Ich hatte vor Benni keinen anderen Hund. Ich bin zwar als Kind/Jugendliche hin und wieder Gassi gegangen (Pekinese) und meine Freundin hatte einen Hund (Spitzmix) aber ansonsten hatte ich keine Möglichkeit, "richtig" zu lernen. Benni hat in den ersten 2 bis 3 Lebensjahren insgesamt 6 mal andere Hunde gebissen (wenn ichs recht im Kopf habe). 2 mal aus Schmerzen heraus, 2 mal wegen eines Spielzeuges und 2 mal "einfach so" weil der andere Hund doof war. Und im Nachhinein hätte ich bis auf einmal immer erkennen können/müssen. Die Anzeichen waren da, ich habe sie nur übersehen bzw. ging es einfach zu schnell für mich, also von Spielen auf Angriff.
Bevor jetzt aber jemand denkt, mein Hund wäre eine fiese Bestie, es ging immer "gut" aus. Also Spucke, Fell und maximal n blauer Fleck. Geärgert habe ich mich da immer drüber, aber damals habe ich auf die ganzen "Experten" auf der Hundewiese gehört. "Lass den frei, die müssen das unter sich ausmachen!" Das wurde mir ständig gesagt. Vor allem als ich nach der ersten Beißerei erst einmal vorsichtig wieder Kontakt zu den anderen Hunden aufbauen wollte. "Blödsinn, du machst den erstrecht unsicher" blablabla.
Für mich war der große Unterschied: Wenn ein anderer Hund Benni doof fand/Benni zu aufdringlich war gab es Scheinkämpfe. Das heißt Knurren, quitschen, in die Luft schnappen und "auf den Rücken legen" wenn es gar nicht mehr ging. Wenn Benni einen anderen Hund doof fand, hat er die Ohren gaaaaanz gaaaanz doll nach oben gespitzt, Lefzen gekräuselt und einfach irgendwo hin gebissen und festgehalten. Problemlösestrategie: Wenn es sich nicht mehr bewegen kann, kann es mich nicht ärgern.
Die beiden Male, die tatsächlich etwas passiert ist waren einmal ein Husky (beide Hunde haben sich beim anderen Hund ins Maul verbissen, daher bei beiden Hunde starke Verletzungen im Gesicht, Grund war eine böse vereiterte Kralle bei Benni und beim rumspringen hat er das auf den Husky bezogen. Die vereiterte Kralle wurde erst beim Tierarzt entdeckt, äußerlich sah man nix) und einmal ein eingerissenen Ohr (ich habe Benni weggezogen, der in die Luft schnappte, der andere Besitzer hat seinen Hund weggezogen, der in die Luft schnappte und das Schlappohr des anderen Hundes ist irgendwie zwischen Bennis Zähne gekommen beim wegzerren und wurde aufgeschnitten, also kein mutwilliges Verletzen).
Gelernt habe ich daraus, Benni immer sorgsam zu führen und nicht auf irgendwelche "das machen die unter sich aus"-Leute zu hören. Vielleicht waren in Erfurt aber auch einfach zu viele schlecht kommunizierende Hunde. Ich weiß es nicht. Bei den gemeinsamen Gassirunden mit Leuten hier aus dem Forum ist noch nie irgendetwas passiert. Im Gegenteil, Benni benimmt sich mustergültig, ist nett, freundlich aber nicht zu aufdringlich.
Allerdings sehe ich Bullterrier nun auch nicht (mehr) als Anfängerhunde. Man muss einfach Bock auf sture, eigensinnige Terrier haben, dann passt es. 