Hier war irgendwo die Rede, dass der Hund nicht weit/lange laufen kann.
Ist der durchgechekt, ob er Schmerzen hat?
Hier war irgendwo die Rede, dass der Hund nicht weit/lange laufen kann.
Ist der durchgechekt, ob er Schmerzen hat?
Naja, was den Stress auslöst ist letztlich (auch) deine Einstellung und dein eigener Stress.
Du kannst nichts daran ändern, dass der Hund in einer neuen Umgebung ist, sich einleben muss, neue Mitbewohner hat. Das stresst - und du kannst da einfach gar nix machen, weil das schlicht Zeit braucht.
Viel Zeit.
Es kann sein (schwer zu beurteilen) dass das Zusammenleben mit Texas und den Katzen für Lui nicht so einfach ist, wie du denkst. Das kann auch ein Grund für das Markieren sein. Ich persönlich lese das raus aus deinen Schilderungen.
Es kann auch sein, dass Lui z.B. mit alleine bleiben Stress hat, mit der Leine, dass ihm irgendwas weh tut, oder oder oder...
Du hast viel ausprobiert, in kurzer Zeit. Was der Hund aber braucht ist ein ganz klarer Plan, eine ganz klare Linie. Und viel Zuwendung, Verständnis, Akzeptanz.
Der Hund hat seine Bezugsperson und Umgebung verloren. Der sucht jetzt verzweifelt seinen Platz in der Welt. Du bist genervt und ungeduldig, schreibst ihm negative Eigenschaften zu - und das spüren Hunde ganz genau. Das schmeisst den Hund in einen inneren Konflikt, der ganz schwer auszuhalten ist. Der kann ja nicht weg.
Jeder geht da andere Wege (Menschen sind ganz genauso), wenn sie in so einer unlösbaren Situation sind.
Manche werden ganz still und versuchen sich unsichtbar zu machen (das sind dann gerne mal die super braven "dankbaren" Tierschutzhunde). Andere werden körperlich krank. Andere "schleimen" sich ein. Andere - oft gerade die mutigen, starken Charaktere - versuchen irgendwie die Kontrolle zu erlangen, obenauf zu sein, um nicht unterzugehen. Das macht dein Lui.
Der ist nicht "dominant", der ist tief verunsichert.
Ich denke schon, dass der sich, wenn ihr euch zusammenrauft, als rotzfrecher, mutiger kleiner Kerl entpuppen wird, mit einem starken Willen, der schon auch mal fragt "Warum?" wenn du was von ihm willst. Das hat dann aber nichts mit Dominanz zu tun. Es gibt einfach Hunde, die einem nicht jeden Wunsch von den Augen ablesen.
Aber da seid ihr noch lange nicht. Ihr kennt euch noch nicht, ihr vertraut euch noch nicht. Du kannst überhaupt noch nicht sehen, wie der Hund eigentlicht tickt. Alles was du siehst, sind Überlebensstrategien.
Das gleiche gilt übrigens für Texas - auch ihr beide seid noch in der Eingewöhnungsphase. Der hat halt andere Strategien gewählt - und vielleicht auch weniger verunsicherende Vorerfahrungen gemacht.
Es gibt also nichts, was du "machen" kannst. Weniger ist mehr... Da sein, Sicherheit geben, Vertrauen aufbauen.
Und selbst wenn du alles richtig machst, wird es einfach dauern.
Und ich sags nochmal: Ich würde davon ausgehen, dass das Reinpinkeln nie ganz und gar verschwinden wird, oder immer wieder auftauchen kann.
Wenn du die vierte Besitzerin bist, dann liegt es ja nahe, dass er aus dem Grund immer wieder weitergegeben wurde.
Also, es geht hier um einen Hund, der einmal in der Woche ein bisschen UO auf dem Hundeplatz machen soll, und ansonsten Spaziererengehen.
Warum man da diskutieren muss, ob ein Labbi Schutzdienst machen kann/sollte...
Ich finde hier den Hinweis darauf wichtig, dass bereits ein Ridgeback-Mix vorhanden ist, der mit anderen Hunden ein Thema hat und an der Leine "nach vorne geht".
Das könnte mit einen weiteren großen, schweren Hund, der da mitmacht bzw. auch unverträglich ist, unschön werden.
Es ist ganz schwer, auf jedes Datail einzugehen. Es geht nicht um die Einzelsituationen, es geht ums Gesamtbild.
Ich will auch ganz und gar nicht sagen, dass due den Hund ständig massregeln sollst, um Himmels willen, NEIN. Nicht noch mehr Konflikt reinbringen - Du gegen den Hund.
Wichtig ist, dass du das Markieren im Haus unterbinden kannst. Verhindern. Dadurch, dass du halt ein Auge drauf hast. Wenn das nicht geht, dann ist blöd. Ist so.
Warum soll er denn draussen nicht markieren?
Alles andere - ich glaube, da ist gerade für ALLE Beteiligten ganz viel Stress. Ganz ganz viel.
Nimm mal die Ansprüche raus. Gemütliche Bummelrunden wären für euch alle drei vielleicht gut. Auch wenn die "Auslastung" für Texas dann ne Weile anders aussieht.
Und nur weil du denkst, die lassen sich in Ruhe in der wohnung, muss das nicht so sein. Es kann sein, dass der eine den anderen die ganze Zeit beobachtet, und du merkst das nicht. Daher: Ruheplätze, an denen beide ungestört sind. Wirklich ungestört. Bis du sicher weißt, dass die sich nicht gegenseitig nervös machen. Mehr Kontrolle am Anfang führt meistens zu mehr Entspannung nach ein paar Wochen.
Da sind tausend kleine Sachen, bei denen ich denke, hmmm, könnte man auch anders sehen. Weiß man von ferne halt nicht.
Er darf liegen wo er will, aber wenn er da anderen Tiere oder mich anknurrt Und bei den Tieren sogar schnappt ist das für mich ein absolutes no go!
Eben. Und dann schafft man voher eine Situation, wo das nicht passiert. Er sollte dann eben NICHT liegen wo er will. Vorbeugen ist viel besser, als ein gefestigtes Verhalten ändern zu müssen.
Könnt ihr professionelle Ratgeber empfehlen ? Weil ich merke schon wenn man im Internet recherchiert gibt es pro Thema 100 antworten und egal was man macht gibt es Befürworter oder Gegner.
Ich hatte dir ein Buch genannt.
Also, ich finde es super, dass du soviel annimmst und offen geblieben bist, das ist nicht einfach!
Bitte sieh es nicht als Angriff auf dich, sondern als Anregung.
Erstmal ein Lesetipp:
James o'Heare: Die Dominanztheorie bei Hunden.
Ich sehe diese "Diagnose" Dominanz sehr kritisch. Dominanz ist keine Charaktereigenschaft.
Hunde, die auf Menschen dominant wirken, versuchen meistens, eine für sie unverständliche oder verunsichernde Situation unter Kontrolle zu bringen.
Anzeichen für einen dominanten Hund:
Alles, was du aufgezählt hast (wo kommt das her?) sind genau solche Verhaltensweisen. Alles im Blick haben wollen, unter Kontrolle haben wollen. NICHT aus Dominanz, sondern aus Sorge, was passieren könnte, wenn man die Kontrolle verliert.
Wer zuerst durch die Tür geht, ist total egal, das ist so ein altes Märchen... Wichtig ist, dass du, zu jeder Zeit und in jeder Situation, deinem Hund sagen kannst - warte bitte, oder geh voraus, oder geh neben mir. Das ist einfach Erziehung. Und nur, weil dein Hund erlernt hat, sich vom Menschen räumlich begrenzen und lenken zu lassen, hört er nicht mit dem Markieren auf. Das eine hat mit dem anderen nicht direkt zu tun.
Indirekt evtl - wenn das Markieren teil des erheblichen Stresses ist, den der Hund hat. Und der Stress wird (hoffentlich) weniger, wenn er Anschluss an dich gefunden hat und geführt wird. Das dauert aber!
, aber ich persönlich dulde kein markierverhalten in meiner Wohnung und er macht es halt meistens wenn ich nicht hinsehe
Das passt nicht zusammen. Du duldest nicht, aber du schaust nicht hin? Aus HUndesicht ist das inkonsequent.
Wenn du eine Chance haben willst, das zu ändern, dann musst du konsequent sein. Das heisst: Absolut aufpassen, sofort abbrechen, wenn er Ansätze macht.
Für die Zeiten, wo das nicht geht, zieh ihm die Windel an.
Lass ihn nicht frei in der Wohnung rumspazieren, sondern begrenze ihn (auch wenn du das schon versucht hast - aber wenn man alles nach 2 Tagen abbricht, kann man nie eine Wirkung sehen.) Dann ist es leichter, ihn im Blick zu behalten. Und er pisst nicht überall hin, wenn du es nicht schaffst, aufzupassen. Den begrenzten Bereich kannst du ja mit waschbaren Unterlagen auslegen.
Wenn du nicht bereit oder in der Lage bist, das zu leisten, wirds schwierig. Mit Konsequenz kanns klappen. Wobei ich mir keine Illusionen machen würde - dieser Hund ist NICHT stubenrein, und wenn sie das im Erwachsenenalter nicht sind, dann wird das immer wieder durchkommen. Und zwar genau dann, wenn sie Stress haben. (Ich würde wetten, das war der wahre Abgabegrund.)
Und Stress hat dein Hund mit Sicherheit - er ist in einer neuen Situation, fremder Hund, fremder (genervter) Mensch - Hundeschule und ständig wird wieder was versucht und verändert - das ist massiver Stress!
Durch deinen Fokus auf das "dominante" baust du einen Konflikt auf, eine Gegeneinander. Das spürt der Hund, und das ist ganz schlimm für ihn.
Wenn sie mal zusammen sind geht einer von beiden weg, meistens Texas weil er keine Lust mehr hat Lui zum „Spiel“ aufzufordern, da er eh nicht mit macht.
Hier würde ich VIEL mehr regeln. Bei mir hätten die Hunde erst mal für die nächsten Wochen gar keinen direkten Kontakt ohne dass du unmittelbar dabei bist. Ich würde die erst mal ganz langsam akklimatisieren lassen, Interaktion auf draussen beschränken, in der Wohnung Ruhe, klare Plätze und keine eigenen Entscheidungen.
Der Fehler war von Anfang an: "erst mal gucken was passiert". Ich finds besser, wenn man gar nicht erst blöde Sachen zulässt, sondern von Minute Null an lenkt. Dann kann man meist sehr schnell lockerer werden.
Aber wenn erst mal Misstrauen da ist, wird es ganz ganz schwierig.
Mein Trainer empfiehlt kastrieren auch nicht gleich, aber bei so „krassen“ Fällen bleibt oft keine Wahl,
Warum hält er Lui für "krass"?
Trainer, die das Wort "dominant" gebrauchen, um einen Hund zu beschreiben, sind bei mir sofort raus.
Es gibt situative Dominanz, ja, aber keine Eigenschaft "Dominanz".
Worum ich Dich nur bitten möchte, ist, gib dem Hund mal eine Chance, und laß Dich mal darauf ein, daß eventuell der "Stempel" der falsche gewesen sein könnte.
Da würde ich mich anschliessen.
Ehrlich gesagt, und ich meine das nicht böse: Ich glaube, nicht der Hund ist krass, sondern es war eine krasse Fehlentscheidung, diesen Hund anzuschaffen.
Wenn du nicht offen bist für seine Probleme und Eigenschaften (und ich kann das verstehen, Mehrhundehaltung ist anstrengend und schwierig und Unsauberkeit ist wirklich nervig), dann wird das nicht gut.
Frag dich, ob du damit leben kannst, dass Lui nie 100% sauber werden könnte. Wenn die Antwort Nein ist, solltest du über Abgabe nachdenken.
Die Kommentare erst. Wieviele Leute da schreiben, ihr HUnd würde freiwillig auch nur maximal um den Block gehen - und das auch noch positiv sehen.
Und ganz grundsätzlich ist Haftung ein anderes Thema als Strafrecht.
Und Prävention ist noch mal eine ganz andere Fragestellung.
Das Thema anfassen lassen ist ja noch mal was völlig anderes.
Man kann nur auf das antworten, was man weiß. Dein Eingangspost klang anders als der jetzt.
was weißt du denn über die Vorgeschichte deiner Hündin?
Warum braucht sie Physio?
Evtl. kannst du dich über Übungen informieren, die du mit ihr durchführen kannst.
Ich habe hier nirgends gelesen, dass der TE Schutzhundesport machen will.
Mein Leben findet also nicht ausschließlich auf dem hundeplatz statt.
Ich arbeite seit jeher von zu Hause, besuche 1x die Woche den Hundeplatz ( meist UO ) und bin ansonsten , aufgrund der ländlichen Gegend immer 2-2.5h insgesamt mit den Hunden unterwegs ( verteilt auf den Tag) dabei gibt’s kleine Übungen mit Kopfarbeiten.
Für mich wäre das keine Voraussetzung, einen Gebrauchshund, noch dazu aus Leistungslinie, anzuschaffen. Einmal die Woche Unterordnung ist ja nun nicht Hundesport. Das schafft jeder nette, kooperative Begleithund.
Zitat
Unsere Ridge Hündin ist was hundekontakt angeht meist auch eher ernst unterwegs, wer nicht auf der Freundesliste ist, der ist automatisch ein Feind
Mehrhundehaltung mit 2 großen starken Hunden (plus dem Aussie), Kind dazwischen und keine passende Auslastung kann auch interessant werden.
Wen du einen Ridgeback-Mix hast, warum dann die Frage nach dem Rottweiler?
Das sind schon sehr unterschiedliche Hundetypen, finde ich. Der Riegeback bringt sehr viel Eigenwilligkeit mit.
Den Willen, mit dem Menschen zu arbeiten, kann man fördern, aber nicht antrainieren, wenn er nicht da ist.