Beiträge von Imzadi

    Ich kann nur inständig bitten den Hund ernst zu nehmen. Das bedeutet nicht, das er böse oder schlechter als andere Hunde ist, nur dass er ein speziell wachsames Auge und entsprechende Sicherung braucht. Er tut nur, wofür er geschaffen wurde, das ist okay, benötigt aber entsprechende Handlungen. Mein dünner 15 kg Pillepallehund hat vor Jahren (schon als Senior) einen Menschen gebissen - warum? Weil wir nicht dachten, dass das in der Ernsthaftigkeit passieren würde und ihn zwar gesichert haben, aber für zwei Minuten im eigenen Garten unaufmerksam waren. Es ging für alle Beteiligten schlussendlich glimpflich ab, aber war ein traumatisches Erlebnis.

    Versucht nicht sehenden Auges darauf zuzusteuern…

    Vielleicht bin ich durch die doch längere Zeit mit Hundesenior etwas eingerostet, aber betrifft das nicht den größten Anteil des Tages? Wenn ich den Hund nicht gerade arbeite oder sonstwie beschäftige, läuft er „nur“ nebenher. Der Alltag eben. Und selbstverständlich finde ich das wichtig, kein Hund kann auf Dauer den ganzen Tag durcharbeiten und nur nachts zur Ruhe kommen.

    Ich fände es auch gut, wenn du an den Fortschritten und Erlebnissen teilhaben lassen würdest. Ich weiß, wie es ist, wenn man plötzlich in diese „Das hat er noch nie gemacht“-Situationen kommt und wie hart es auch ist das Gefahrenpotenzial des eigenes Hundes zu realisieren. Wichtig ist nur, das ernst zu nehmen und den Hund draußen zu jedem Zeitpunkt richtig zu sichern. Wenn der Hund einen Menschen verletzt, kann euer Leben, wie ihr es kennt, vorbei sein. Nicht nur, dass eventuell ein anderer Mensch schwer verletzt ist, nein, auch euer Leben steht damit Kopf und euren Hund kann es seines kosten. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man erst mal nicht wahrhaben will, dass vom eigenen Hund Gefahr ausgeht, und man dazu neigt zu bagatellisieren, aber wenn ihr euren Hund sichert, schützt ihr nicht nur andere Menschen (Hunde, Katzen, etc.), sondern eben auch euren Acqua und damit auch euch selbst. Es ist gut für alle Beteiligten. Leine und Maulkorb werden euren Hund nicht traumatisieren, aber nehmen Druck und Gefahr aus allen möglichen Situationen, in die ihr vielleicht noch kommt.

    Wenn ich so einen Pudel bei der Arbeit sehe, denke ich mir immer mehr: ein kurzhaariger Pudel wäre mein Traumhund. Aktiv, sportlich-athletisch, klug, an Zusammenarbeit mit seinem Menschen interessiert, vielseitig… aber dann mit pflegeleichten Kurzhaar gesegnet. Ich würde mich sofort an dieser Rasse orientieren, gleich first line. Hat alles, was ich an einem Hund gut finde… aber leider kann ich mich für ausgiebige Fellpflege nicht begeistern…

    Ich würde das Huhn auch erst mal getrennt lassen, damit es sich erholen kann (hat es von dem Fuchsangriff eigentlich Verletzungen davongetragen?) und zusätzlich würde ich auch eine Quarantänezeit empfehlen. In der Zeit Sichtkontakt zulassen und wenn es so weit ist, das neue Huhn im Dunkeln auf die Stange mit dazu setzen. Auf jeden Fall dann, wenn am nächsten Tag auch jemand vor Ort sein kann um die Hühner ggf. zu trennen. Ich hab mal einen Kampf aufgelöst, bei dem das unterlegene Huhn sicher getötet worden wäre, hätte ich nicht gehandelt. Ich habe Australorps, Brahma und drei Legehybriden und die Hybriden sind Neuankömmlingen gegenüber gnadenlos. Aber mit o.g. Taktik hat es dann doch immer geklappt…

    Meine Hündin hat aus anderen Gründen hochdosiert Cortison bekommen bzw. später (bis quasi zu ihrem Tode) auch immer wieder einen Stoß. Einzige für mich fassbare Nebenwirkung bei hohen Dosierungen war das vermehrte Durstgefühl. Meine Hündin war allerdings schon knapp 13, als sie das erste Mal Cortison bekommen hat.

    Ich denke schlimmer als eine Cortisontherapie ist ein unbehandelter Pemphigus.

    Es tut mir so leid, dass dein Kimba dir auf so tragische Weise entrissen wurde, das ist wirklich eine traumatische Erfahrung. Eine Sicherheit über die Todesursache bringt nur eine Obduktion.

    Fall es dich tröstet: Da es so ein fulminantes Ereignis war, denke ich nicht, dass ein rascher Hausbesuch deines Tierarztes noch helfen hätte können. Du hast alles für deinen Kimba getan, aber manchmal ist auch die schnellste Hilfe nicht genug.

    Es tut mir so leid. Egal unter welchen Umständen man diesen Gang antreten muss, es fühlt sich immer gleich schrecklich und falsch an. Du hast alles richtig gemacht für deinen Hund. Mein tiefstes Mitgefühl!