Ich bin jetzt ein Stück über der Hälfte in Alchemised und ich glaube, was mich am meisten stört, ist, dass mir die Nebencharaktere einfach alle egal sind. Also wirklich egal. Viel mehr noch: alle unsymphatisch! Es stört mich nicht, wenn schlimme Dinge mit ihnen geschehen, weil ich gar keinen Bezug zu ihnen habe. Deswegen fällt es mir auch schwer, diesen Aspekt von Helenas Motivation nachzuempfinden. Die beiden Hauptcharaktere sind mit sehr viel Tiefe geschrieben, was den Nebencharakteren mMn komplett fehlt. Der "Auserwählte", der Hoffnungsträger des ganzen Volkes, für den man alles geben muss? I couldnt care less. Völlig blass. Außerdem nervt es mich zusehendst, mit welcher Dramatik vieles beschrieben wird. Die Protagonistin kann gefühlt nicht ein Gespräch führen, ohne dass ihr Herz erstarrt, ihre Lunge krampft oder ihre Eingeweide auf eine sonstige Art währenddessen kollabieren. Es heulen Sirenen - und "ihr Kopf platzt beinahe." Es sind Sirenen, du wirst es überleben 
Ich finde das World Building insgesamt stark und spannend, die Stimmung ist bedrückend, die Gefühle über den Krieg werden gut transportiert. Das Buch ist irgendwie ein wenig wie eine hassgeliebte Serie, ich lese es gerne, manchmal geht es mir auf die Nerven, ich find die toxische Beziehung oft grenzwertig (und kein bisschen romantisch), aber aufhören kann ich halt auch nicht 