Tierarzt der einen Blog führt.
Kläffen kann noch kommen, bitte nimm ihr das nicht übel, sondern schaue mit ihr nach, was sie dir meldet und zeige ihr, das du die Aufgabe übernimmst und sie sich beruhigen kann. Das gilt auch für Unsicherheit draußen. Schaue mit ihr in Ruhe die Welt an und zeige ihr, dass sie sich auf dich verlassen kann. Du musst ihr Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Eine gutes Team basiert auf Vertrauen, und das entsteht durch Taten. Sei für sie da, wenn sie unsicher, neugierig, ängstlich, aufgeregt oder Ähnliches ist, sie wird merken, dass du Sicherheit und Klarheit bedeutest, wenn du immer wieder konsequent anleitest. Dafür ist keine Härte oder Drill notwendig. Verhätscheln aber auch nicht.
Sie muss andere Leute nicht mögen, und ich kann auch den Wunsch verstehen, dass sie andere Leute nicht zu interessant findet. Trotzdem sollte sie lernen, das andere Menschen auch freundlich sind. Du wirst sie vielleicht mal von jemand anderem betreuen lassen müssen oder sie muss mal behandelt werden oder Ähnliches. Die Loyalität dir gegenüber entsteht nicht durch Isolierung von anderen Menschen, sondern durch klare Führung und Verlässlichkeit deinerseits. Zeige ihr wie die Welt funktioniert und lasse sie wissen, wenn sie etwas gut macht. Gutes loben und verstärken ist viel mehr wert als unerwünschtes immer wieder korrigieren./ sich auf unerwünschtes zu fokussieren. Sei so fair und erkläre ihr die Spielregeln der Welt. Ich bin mir sicher du lernst bei klarer Anleitung und einem anerkennenden Wort oder nem guten Gehalt auch deutlich lieber, als bei einem Chef oder Trainer, der einfach Gehorsam fordert. Es ist auch immer schöner, wenn jemand einem zutraut, das man etwas für sich erfasst, als stupide auf Anweisung zu handeln.
Sie zeigt schon, wie sehr sie verstehen möchte, wie das Leben mit dir funktioniert. Nutze auch ihren Folgetrieb, sie möchte gerne bei dir sein, also hast du tolle Chancen ihr zu zeigen, dass es dort wo du bist toll ist und sie sich an dir orientieren kann. Bitte versuche dich immer daran zu erinnern, dass sie alles so gut macht, wie du es ihr gezeigt hast und sie auch einfach ein Hund ist, die Hundesachen macht. Leider weicht die Vorstellung eines Hundes von tollen Sachen manchmal von unserer ab. Und manchmal klappt eh nichts, aber dann kommt ein neuer Tag. Lernen ist nicht linear.
Es wäre toll, wenn du Ihre Treue und Zuneigung zu dir mit artgerechter Haltung und Anerkennung honorierst. Eine Team besteht aus zweien, also keine Einbahnstraße. Auch wenn Sie dir die Welt und mehr geben würde, wenn es nur Krümel von dir dafür gäbe, hoffe ich, dass du dir wünscht, dass sie sich nicht nur das nötigste bei dir bekommt, sondern das beste Leben. Ich vermute du erfüllst die Grundlagen, sonst hier mal: Grundlagen sollte sein: Futter in ausreichender Menge, welches sie mag und verträgt, Sozialkontakt zu dir und anderen Menschen und ggf. Hunden, genügend Schlaf und Ruhephasen sowohl nachts als auch tagsüber (16-20h), Bewegung, mentale Beschäftigung, gute medizinische Versorgung, die Möglichkeit sich regelmäßig außerhalb der Wohnung zu lösen.
Zu dem Thema auf den Fliesen lösen haben ja auch einige schon geschrieben. Ich verstehe den Ansatz, das es sich gut reinigen lässt. Dennoch möchte ich dich bitten zu bedenken, dass es nicht im Sinne des Hundes ist, sich in der Wohnung zu lösen. Die meisten gesunden Hunde würden das nur aus allergrößter Not heraus tun. Mein Hund hat es obwohl er noch jung ist erst zweimal gemacht und es hat ihn absolut gestresst, er hat stark gehechelt, war unruhig und hat sofort versucht es zu beseitigen.
Es wäre toll, wenn du ihr mehr Möglichkeit gibst, sich draußen zu lösen. Wenn du Fragen dazu hast, z.B. wie oft du mit ihr raus solltest oder wann und wie du erkennen kannst, das sie muss, oder wie du ihr vermittelst, dass sie draußen machen soll, frag gerne!
Du meinst es gut mit ihr, aber löse dich etwas von deinen Idealen in die Richtung was braucht mein Hund.
Dann kommt auch sehr wahrscheinlich ein Traumhund, und dazu zeigt sie ja viel Anlage, dabei heraus! Du hast es in der Hand.
Wie heißt es so schön im Kampfsport: Leave your ego at the door!
Viele Worte jetzt zusammengefasst:
Hundeerziehung ist wie MMA:
- klare Ansagen -> kurz und immer gleich, keine Wiederholungen
- gutes Timing -> Verstärkung muss sofort kommen, sonst verknüpft es nicht richtig
Verstärkung sucht dein Hund aus, nicht du! Dich kann man höchstwahrscheinlich auch nicht mit etwas „belohnen“, was du nicht magst!
- Training mit vielen Wiederholungen um gelerntes zu festigen -> Training ist Grundlage
- Respekt statt Angst -> ein guter Kämpfer respektiert seinen Trainer
Dein Hund sollte dir vertrauen, statt Angst vor dir zu haben.
Angst ist hier ein großer Begriff, aber ich denke es ist verständlich worauf ich hinaus möchte.
So, das ist mein Senf, den ich dazugeben möchte, auch wenn er vielleicht von deinem ursprünglichen Posting abweicht. Falls du nur trollst, taugt es vielleicht einem anderen Team!