BieBoss
ich darf doch 
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"1. mir macht es Spaß mit dem Hund auf dem Platz zu arbeiten und ein "Ziel" zu haben, worauf ich hinarbeite
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Mir macht es Spass, mit meinen Hunden zu trainieren, deshalb bin ich mir doch im Klaren, was Alltagstauglich und was reines "Kunststückchen abspulen" ist.
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2. bringt es mir und dem Hund sehr viel, denn das Gehorsam, was ich sehr wichtig auch im Alltag finde, wird gefestigt und verbessert
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Was hat BH-Prüfung mit Alltagsgehorsam zu tun? Der Zusammenhang entzieht sich mir immer noch. Ich kenne Hunde, die eine 60 Punkte BH laufen, die über 300 Punkte im Obedience erreichen und trotzdem im Alltag an der Leine ziehen, bei einem vorbeirennenden Reh mit tauben Ohren hinterherjagen usw. Und ich kenne Hunde, die erst im 4. Anlauf die BH geschafft haben und das auch nur mit 3 zugedrückten Augen von Seiten des Richters, die bei besagtem Reh auf den ersten Ruf sofort umdrehten.
Welcher Hund steht besser im Gehorsam? - der, der ne 60 Punkte BH läuft, aber Wild hinterherjagt, ohne sich noch um den HF zu kümmern, oder der, der zwar sang- und klanglos durch die BH gerasselt ist, sich aber problemlos von jagendem Wild abrufen lässt (als Jagdhund).
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3. die Bindung zwischen Frauchen und Hund wird gestärkt, denn gegenseitiges Vertrauen ist wichtig
Dazu braucht es keine BH.
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4. mag ich das Vereinsleben und bin gern auf dem Platz, weil ich die Leute dort mag
ok, das kann ich nachvollziehen. Bin auch eher ein Vereinsmensch.
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5. Abwechslung für den Hund, und nach der BH stehen einem alle Möglichkeiten der weiteren Hundeausbildung offen. Ob in Richtung Aglity, Schutzdienst, Obedience etc. "
In anderen Ländern braucht es dazu keine BH. Und die Hunde zerfleischen sich bei Prüfungen auch nicht gegenseitig.
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6. weil es evtl. später mal leichter ist, eine Wohnung zu kriegen, wenn ich dem Vermieter nachweise, daß mit dem Hund gearbeitet wird und er sich benehmen kann. Ob der Hund dann immer noch korrekt Fuß läuft und mit den Augen an mir klebt, ist dem Vermieter sicherlich wurscht!
da kann ich nicht mitreden. Hatte bisher noch nie das Bedürfnis, evtuellen Vermietern einen BH-Nachweis unter die Nase zu halten. Entweder sie akzeptierten Hund oder nicht. Dann wurde ne andere Wohnung gesucht. Und inzwischen hat sich das ja wieder erledigt.
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7. weil ich der Meinung bin und anderen Leuten das auch gerne zeige, daß man mit kleinen Hunden auch arbeiten kann, denn sie sind genauso Hund und können sich benehmen - und das kommt super an - meist sind die Kleinen nämlich nicht wirklich erzogen.
*ggg* auch dazu brauche ich keine BH-Prüfung. Wobei mein Gartenzwerg ne BH auf nem hohlen Zahn laufen würde. Aber wozu? Einmal diesen Stumpfsinn reicht völlig. Zumal wir sowieso nie ne 60 Punkte BH schaffen würden, da sie keinen Vorsitz kann. Braucht man im Obi nicht. Und nur für die BH mache ich mir nicht die Mühe ...... nur um anschliessend meinen Hund wieder umzutrainieren.
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Und wenn man dann noch nicht nur auf dem Platz trainiert (das Sitz oder Bleib übt man ja auch nicht nur auf dem Platz!!), sondern unterwegs beim Spazierengehen o.ä. (da kannst eh kein Schema F gehen, damit ist das Argument auch totgeschlagen...),
Mal ne Frage, wie viele Prüfungen bist Du bisher gelaufen. Egal mit welchem Hund?
Ich sag's mal so. Jeder, der ernsthaft auf Prüfungen trainiert, nicht nur auf Vereinsebene, sondern auf Meisterschaften etc. hin, wird den Deibl tun und sich seine Fußarbeit dadurch ruinieren, dass er im Alltag mit Hund Fuß läuft.
Zumal die meisten der "ernsthaften" Prüfungsgänger bsp. bei uns im Verein schon allein deswegen ein Problem hätten, mit Hund bei Spaziergängen etc. prüfungsmässiges Fuß weil sie mehrere Hunde haben.
Bisher konnte mir noch niemand erklären, wie ich mit 3 Hunden korrektes prüfungsmässiges Fuß gleichzeitig laufen kann. Na ja, der Gartenzwerg und das Riesenviech .... würde vielleicht gehen, wenn der Gartenzwerg direkt unterm Riesenviech laufen würde, würde grössenmässig hinkommen. Nur was mache ich mit Hund Nr. 3 
Vielleicht weisst Du die Antwort?
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dann ist das Training für die BH keineswegs realitätsfremd - ob Du das tust, liegt nicht an der BH, sondern am Hundeführer, wie bei jeder Übung!!
Ansichtssache 
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Und irgednwie muß ja eine Prüfung auch standardisiert werden, daher eben ein Schema.
Dazu braucht man kein Schema. Im Obedience bsp. läuft man absolut kein Schema. Das ist in jeder Prüfung anders. Da wird auf Ansage gelaufen und gut ist.
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Stadtteil.... wenn das richtig gem. Prüfungsordnung abgefragt würde (immer - und das fehlt oft, selbst schon gesehen, da stimme ich den Vorschreibern zu), würden etliche Hundeführer keine BH kriegen!
Meine Rede ..... wozu also eine BH-Prüfung, wenn sie ihren Sinn und Zweck, das Abprüfen des Gehorsams bei einem Begleithund, nicht erfüllt?
Dazu mal ein Kommentar einer HF, die ich trainierte. Sie meinte einmal folgendes "Cindy, ganz ehrlich, ich habe einen Hund, der nicht an der Leine zieht, der sowohl an der Leine als auch frei auf Kommando locker neben mir herläuft, der sich hinsetzt, wenn ich es sage, der sich hinlegt, wenn ich es sage, der kommt wenn ich rufe ...... warum muss mein Hund beim Kommen sich ganz gerade und dicht vor mich hinsetzen, warum muss mein Hund sich neben mir ganz gerade hinsetzen, ich brauche das nicht, mir reicht es, wenn Hund sich hinsetzt, ob er dabei das Hinterteil etwas nach aussen dreht oder gerade sitzt, ob er beim Rufen kommt und sich vor mich hinstellt oder hinsetzt, und ob er dabei gerade oder schräg ist, ...... wozu brauche ich das im Alltag? Wozu muss mein Hund lernen, eine Kehrtwendung auszuführen oder rechte Winkel nach links oder nach recht exakt mitzulaufen .... wenn ich im Alltag niemals so laufen würde?"
Tja, wozu? Hört ein Hund besser, weil er "gerader" sitzt? Oder wurde er nur auf das "gerader" sitzen hin trainiert? Hört ein Hund besser, wenn er auf Ruf sofort kommt und sich dicht vor HF hinsetzt anstatt nur zu kommen und schräg zum HF dicht bei ihm stehenzubleiben, so dass HF ihn anleinen kann?
Wie viele HF laufen mit ihren Hunden beim Spazierengehen exakte Winkel und brauchen Kehrtwendungen?
Wer hat, ausser bei einer BH oder sonstigen Prüfung jemals Sitz oder Platz aus der Bewegung gebraucht?
Das viel wichtigere Anhalten, Sitzen oder Hinlegen aus Bewegung auf Distanz, bsp. wenn Fahrradfahrer kommen und man Hund nicht mehr rechtzeitig zu sich rufen kann, ...... DAS wird in einer BH Prüfung nicht abgefragt.
Ich sag's mal so. Ich laufe mit meinen Hunden gern Obedience-Prüfungen. Es macht mir Spass, das zu trainieren und so lange an den Übungen zu feilen, bis wir wirklich gut dabei sind. ABER! ich käme nie auf die Idee, das als etwas anderes denn gut trainierte Kunststückchen zu sehen. Von Alltagstauglichkeit keine Spur.
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Eine Begleithundeprüfung, die den Zweck Begleithund gerecht wird, müsste meines Erachtens anders gestaltet sein. Und zwar als eine Art Gelassenheitsprüfung. Mit der Schaffung von unvorhergesehenen Situationen, in die der Hund zeigen muss, das er sich an seinen HH orientiert und der HH gleichzeitig zeigen muss, das er in der Lage ist seinen Hund auch zu "führen", im Sinne von Vertrauensbasis. Die komplette Prüfung auf dem Hundeplatz ist in meinen Augen Kokolores, das ist das Realitätsfremde an der BH.
Jörg, wir sind zwar längst nicht immer einer Meinung. Aber da stimme ich Dir völlig zu. Schätze aber mal, eine BH-Prüfung nach meinen Vorstellungen würden so einige Hunde nicht bestehen 