Beiträge von Anton12

    Der Termin heute war glaube ich ziemlich schlimm für Balu. Die Autofahrt ging noch einigermassen, aber in der Praxis ist er vollkommen ausgeflippt, hat gebellt, gezerrt, gehechelt...das volle Programm. Erst, als wir in einem separaten Raum warten durften, hat er sich dann mit seinem Beiss-Spielzeug beruhigt. Die gute Nachricht ist aber, dass der Neurologe nichts feststellen konnte. Aufgrund von Balus Verhalten in der Praxis tippt er auch auf komplette Überforderung bzw. Übersprungshandlung. Ich soll das "Strampelverhalten", falls es wieder auftaucht, aber dennoch mal versuchen, zu filmen.

    Auf der Heimfahrt im Auto ging dann gar nichts mehr. Er hat sich jaulend reingesteigert und ist dann zu Hause hektisch umher gelaufen, hat wahllos Sachen herumgeschmissen. :crying_face: Django hat sich dann irgendwann zurückgezogen, weil ihm das Verhalten auch zu viel war. Vorhin ist Balu dann endlich erschöpft eingeschlafen. Ich bin nun nicht sicher, ob ich ihn nochmal wecken soll zum Rausgehen, oder ob ich warten soll, bis er von selbst erwacht, auch wenn das vielleicht mitten in der Nacht ist...

    Ist jetzt vielleicht ein bisschen off-topic, aber ich hatte nochmal kurz Kontakt mit Balus Züchterin. Sie meinte, die heutigen What‘s app-Gruppen, welche die Leute mit Wurfgeschwistern gründen, seien für sie ein richtiges Ärgernis, weil sich dort gegenseitig unter Druck gesetzt wird. „Mein Welpe schläft schon ruhig in der Box / Meiner ist schon stubenrein / Mein Welpe läuft schon super an der Leine, etc“. Offenbar war das jetzt im Balus Wurf ein Thema und hat mehr kaputt gemacht, als geholfen…:face_with_rolling_eyes:Ist das jetzt heutzutage so in diesen Gruppen, dass man sich gegenseitig kirre macht, statt sich Tipps zu geben?

    Heute habe ich ihn mal 10 Minuten alleine gelassen (zusammen mit Django im Hundezimmer) und dabei auf einer Kamera beobachtet. Er hat nicht gebellt, aber war sofort wach, als ich die Tür geschlossen habe und ist 10 Minuten am Gitter/Raumtrenner gestanden, bis ich wieder da war. Weiss jetzt nicht so recht, ob das gut oder schlecht ist.

    Morgen geht‘s zum Neurologen. Mal schauen, wie die kurze Autofahrt wird. Ich werde Django mitnehmen, weil ich gemerkt habe, dass Balu nur ins Auto steigt, wenn Django schon drin ist. Das alleine Autofahren ist dann eine Baustelle für später…:upside_down_face:

    So, die letzten Tage ist einiges passiert. Kurzfassung: Ich habe Balus Züchterin kontaktiert und mich entschlossen, den Hund offiziell zu übernehmen. Die Züchterin hat mir angeboten, mir mit Rat zur Seite zu stehen und sich die Situation evtl. auch mal vor Ort anzuschauen.

    Ende Woche geht es noch zum Neurologen, wegen Balus komischen "Strampelanfällen". Die Züchterin meinte aber, es könnte auch eine extreme Art von Übersprungshandlung sein, weil der Hund irgendwann nicht mehr weiss, was er sonst noch tun soll, da er immer wieder mit überfordernden Situationen konfrontiert wurde, aus denen er keinen Ausweg fand (geschlossene Box, Deckentraining, kurze Leine, Hauptmahlzeit aus der Schnüffelmatte/Kong).

    Den Tag nach dem "Hosen-Beissvorfall" bin ich mit ihm wieder nur in den Garten und er hat praktisch den ganzen Tag gepennt - vielleicht Stressverarbeitung? :thinking_face: Seither nehme ich auf die Spaziergänge immer ein Beiss-Spielzeug und seine Lieblingsleckerli mit, um ihn im Notfall damit ablenken zu können. Das hatte jetzt auch noch den positiven Effekt, dass er die Spaziergänge mit diesen Leckereien verknüpft und nicht mehr nur andauernd an der Leine zieht, sondern ab und zu auch zu mir kommt. Aber das ist natürlich alles noch sehr ausbaufähig. Hundebegegnungen versuche ich, zu vermeiden.

    Bald möchte ich mit ihm das Alleinsein üben, denn zurzeit mache ich mit den beiden Hunden getrennte Spaziergänge und wenn ich mit Django unterwegs bin, ist meine Partnerin mit Balu zu Hause. Das ist aber nicht unbedingt eine Dauerlösung. Meine Idee ist jetzt, dass Balu das abgetrennte "Hundezimmer" als Ruheort annimmt und er da auch mal eine Weile allein sein kann. Meint ihr, das ist zu früh? Wenn ich im Haus bin, schafft er es inzwischen gut, sich auch mal ein einem anderen Raum, ohne mich aufzuhalten, aber das ist ja wahrscheinlich nicht ganz dasselbe. Oder soll ich lieber üben, mit beiden Hunden gemeinsam Spaziergänge zu machen? Oder Balu gemeinsam mit Django allein lassen?

    offiziellen Kanälen

    Was meinst du denn damit?

    Naja, das Wort "offiziell" war jetzt vielleicht etwas hoch gegriffen. Aber es gibt im Internet einige seriös wirkende Hundetrainer, welche sogar Boxentraining mit bellendem Hund zeigen und in den Kommentaren darunter liest man nur Dinge wie "Danke für den tollen Tipp, hat uns sehr geholfen" (kann natürlich sein, dass die negativen Kommentare gelöscht werden).

    Auch der Tipp mit "den Hund an der Leine an der Decke anbinden" kam ja von der Trainerin, die meine Schwester engagiert hat. Und als Balu gebellt und gezerrt hat, kam von ihr als Antwort "Er muss lernen, dass Bellen und Zerren ihn nicht weiter bringen".

    Klar, im Nachhinein ist man jetzt schlauer. Aber wenn man selbst noch keine Erfahrung hat, ist das manchmal wirklich schwierig.

    Bzgl Balus Zukunft werde ich in den nächsten Tagen eine definitive Entscheidung treffen und mich auch mit meiner Schwester zusammensetzen. Heute sind wir auf unserer Runde zwei kleinen Dackeln begegnet, die er schon von weitem angebellt hat und sich beim in die Leine springen, fast überschlagen hat. Als ich dann einen anderen Weg eingeschlagen habe, hat er mich angesprungen und mir in die Hosen gebissen. Dann hat er sich aber irgendwie scheinbar ab sich selbst erschrocken, sich geschüttelt und dann ging's normal weiter. "Hinwerfen und strampeln" hat weiterhin noch nicht wieder stattgefunden. Im Haus wirkt er allgemein ruhiger als noch vor ein paar Tagen.

    Wenn sie dann erfahren, wie der Umgang tatsächlich läuft und da vermute ich, dass die Züchterin ohnehin nur die Spitze des Eisberges dessen weiß, was deine Schwester da angerichtet hat, dann sind solche Züchter entsetzt darüber, wo ihr Hund gelandet ist.

    Ich möchte wirklich nochmal betonen, dass meine Schwester in bester Absicht gehandelt hat (auch wenn das Balu natürlich nicht hilft). Aber wenn man auf offiziellen Kanälen den Rat bekommt, den Welpen in der Box schreien zu lassen, damit er sich gewöhnt, oder dass es wichtig ist, dass er immer auf seinem festen Platz ruht, in der Wohnung nicht herumspringt etc…dann kann man als Laie manchmal nicht abschätzen, wie wichtig oder richtig das ist.

    Und ja, das Ganze hat sich sehr unglücklich hochgeschaukelt, aber hier wurde nicht willentlich ein Tier gequält.

    Bzgl Züchterin ist es eben folgendermassen: Die Trainerin der Welpenschule ist eine gute Freundin der Züchterin. Nachdem meine Schwester die Welpenschule abgebrochen hat, gab es danach ein Zerwürfnis zwischen ihr und der Züchterin. Da ich nicht alle Details genau kenne und in der Welpenstunde auch nicht dabei war, will ich hier nicht zu sehr darüber referieren. Scheinbar war man sich über den Umgang mit Balu nicht einig. Und ich selbst hatte natürlich auch noch nie Kontakt mit ihr.

    Ich hatte eigentlich nicht vor, mir einen Zweithund zu holen. Nebst dem Mehraufwand ist das ja auch eine finanzielle Frage. Ausserdem habe ich noch eine Partnerin, die auch ein Wörtchen mitzureden hat. Den kleinen Balu hat sie zwar bereits in ihr Herz geschlossen. Interessanterweise verhält er sich auch ein bisschen ruhiger, wenn sie da ist (kann ich mir nicht so ganz erklären).

    Ein weiterer Punkt: Balu kommt ja erst noch in die Pubertät und mein Ersthund ist unkastriert. Evtl entstehen da dann auch noch Konflikte. Ich weiss, dass bald Klarheit herrschen sollte, aber ich will auch keine Entscheidung überstürzen.

    Also, erst mal danke an alle, die sich über die Situation Gedanken machen. Ich lese alles aufmerksam, auch wenn ich nicht auf alles immer antworte.

    Das ist jetzt wohl der Vorführeffekt. Jetzt, da ich ein Video aufnehmen will, zeigt er das Verhalten (hinwerfen und strampeln) nun schon fast 2 Tage nicht mehr :upside_down_face:. Ich mache zur Sicherheit doch mal noch einen Termin beim Neurologen (sicher ist sicher). Wenn es normales Spielverhalten wäre, passen für mich die Situationen irgendwie nicht, aber ich bin ja auch nicht der ultimative Hundeversteher :winking_face:

    Auf euer Anraten habe ich ihm jetzt sein Geschirr angelassen und bin heute mal mit einer geliehenen Flexileine raus. Erstmal war's ein hektisches hin und her. Auf dem Feldweg ist er dann irgendwann ein bisschen ruhiger geworden und hat auch mal geschnüffelt. Es war nur eine kurze Runde, aber jetzt pennt er. Das halte ich mal für ein gutes Zeichen. Normalerweise ist er nicht vor Mitternacht eingeschlafen.