Zitat
was haltet ihr eigentlich von Natural Dogmanship®????Ich selber mache es schon von anfang an mit sanyu wollte aber nur euere meinungen wissen!!
nicht allzuviel. Es gibt einige wenige Punkte, die vielleicht nicht schlecht sind. Aber die findet man in anderen Konzepten auch.
Ansonsten ist mir das Ganze zu dogmatisch, zu sehr auf Dominanz und Rangordnung ausgelegt. Egal was Hund macht - er ist dominant und strebt die Weltherrschaft an.
Dazu kommt, dass viele Ansichten völlig veraltet sind und inzwischen als nicht richtig erkannt wurden.
Bestes Beispiel ist das "Hund läuft immer hinten, da Rudelführer immer vorne läuft". Dem ist eben in einem wildlebenden Rudel Wölfe z.B. nicht so. Vorne laufen idR ältere Jungtiere, die damit zum einen lfür ihr späteres Leben als Erwachsene lernen, zum anderen aber immer noch eine Orientierung in Richtung "Rudelführer" haben, der idR eher im mittleren Bereich zu finden ist. Zumal die "Rudelführer" in einem wildlebenden Rudel eher Elterntiere sind, die mit ihrem noch nicht flügge gewordenen Nachwuchs zusammenleben. Und keine tyrannischen Despoten, die von die Weltherrschaft anstrebenden Underdogs permanent in ihrer Rangstellung bedroht werden.
Habe ich bei meinen Hunden selbst immer wieder erlebt. Unsere alte Berner Hündin war das lehrbuchreife Beispiel eines selbstbewussten, souveränen Hundes, eines Hundetyps, den man in der Art eher selten antrifft (die meisten als "dominant" verschrieenen Hunde sind unsichere und unerzogene Gesellen, mehr nicht, von "Dominanz" keine Spur). Sie interessierte sich einen feuchten Kehrricht darum, ob die Jungspunds vor ihr aus der Tür drängelten, ob sie beim Spaziergang vor ihr liefen, ob .... . All das, was in ND als essentiell für die Anzeige der "Rudelführerschaft" angesehen wird, ging ihr so was von vorbei,
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Trotzdem zeigte sich immer wieder, dass sie diejenige ist, an der sich die Jungspunds orientierten. Jungspunds laufen voraus, "Chefin" hinterher, Jungspunds sehen was Neues, Unbekanntes, spurten bellend los, "Chefin" kurz mal Kopf gehoben, keine weitere Reaktion, Jungspunds sind sofort wieder ruhig und laufen weiter als wäre nichts gewesen. "Chefin" aber Reaktion in Richtung Aufmerksamkeit des Unbekannten gezeigt und Jungspunds reihten sich sofort neben oder hinter ihr ein und warteten ihre weitere Reaktion ab. Zeigte "Chefin" dann wieder Entspannung an, liefen die Jungspunds wieder vor und damit gut.
Das nur mal als Beispiel. Und je älter und unabhängiger die Jungspunds wurden, desto weniger hinter ihr, als vielmehr neben ihr blieben sie in "bedrohlichen" Situationen.
Was auch verständlich ist. Denn typische Wolfsrudel sind nun mal Familien, bei denen der Nachwuchs nach einiger Zeit abwandert und eigene Familien gründet. Da muss Nachwuchs nun mal lernen, wie man seine Familie am Leben hält. Und das lernen sie nicht, wenn sie nur auf Welpi-Niveau gehalten werden.
Viele Grüße
Cindy