Was ich immer wieder abstrus und zugleich ein Stück weit verständlich finde, ist der (naive und arrogante) Selbstschutz, der in diesen Aussagen inbegriffen ist.
"Also ICH würde ja niemals - deswegen kann mir sowas nicht passieren."
"Also ICH mache ja dies und das - deswegen bin ich gefeit."
"Also MEIN Hund ist ja erzogen - daher...."
Und dann werfe ich einen Blick aus dem Fenster oder ins Forum und in der Realität sind all die perfekten Menschen und Hunde gar nicht so perfekt. Komisch. Da läuft der Hund, der schon dreimal ausgebüxt ist immer noch ohne Leine. Ebenso wie der, der schon zweimal angefahren wurde (woran selbstverständlich die Autofahrer schuld sind und nicht der ungesicherte Hund auf der Straße bzw. der Halter). Da werden Hunde auf dem angeblich sicheren Grundstück überfahren oder rennen weg. Da gibt es mehrfach Beißvorfälle beim gleichen Hund. Da hat Hund A ein bereits bekanntes Problem mit den Faktoren x, y, z - aber Maulkorb ist immer noch nicht drauf, denn es ist noch nichts Gravierendes passiert...
Die ganzen "das hat er ja noch nie gemacht"-Szenen, die kommen irgendwoher. Und bei vielen ist der andere zumindest zum Teil Schuld, sonst müsste man ja vor der eigenen Tür kehren und was ändern.
Menschen sind grandios darin, Fehler bei anderen zu finden. Nur das mit der Reflexion ist schwierig.