Beiträge von *Waldi*

    Ich mag mal einen Tipp da lassen:

    Seemann vom Siebener von Arno Frank.

    Eine ganz leise und unaufgeregte Geschichte mit Charakteren, die einem im Gedächtnis bleiben. Eine Story gibts eigentlich nicht, es ist ein Tag in einem Schwimmbad, wir begegnen 6 Menschen, erfahren Stückchenweise ihre Geschichten und wie sie miteinander verwoben sind.

    Klingt nicht sehr spannend, hat mich aber komplett in seinen Bann gezogen.

    Ich werde dann bald mal sein Erstlingswerk lesen.

    Der Hund wird DIESEM Halter entzogen, weil der sich unverantwortlich gezeigt hat. So verstehe ich das. Ob es die gleichen harten Konsequenzen hätte, wenn der Halter sich anders verhalten hätte, wissen wir nicht.

    "Aber dann müsste man auch..." finde ich als Argument nicht unbedingt überzeugend. Ich hoffe doch sehr, dass ein Hund, der einen Menschen schwer verletzt hat und sich der Halter dann davonmacht, auch eingezogen wird. Und wenn nicht, kann man sich dann darüber aufregen.... aber mit diesem Fall hat es nichts zu tun.

    Aber letztens viel der Satz auch in einer Diskussion um das Thema alleine bleiben... Wölfe müssen nämlich nie alleine bleiben, dementsprechend ist es auch unnatürlich für den Hund...

    Nun ja, es IST unnatürlich für Hunde, alleine zu sein. Das heisst nicht, dass sie das nicht lernen können. Aber sie haben lieber Gesellschaft, daran habe ich keinen Zweifel.

    Das außergewöhnliche am Hund ist, dass sie (wenn entsprechend sozialisiert) den Menschen als vollwertigen Sozialpartner sehen... beim Wolf ist das nicht so.

    Aber wer weiß, ob wir darüber nicht irgendwann auch anders denken. Einzelhaltung von Katzen galt auch mal als artgerecht, heute sehen das viele anders. Vielleicht ist die Einzelhundehaltung in 20 Jahren verpönt.

    Mich stört an solchen Aussagen weniger der Wolfsvergleich, sondern dieses diffuse "unnatürlich". Wenn alles, was unnatürlich ist, damit auch falsch ist, dann wäre jegliche Haus- und Nutztierhaltung falsch.

    Hunde sind keine Wölfe und Menschen keine Affen.

    naja, Hunde sind Caniden und mit dem Wolf so eng verwandt, dass es dieselbe Art ist, und Menschen SIND Primaten.


    Diese ganzen Ausreden, den Hund nicht adäquat zu versorgen, weil Wolf und so... sind halt Ausreden. Ich würde dazu einfach sagen: Der Wolf wohnt nicht bei mir zuhause, und ich bin nicht für sein Wohlergehen verantwortlich.... Wenn ich meinen Hund wie ein wildes Tier behandeln möchte, dann kann ich ihn auch gleich morgen irgendwo aussetzen.

    Was genau ist denn so anstrengend mit dem Hund? Klappt die Erziehung nicht?

    Ist es dein Hund oder der deines Mannes?

    Braucht dein Mann wirklich deine Aufmerksamkeit den ganzen Tag? kein Gassigehen möglich?

    Wenn der Hund an sich nicht problematisch ist, und du die Bezugsperson bist, kann der Hund auch eine Hilfe sein. Gerade raus gehen, Spaziererengehen, sich mit dem Tier beschäftigen ist sehr therapeutisch. Für euch beide.

    Wenn ihr den Hund aber als Belastung wahrnehmt, oder der Hund zu schwierig ist - dann gebt ihn zurück, finde ich auch keine Schande. Wenns nicht geht, geht es nicht.

    Wenn man "Vergleich" nicht als "Gleichsetzung" versteht, ist es durchaus aufschlussreich, sich mit den Vorfahren und nächsten Verwandten des Hundes zu beschäftigen. Die dem Hund übrigens extrem viel näher stehen als wir den Affen!

    Hund und Wolf sind nach wie vor paarungsfähig untereinander, sie gehören bei allen Unterschieden derselben Art an.

    Die Domestikation des Wolfes begann vor gerade mal 15 000 Jahren. Für die Evolution ist (wäre) das nichts - es handelt sich ja auch gar nicht um einen echten evolutionären Prozess, sondern wurde stark beeinflusst vom Menschen. Also gelenkt - ein Schaffensprozess, kein natürlicher.

    Der Mensch hat sich vom letzten gemeinsamen Vorfahren, den er mit anderen Primaten teilt, vor 5 Millionen Jahren abgespalten. Und da ist die Rede von Primaten, nicht Affen (ape/monkey).

    Der Unterschied ist gigantisch. Mensch zu Affe verhält sich NICHT wie Hund zu Wolf.

    Trotzdem kann man sehr viele Parallenen zwischen Menschen und Primaten beobachten und daraus viel lernen. Das gilt auch und noch viel mehr für den Wolf und den Hund. Aber halt nicht im Sinne von Wolf=Hund, sondern im Sinne von Ursprung und Weiterentwicklung.

    Mein Problem ist vielmehr, dass so unfassbar viel Blödsinn über Wölfe erzählt wird. Der ganze Alpha Beta Omega Kram, die ganze völkisch-militärische Ideologie, die da v.a. im 19. Jhd rein fantasiert wurde. Es wird ja nicht der Wolf mit dem Hund verglichen, sondern eine sehr krude und unrealistische Idee vom Wolf.

    Diese stark hierarische Ordnung, mit einem unangefochtenen Anführer, der ein Harem um sich schart und verteidigt usw. - das findet man spannenderweise bei Primaten (Gorillas), aber nicht bei Wölfen....

    Was das Futter angeht: Da gibt es soviele Mythen und Ideologien - von Vegan bis Prey, gar kein Fleisch bis nur Fleisch... da bin ich generell misstrauisch, wenn jemand Allgemeingültigkeit behauptet. Da würde ich immer individuell draufschauen.

    Nachtrag: Für den Hundeführerschein dürfte das natürlich OT sein. Ich gehe davon aus, dass gepräfte Arbeitshunde bzw, deren Halter nicht noch zum Hundeführerschein gebeten werden würden.

    So nach dem Motto, jetzt machen mal alle das Seepferdchen, auch die Rettungstaucher... oder so.

    Ich glaube, die Sorge muss man sich nicht machen.

    Genauso sinnbefreit wie einen Hund in einer Situation zu testen die für ihn (und damit auch den Halter) irrelevant ist.

    Davon abgesehen welcher Arbeitseinsatz?

    Darf den ein Jagdhund außerhalb eines jagdlichen Einsatzes jagen gehen?

    Ehrliche Frage. Ich verstehe, dass man als Jäger bei der Jagd Hunde einsetzt, aber wenn ein Hund "einfach so" jagen darf:

    Es gibt keine Menschen, jagen gehen dürfte der Hund. Leine ab und ich mache ein Schläfchen bis der Prüfer mich weckt

    Was wäre daran anders (also für das Wild, Tierschutz usw), wie wenn mein Hund abhaut und hetzt?

    Das wird jetzt sicherlich als Provokation aufgefasst, auch wenn es das nicht sein soll. Ich frage mich das wirklich.