Beiträge von Rowan

    Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus, 2 Stock, mit Aufzug. Das sollte gehen, ausser er wäre so krank oder verletzt, dass er nicht mehr selber ein paar Meter laufen kann. Aber da müsste man ihn in einem Ein- oder Zweifamilienhaus ja auch zum Auto tragen.

    Eine durchaus grosse Baustelle hat er: er ist seit seiner Junghundzeit futterallergisch, verträgt nur sehr wenig. Vorteil: dank seinem Vorbesitzer und einer unfassenden Laboruntersuchung,die er machen hat lassen, weiss man sehr genau, was er verträgt und welche Symptome er kriegt, wenn er für ihn unverträgliche Sorten und Leckerlies bekommt.

    Da ich viele Jahre lang Katzen hatte, die so gut wie nichts vertragen haben und das, was sie vertragen haben, hartnäckig verweigert haben, weiss ich um die Tücken von Futterunverträglichkeiten bestens Bescheid. In dem Punkt habe ich tatsächlich Erfahrung. ;)

    Na ja,die Worte "Anfänger" und "Labbi-Schäferhundmix" plus "Stadt"und "grosser Hund" führen hier im DF regelmässig zu sehr lebhaften Diskussionen und Reaktionen. ;)

    Ich verstehe die Einwände und die Bedenken in solchen Threads, und habe mich ja auch wahrlich nicht selber auf die "geeignet!"-Bewerberliste gesetzt. Ich dachte immer, wenn ich mal einen Hund suche, dann so Kniehöhe und sehr umgänglich und geeignet für alle, die von Hunden nicht schon lebenslang echt Ahnung haben.

    Nun denn, sehr umgänglich ist er ja. Nur absolut nicht Kniehöhe. :hust:

    So, nun bin ich ausgeschlafen und wieder aufgewärmt. Das war gestern wirklich wie eine Fahrt in bzw. nach Sibirien. Und ich bedanke mich erst mal bei euch für die gedrückten Daumen, sie haben ganz offensichtlich geholfen!

    Ja, nun bin ich bereit, mich mit dem kleinen Wunder zu befassen, zu einem Hund wie die Jungfrau zum Kind gekommen zu sein. :D Wenn mir jemand vor zwei Monaten, ach was noch vor einem Monat, gesagt hätte, dass es sowas gibt, hätte ich ihn ausgelacht. Aber offensichtlich spielt das Schicksal manchmal nach anderen Regeln als den normalen.

    Ein bißchen was erzähle ich euch nun zum Wunschhund, halte mich aber immer noch etwas bedeckt, weil es ja noch nicht mein Hund ist, auch wenn wir schon auf der Zielgeraden sind.

    Offiziell wird es (wenn die Vorkontrolle nicht noch Bedenken hat, wovon ich nicht ausgehe) erst ab Anfang Januar. Der Hund hat am Mittwoch noch einen Termin für die Kastration, hatte bisher einen chemischen Chip, der aber aus mehreren Gründen nicht mehr länger gegeben werden kann/soll. Von der OP muss er sich erst mal erholen und heilen, die Vorkontrolle, Vertrag etc. brauchen auch noch etwas Zeit, und ich habe mit der Pflegestelle vereinbart, dass er nicht ein paar Tage vor Silvester kommen soll. Ich wohne zwar am Stadtrand mit viel Grün außen herum, aber genau das macht Silvester hier zur Hölle, weil auf den vielen freien Flächen schon drei Tage vorher geschossen wird und an Silvester von 16 Uhr bis 2 oder 3 Uhr morgens hier akustisch der Krieg ausbricht und Rauschwaden über den Park vor meiner Tür ziehen. Ich könnte mit einem Hund ab ca. 16 Uhr nicht mehr zum Gassi, nicht mal zum Lösen raus, bis zum nächsten Morgen, weil man praktisch direkt in die Böllerbatterien reinläuft. Nicht wenige Hunde reißen sich jedes Silvester los, irren dann panisch herum, werden verletzt oder angefahren, und werden, wenn, dann erst Tage später wieder aufgefunden. Das tue ich dem Wunschhund nicht an. Es wäre der schlechteste Start bei mir, den man sich vorstellen könnte. Deshalb bleibt er bis Neujahr in der (sehr ruhig gelegenen) Pflegestelle und zieht dann erst zu mir um.

    Er ist ca. 6 1/2 bis 7 Jahre alt, lebte jahrelang in einer anderen Stadt bei einem Vorbesitzer, der sehr gut mit ihm umgegangen ist (man merkt es am Hund, wie er ist), dessen Lebensumstände sich aber ohne eigenes Verschulden so gravierend verändert haben, dass er sich nicht länger verantwortungsvoll und gut um seinen Hund kümmern konnte. Also hat er ihn zur Vermittlung freigegeben und trauert ihm jetzt noch, vier Monate päter, nach, fragt nach ihm, hat immer noch Kontakt zur Pflegestelle wegen seinem Hund. Der Wunschhund hat also wirklich positive Erfahrungen mit Menschen gemacht (kam als Welpe aus Italien) und das merkt man ihm auch an. Er ist sehr gelassen, friedlich, ein Schmusebär, der nichts schöner findet, als ans Knie gelehnt gestreichelt und gekuschelt zu werden, aber auch gelassen geht, wenn man was anderes zu tun hat. Er liebt Kinder, kommt problemlos mit anderen Hunden und mit Menschen aus, ist stadterfahren, man kann ihn überall mit hinnehmen, auch mal allein lassen, und hat - laut Vorbesitzer und Pflegestelle - keinen Funken Aggressivität in sich. Was er nicht leiden kann, sind Katzen, und er hat Jagdtrieb. Bellen ist kein Thema, er hat gestern nicht mal gebellt, als zwei Fremde plötzlich in die Wohnung kamen. Das hat sein Mitbewohner, der Malamute, für ihn übernommen. :D

    Mit dem Tageshund lief es bei einem kurzen Gassigang auch sehr gut. Erst gab es von ihr etwas Gebell, und sie hat ihm mitgeteilt, dass er bitte etwas auf Abstand bleiben soll, was er auch sofort anstandslos akzeptiert hat, aber nach zehn Minuten Gassirunde liefen die beiden mit ca. einem Meter (wenn überhaupt) Abstand neutral-friedlich nebeneinander her und kümmerten sich um ihre eigenen Schnüffelangelegenheit. Das ist für den Anfang schon mal sehr gut gelaufen, damit kann man arbeiten, darauf kann man aufbauen.

    Jo, und jetzt kommt der Punkt, an dem wahrscheinlich viele hier aufschreien: er ist ein Labbi-Schäferhund-Mix und entsprechend groß. Unter anderem deswegen wollte ich ihn unbedingt besuchen, trotz der über 600 km langen Fahrt hin und zurück, weil ich a) sehen wollte, wie der Hund sich verhält (Fremden gegenüber, beim direkten Kontakt, beim Gassigehen, dem Tageshund gegenüber) und weil ich b) testen wollte, ob ich mich ihm gegenüber entspannt und sicher fühle, ohne Grummeln im Bauch, und ob ich mir selber zutraue, mit ihm umgehen zu können. Und nicht zuletzt c) wollte die Pflegestelle genau das auch sehen, denn sie liebt den Hund, würde ihn selber behalten, wenn sie könnte, und ist sehr darauf bedacht, dass er einen guten, dauerhaften Platz bekommt und nicht nach drei Monaten wieder bei ihr landet. Aussage von ihr: ich vertraue ihn nur jemanden an, bei dem er ein sehr gutes neues Zuhause kriegt, nicht nur ein gutes.

    Deswegen war ich so erstaunt, dass ich überhaupt in die nähere Auswahl kam (er hatte mehrere Interessenten). Hätte ich nicht gedacht, ganz ehrlich. Ich hatte eher erwartet, dass die Pflegestelle sagt, vielen Dank für den Besuch, es war sehr nett, aber für den Hund sind Sie doch nicht so ganz die Richtige. Stattdessen kam gestern abend die Zusage, dass sie ihn mir gibt und anvertraut. Und für mich ist das auch vollkommen ok und fühlt sich einfach nur an, als sollte es so sein.

    Sind nach über 600 km Fahrt hin und zurück zum Wunschhund wieder zuhause angekommen. Tageshund war auch dabei, hat sich gut gehalten.

    Vor ein paar Minuten hat mir die Pflegestelle eine Nachricht geschickt, dass ich den Wunschhund kriege. Sie hat den Verein schon informiert. Jetzt kommt nur noch der Termin mit der Vorkontrolle. Vor der habe ich aber keinen Bammel.

    Ich bin noch etwas verdutzt. Vor zwei Monaten hatte ich noch keinen Plan, mir einen eigenen Hund zuzulegen, null. Dann tauchte dieser Hund auf, die Dinge entwickelten sich gleichsam von selber, und nun kriege ich einen Hund, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich überhaupt eine Chance habe, als "Bewerberin" ernst genommen zu werden, und dass ihn mir eine Pflegestelle anvertraut.

    Sogar der Tageshund hat sein OK gegeben, und ist nach einer kurzen Klarstellung, wie nahe der Wunschhund ihr kommen darf, entspannt und friedlich weitermarschiert. Der Wunschhund hätte gern nahe Kontakt aufgenommen, hat aber sofort akzeptiert, dass sie noch ein, zwei Meter Abstand haben will, und alles war easy. Das Ganze binnen 20 Minuten Spazierengehen.

    Jetzt muss ich erst mal ins Bett und alles verarbeiten.

    Ich denke, du bist schon auf der richtigen Spur. Unbedingt Kabelkanäle anbringen. Zähne mal beim TA anschauen lassen, um sicherzustellen, dass da nichts ist. Katzen können Schmerzen unglaublich gut verbergen, und tun es, selbst wenn es schon wirklich schlimm ist. Deshalb bei allenAuffälligkeiten immer auch zum TA, auch wenn es äusserlich nicht notwendig erscheint.

    -1 Grad tagsüber, nachts -9 Grad, leichter Schneefall, aber nur kurz nachmittags.

    Ich habe seit zwei Tagen moderat (Stufe 2) eingeheizt, abends jetzt knapp 20 Grad, mir wirds eindeutig zu warm. :D Das sind T-Shirt-Temperaturen. Also Heizung wieder runtergedreht, auf Frostschutz.

    Ein zukünftiger Hund bei mir wird, fürchte ich, ein Alaska-Gen brauchen. :cold:

    Es hängt alles davon ab, ob der Wunschhund für mich "passt" und ich für ihn, und ob Wunschhund und Tageshund sich tolerieren oder zumindest eine Neutralität zeigen, auf der man aufbauen kann. Also entweder so eine Art Hundesympathie oder ein "ach, ok, da ist ein anderer Hund, egal".

    Wobei der Wunschhund (Rüde) laut Pflegestelle und Vorbesitzer Hündinnen mag und fein findet. :bindafür: Meine Tageshündin geht normalerweise auch cool mit anderen Hunden um, aber bestimmte Hunde kann sie partout nicht leiden, keiner weiss, warum genau die, und dann wird es schwierig und sie sehr ungnädig.

    Pflegestelle und Vermittlungsorga haben mir schon grünes Licht gegeben. Die Vorkontrolle wäre auch kein Thema. Jetzt fehlt nur noch das ok vom Wunschhund, sozusagen, meins für ihn, und die huldvolle Genehmigung von Madame von und zu Zickig. :roll:

    Ein bisschen aufgeregt bin ich nun doch. ;)

    Morgen früh um acht Uhr gehts mit meiner Freundin und ihrem Hund (Tageshund) los, um meinen Wunschhund in der Pflegestelle zu besuchen.

    Eine lange Fahrt hin, eine lange Fahrt zurück, alles bei Dauerfrost. Was einen im geheizten Auto ja nicht so stört. Bloss beim Gassigehen zum Kennenlernen der Hunde wird's frisch.

    Am Sonntag weiss ich dann endgültig, ob es was wird mit dem Wunschhund und mir, oder nicht.