Also mein Hund war auch ein indolenter „Durchbeißer“, sie hätte bestimmt noch Wochen oder sogar Monate irgendwie „ausgehalten“. Und ihr Herz-Kreislaufsystem war noch so gut, sie wäre von dem her vermutlich noch Jahre nicht „von selbst“ gestorben. In ihren Augen habe ich auch nichts gesehen, sie konnte immer noch ihr Welpengesicht machen, wenn sie spielen wollte (aber nicht mehr konnte, weil ihr muskuloskelettales System und ihre Koordination sie im Stich gelassen haben).
Ich glaube, wenn man sich immer öfter fragt, ob es nicht langsam Zeit ist, dann wird es langsam Zeit. Aber der Entschluss braucht eben auch etwas Zeit um zu reifen. Und kurz nachdem ich unsere Hündin einschläfern ließ, war ich noch so traumatisiert, dass ich zu meinem Mann gesagt habe „das nächste Mal warten wir bis zum letzten Augenblick“ - aber im Hinblick auf das Tier ist das natürlich nicht fair. Aber ich weiß, wie schwer es ist und es hat sich für uns auch nicht „richtig“ angefühlt, wir hatten einfach das Gefühl, es sei nötig, bevor sie noch schlimmeres durchleiden muss… aber ein erleichterndes Gefühl der „Erlösung“ hat sich leider nicht eingestellt.
Deswegen kann ich jedes Zögern, jedes Hadern, jedes Zaudern so gut verstehen.