Beiträge von Limetti

    Ironischerweise wurde sehr sehr lange im DF der Pudel als absoluter Anfängerhund beschrieben und die Fellpflege sei da auch absolut unproblematisch, alle paar Wochen scheren und gut ist.

    das ist vermutlich immer so, wie man es für die Argumentation grad braucht ^^

    Genau! Die sollen einfach mal öfter rausgehen und auch Sport treiben man kann sich ja wohl zusammenreißen! Schließlich waren andere auch schon mal etwas traurig!

    na aber es ist doch bekannt, auch der Rollstuhlfahrer soll sich doch einfach mal ein bisschen zusammenreißen, dann klappt das schon mit dem Gehen.


    Da es aber in dem Thread ja anscheinend eher über wirklich vernachlässigte Hunde geht, die darunter leiden: Das ist gar nicht ok.

    Deswegen arbeite ich zb nicht mehr mit Tieren, wo Menschen mit dran hängen. Ich habe keine Meerschweinnotstation mehr, ich bin keine Hunde(halter)training mehr, weil mich diese Abgründe einfach mit runter in den Abgrund gezogen hätten. Ich bin nicht stabil genug, um das zu ertragen.

    man könnte sich bei einigen Antworten hier auch die Frage stellen: Wieviel Recht hat ein Mensch bei großem seelischen Leid, nicht mehr funktionieren zu können? Oder müssen Menschen in unserer Leistungsgesellschaft tatsächlich immer leistungsfähig sein, funktionsfähig und alles bis ins Detail planen und vorhersehen können?

    Manche sollten über ihre Verurteilungen ein wenig nachdenken, würde nicht schaden. Niemand weiß, wie er in Ausnahmesituationen reagieren würde, solange er sich nicht genau in dieser befindet.

    Ich hab mal eine Doku über den Krieg in der Ukraine gesehen, wo die Besitzer ihre Tiere auf der Straße zurückließen und sich selbst in Sicherheit brachten. Die Hunde fielen also "hinten über". Wow, das tat mir so weh in der Seele und ein "niemals könnte ich meine Hunde zurücklassen". Aber vom Sofa aus im friedlichen Deutschland redet es sich halt leicht.

    Wann es ein zuviel des hinten über fallens wird - dafür gibt es das Tierschutzgesetz. Vieles andere ist persönliche Meinung.

    Vermittlungshilfe ist für mich etwas, was nur hilfreich ist, wenn Sicherheit und Versorgung noch gegeben sind. Also auch ganz allgemein gesprochen, nicht nur auf diesen Fall bezogen. Wenn die Hütte brennt müsste es doch zumindest irgendeine Notlösung für den Übergang geben.

    Das ist dann aber meine Verantwortung als Käufer, warum sollten andere nach Jahren die Verantwortung für mein Tier übernehmen, nur weil sie irgendwann den Verkauf tätigten?

    Also da muß schon ich als Tierbesitzer für eine Notlösung schaun und nicht bequem denken, ach die Orga oder der Züchter kümmern sich dann schon, wenns bei mir nicht mehr geht. Wäre für den Besitzer natürlich der bequemste Weg, und der wird heutzutage ja gerne vorausgesetzt, aber wie gesagt, mein Tier, meine Verantwortung.

    Ernstgemeinte Frage: Findest du es wirklich, dass ein guter Züchter in der Lage sein muss, jeden beliebigen ‚seiner‘ Hunde jederzeit zurückzunehmen?

    nein, das bezog sich auf die Selbstverständlichkeit, die Sunshinelady voraussetzt. Ich finde, eine TschOrga sollte einen Hund, der vermittelt wurde und dann passt es nicht, Besitzer kommt nicht klar, in den ersten Monaten zurücknehmen können, man sollte den Besitzer nicht mit dem Problem sitzen lassen. Genauso sollte ein Züchter in der Lage sein, einen Welpen zurückzunehmen, wenn die Besitzer der "Welpenblues" erfasst oder sonstige Umstände eintreten, warum der Welpe nicht behalten werden kann.

    Ich würde aber weder von Züchter noch vom Tierheim erwarten, daß sie meine Hunde nach einem Jahr oder länger zurücknehmen. Wobei Züchter und Tierheime/Orgas, sicherlich gerne behilflich sind bei der Vermittlung.

    Aber ich seh das schon so: Hund gekauft, meine Verantwortung.

    Wir beide wissen leider gerade gar nicht weiter. Einerseits macht es uns Angst wie wenig sie trinkt & isst, aber auch wie viel Panik sie hat sobald wir "näher" kommen und raus wollen. Deswegen wollte ich einfach mal fragen, ob ihr irgendwelche Tipps habt, wie wir ihr das Ankommen bei uns erleichtern können bzw. was ihr helfen könnte.

    Es ist halt ehrlich gesagt immer eine schlechte Kombi: Total verstörter Hund und Halter, die nicht mehr weiterwissen und nach irgendwelchen Tipps fragen. Es kann übers Internet keine seriösen Tipps geben. Wichtig sind Gespür für den Hund, erkennen der Körpersprache, Sicherheit geben durch Zuversicht und Durchschaubarkeit, Distanz, aber auch das Gespür zu sehen, wann kann man es mit Nähe versuchen, wann zerstört ein zuviel das Vertrauen.

    Die eigene Unsicherheit im Umgang und das nicht spüren, was man machen kann und was nicht, spürt auch der Hund. Ich hatte schon mit einigen Angsthunden zu tun - und jeder war anders und brauchte was anderes und benötigte andere Hilfen. Da gibts eigentlich nicht wirklich Tipps, außer: Lerne, hinzusehen und hineinzufühlen und suche dir ab sofort einen vernünftigen Trainer mit Ahnung (und die sind sehr viel schwerer zu finden als Du denkst ;-) )