Beiträge von Beastmaster

    Also in natürlich gewachsenen Herden wird, meines Wissens nach, das Omegatier nicht pauschal verprügelt. Handelt es sich dabei doch meist um alte Tiere, die einfach keine andere Stellung innerhalb der Herde mehr erkämpfen (wollen). Die Konflikte bei von Menschen zusammengesetzten Herden liegen eher genau daran: "künstlich zusammengestellt" und am Platzmangel, denke ich.

    Wo gibt es hierzulande noch natürlich gewachsene Herden? Aber auch bei Wildpferden gibt es eine klare Rangordnung und das rangniedrigste Pferd bekommt halt öfter 'nen Tritt oder Biss. Es erfüllt damit eine wichtige Aufgabe in der Herde um Stress abzubauen und eskalierende Konflikte zu vermeiden.

    Wenn man zu einer bestehenden Herde ein neues Pferd dazu stellt, kommt es im Großteil der Fälle erstmal zu Rangkämpfen, d.h. die etablierten Pferde werden den 'Neuen' erstmal über die Weide jagen oder von der Tränke abdrängen. Von einigen Tieren wird es sich das gefallen lassen und von anderen Tieren nicht und hat damit seinen Platz in der Herdenstruktur gefunden.

    Vielleicht hast du mal die Möglichkeit zuzusehen, wenn zwei völlig fremde Pferde auf eine Weide gestellt werden. Es passiert dann folgendes.

    1. Pferd 1 wird Pferd 2 mit den Augen fixieren. Pferd 2 hat die Möglichkeit sich abzuwenden oder zurückzuschauen, bzw. den Blick zu ignorieren.

    2. Pferd 1 geht Richtung Pferd 2. Auch hier hat Pferd 2 wieder die Möglichkeit auszuweichen oder standzuhalten.

    3. Pferd 1 rempelt Pferd 2 an und auch hier kann Pferd 2 wieder drauf 'antworten' oder flüchten.

    4. Pferd 1 drangsaliert Pferd 2 mit Tritten und Bissen. Auch hier, entweder Pferd 2 wehrt sich erfolgreich oder unterliegt.

    In jedem Fall ist nach 1,2,3, spätestens nach 4 in der Miniherde geklärt, wer führt. (nämlich der, der den anderen in Bewegung versetzt)

    So funktionieren Pferde und das weltweit, jedenfalls solange sie nicht verhaltensgestört sind.

    Zum Instructor kam mal ein Familienvater, der sich beklagte, dass das Pferd super lieb mit Frau und Tochter sei, ihn aber beiße und trete. Tja, ihm wurde gesagt, dass er das Omega sei. Er könne versuchen, seinen Status zu verbessern oder sich in sein Schicksal fügen - dann gäbe es nur hin und wieder 'nen Knuff. :-)

    Wenn das nicht jeder bieten kann... Muss dann jeder ein Pferd haben?

    Muss nicht, aber manche möchten halt, obwohl die Haltungsbedingungen nicht optimal sind. :-)

    Man darf dabei nicht vergessen, dass auch in der Herdenhaltung auf der Weide Konflikte unter den Pferden entstehen und das Omega (rangniedrigstes Pferd in der Herde) deshalb verprügelt wird, um den Stress abzubauen. Aus Pferdesicht ist das ein völlig normales Verhalten, aber manche Halter wollen das nicht, jedenfalls nicht, dass ihr Pferd andauernd Dresche kriegt.

    Da sind wir dann aber wieder bei der Grundsatzfrage, wieviel Einschränkung wir unseren Tieren zumuten können.

    Warum darf ein Pferd denn nicht auf die Koppel?

    Dafür gibt's viele Gründe. Wenn die Koppel z.B. vereist oder versumpft ist, ist das kein Spaß für die Tiere und später auch nicht für den Menschen, wenn die Tiere dauerhaft feucht stehen und daurch Hufkrankheiten bekommen.

    Am natürlichsten wäre deshalb geräumige Weidehaltung mit genug Baumbewuchs als Regenunterstand und Sonnenschutz - kann leider nicht jeder bieten.

    Runtergebrochen sind es dennoch Verbote/ Verhaltensregeln, die der Hund ohne die Verbindung zum Menschen gar nicht hätte. Es ist also zumindest alles durch Menschenhand herbeigeführt (ja, auch der Hund selber, aber das kann man separat betrachten).

    Haha, ja natürlich ist es das.

    Wenn der Mensch eine Tierart domestiziert, verliert diese im Großteil der Fälle ihre Freiheit und das gilt für Hunde, Katzen, Pferde, Vögel, Ratten, Mäuse, usw. gleichermaßen.

    Aber auch Wildtiere können sich durch 'unsere' Ausbreitung nicht mehr so frei bewegen, wie ursprünglich. Das läßt sich einfach nicht mehr korrigieren.

    Die fehlt der entscheidende Schritt. Unter Hunden wäre jagen kein Problem, sondern überlebensnotwendig.

    Ich beziehe das mal auf mich. Viele unserer Hunde wären heutzutage alleine gar nicht überlebensfähig.

    Bei uns gibt's gerade mal wieder den Trend, dass der Hund nur noch auf Herr-/Frauchen fokussiert sein soll und keinen - auch nicht freundlichen - Kontakt mehr zu anderen Hunden haben soll. Das finde ich hin höchstem Maße egoistisch seitens des Menschen und dem Hund ggü. sehr unfair.

    wie viele Verbote machen ein Hundeleben noch lebenswert. Weil sind wir ehrlich die Meisten sind nicht für den Hund, sondern für menschliche Moralvorstellungen.

    Welche Verbote denn konkret? Dass es z.B. Leinenverbote gibt, hat man ja nicht einfach so verhängt - das hat mit Moral nichts zu tun, sondern dient der Sicherheit sowohl des Hundes als auch der Umwelt, in der er und sein Halter nicht alleine leben.

    Dass 'erfolgreiches' Jagen, also Wildern verboten ist, sehe ich jetzt auch nicht als moralisches Verbot, sondern widerum als Respekt gegenüber der Welt.

    Wenn man Verbote nur einseitig wahrnimmt, war man meinstens zum Glück noch nie in der Situation, in der das Verbot einem geholfen hätte, diese zu verhindern.

    Mein Collie darf nicht jagen, mein Sheltie darf nicht hirnlos kläffen. Sie sollen an der Leine durch Städte gehen, wo es eng ist, die Liste ist endlos.

    Ich formuliere den Umkehrschluss mal bewußt drastisch:

    D.h. dein Collie darf in der Stadt jagen und der Sheltie 'hirnlos' im Sinne von sinnlos und dauerhaft in der Gegend rumkläffen, ohne dass du einschreitest? :-)

    Ich habe gelesen, man könne den "Intellekt" eines Hundes mit einem etwa 5-jährigen Kind vergleichen.

    ich kenne nur 2-2,5 Jahre, hast du eine Quelle für die 5?

    Also ich empfand meine Kindheit nicht als sooo toll. Es galten Regeln, deren Sinn ich oft (noch) nicht erfassen konnte. Man durfte nicht zu laut, zu wild sein und sollte Niemandem auf den Nerv gehen.

    Ja, das nennt sich Sozialisierung und wird heutzutage leider immer mehr vernachlässigt. Wer keinen respektvollen Umgang gelernt hat, braucht sich dann über Ausgrenzung, bzw. entsprechende Korrekturemaßnahmen nicht zu wundern.

    Dennoch macht mir die Arbeit auf dem Platz mit Luci sehr viel Spaß und ihm auch, das sieht man deutlich. Das schweißt uns zusammen und lenkt meinen Fokus weg von den doch sehr anstrengenden Seiten dieses Hundes.

    So soll es ja auch generell sein. Und da ihr schon mit einem Trainer arbeitet, seid ihr da wesentlich weiter, als viele andere, die erst merken, dass sie Unterstützung bräuchten, wenn es schon zu spät ist.

    Wenn das Preisgeld wirklich das ist, weswegen diese Leute das rennen fahren, würden nicht so viele regelmäßig mitten im rennen abbrechen, weil die Belastung für Hund und Mensch unfassbar hoch ist und zum Teil härter ist, wie das, was man im Training als Belastung hat. Zusätzlich die lebensbedrohlichen gefahren der Wildnis und des Wetters.

    Abgesehen davon, dass ich persönlich finde, dass die Tierarztbestimmungen bei diesen rennen wirklich unfassbar hoch sind und da enorm stark auf die Gesundheit der Hunde geachtet wird. Es ist nicht selten, dass man nicht mit allen Hunden, mit denen man gestartet ist, ins Ziel kommt, weil sie, aus gesundheitlichen Gründen, aus dem Rennen genommen werden müssen.

    Keine Frage, nur für das Preisgeld 'lohnt' sich das nicht. Aber etablierte Musher haben ja auch noch ein oder mehrere Sponsoren. Für viele Musher ist es sowieso nur ein Zuverdienst neben ihrem Job als Schlittentour-Anbieter.

    Und dann gibt es ja noch die Großsponsoren - auch wenn sich von denen einige dieses Jahr verabschiedet haben - ohne die das Rennen gar nicht möglich wäre. Da ist eine große Maschinerie im Hintergrund am Werkeln, die zur Stimulation der Wirtschaft in dieser tristen Region beträgt. Verschoben wurde es allerdings dieses Jahr wegen - ganz selten - Schneemangel.

    Dass die Überprüfung der Gesundheit der Hunde und Musher deutlich erhöhten Anforderungen ausgesetzt ist und so z.B. _jeder_ Hund untersucht wird und nicht nur Stichproben gemacht werden, finde ich durchaus seriös.

    https://iditarod.com/leaders-in-dog-care/

    Preisgelder

    Wo muss ich starten um Preisgeld zu bekommen?

    Beim Iditarod z.B.. In Deutschland sind Preisgelder bei Hunderennen zum Glück verboten - wäre schön, wenn das bei Pferden (English Derby 1.5 Mio Pfund) auch so wäre, denn da würde sich der ganze Sumpf schnell lichten. Ebenso beim English Greyhound Derby wo als Folge ausrangierte Rennmaschinen entweder im brennenden Ölfaß enden oder im Idealfall auf den Kontinent vermittelt werden.

    Und ich unterstelle einfach mal, dass ein Dogshow-Titel eine zumindest plausible Erklärung ist, warum für einen Welpen aus dieser Zucht ein höherer Preis verlangt wird.

    Bei all diesen Fun-Wettbewerben fällt auf, dass es keine klaren Regeln gibt, niemand überprüft, ob der Hund trainiert ist, und oft wird nicht einmal aufgewärmt.

    Das ist doch bei der IGP nicht anders, denn da steht bei Voraussetzungen auch 'nur' diverse Prüfungen, Chip und Impfpass. Der Teilnehmer hat hier doch ein Selbstinteresse, dass sein Hund gut vorbereitet ist, damit es viele Punkte gibt.

    Bei Camp Canis steht z.B. bei den Voraussetzungen, dass der Hund gesund sein muss und das idealerweise von einem TA überprüft wurde. Auch hier kann man davon ausgehen, dass die Teilnehmer das Wohl ihrer Tiere im Fokus haben.

    Der große Vorteil der Fun-Wettbewerbe ist für mich, dass es dort keine Preisgelder und 'Gewinner' (außer natürlich dem persönlichen Gewinn der Teilnahme) gibt, die eben auch das Risiko mitbringen, dass das System korrumpiert.

    Manche Hunde kommen teilweise in einem derartigen desaströsen Zustand (vollgekotet, zerstörtes Fell, Parasitenbefall, Verletzungen, usw.) in D an, dass sie zwingend erstmal in einer Pflegestelle wieder aufgepäppelt werden müssen. Da wäre ein Adoptant teilweise schon mit überfordert und Ziel ist ja, dass der Hund vermittelt wird.

    Bei den Direktvermittlungen, die ich begleiten durfte, bekam man nur Fotos und Videos, anhand derer man sich einen Überblick verschaffen konnte. Hier werden natürlich vorrangig Hunde rausgesucht, die verhaltensunauffällig sind. Aber bei z.B. griechischen Welpen kann man ja noch nicht sagen, was das später mal für Hunde werden, denn der griechischer Schäferhund hat mit dem deutschen nicht viel gemein, sondern ist eher ein HSH.

    Insofern ist die Adoption einen Hundes aus einer deutschen Pflegestelle eindeutig vorzuziehen, da hier die Möglichkeit besteht, den Hund sich vorher mal anzusehen und die Pflegestelle auch bereits einiges über seine Verhaltensweisen sagen kann.