Ich bin durch "Der Gefrorene Fluss" und "Die Rückkehr der Kraniche". Den Fluss hebe ich mir für den Winterthread auf.
"Die Rückkehr der Kraniche" - Romy Fölck
"Wer einen Kranich sieht, hat Glück. Wer einen Kranich tanzen sieht, hat doppelt Glück."
Dem Gesang der Vögel lauschen. In eine warme Scheibe Sauerteigbrot beißen. Barfuß durchs taunasse Gras laufen. Aber auch Kälte, harte Arbeit und Stürmen trotzen. Bei Wind und Wetter setzt Grete Hansen mit ihrem Boot über auf die Elbinsel, wo sie als Vogelwartin arbeitet. Die Natur ist ihr Zufluchtsort, in der Marsch kennt sie jeden Vogel, jede Pflanze. Sie ist nie fortgegangen, doch jetzt, kurz vor ihrem fünfzigsten Geburtstag, wird dieser Wunsch in ihr immer lauter. Als ihre Mutter stürzt, gerät ihr Plan ins Wanken. Wilhelmines Zustand ist kritisch. Gretes jüngere Schwester Freya reist überraschend aus Berlin an, und auch ihre Tochter Anne kommt in die Elbmarsch. Das Verhältnis ist angespannt – Grete schweigt beharrlich darüber, wer Annes Vater ist. Freya scheint vor etwas davon zu laufen und mit ihren eigenen Geistern zu kämpfen. Und auch Wilhelmine, die Mutter, wahrt ein Geheimnis, das sie nicht mit ins Grab nehmen möchte. Dieses Mal können sich die Hansen-Frauen nicht aus dem Weg gehen, und sie erfahren, dass ein Ende auch immer einen Anfang bedeuten kann.
Uff. Mh. Also, ich wollte nach den vielen doch emotional sehr aufwühlenden Büchern etwas weiches, ruhigeres, sanfteres für die Übergangsphase. Es ist eine Familiengeschichte über die Hansens, und wie sie sich über die Jahre entwickelt hat. Die Beschreibungen von Natur, Umgebung, oder davon, wie Grete ein Brot backt, etwas kocht, den Garten bestellt oder die Vögel besucht sind wirklich, wirklich schön. Wie eine Umarmung und haben mich sehr entspannen lassen. Leider ... fand ich alle Frauen, bis auf Grete und vielleicht Wilhelmine, unfassbar nervig. Besonders Anne, die Tochter von Grete, die im Buch 30 Jahre alt ist, sich aber wie eine 16 jährige, hochemotionale und völlig unreife Person verhält - und das kann ich nicht alles darauf schieben, dass Grete ihr nicht sagt, wer ihr Vater ist. Sie fand ich einfach unangenehm, in der ganzen Geschichte, nicht einmal symphatisch. Freya war da doch angenehmer, und Grete gefiel mir am besten. Insgesamt fand ich die ganze Geschichte allerdings auch recht konstruiert, man weiß sehr schnell, was einen erwartet und große Überraschungen gibt es nicht. Im Grunde habe ich oft gewartet, bis endlich jemand das gesagt hat, was ich längst wusste. Aber es ist entschleunigend, die Atmosphäre wirklich schön und es passt in den Herbst.
5/10