es geht mir nicht darum, daß ich meine Ruhe habe, sondern wie sich Menschen halt manipulierbar verhalten. Man muß jetzt biken und hiken und stand paddlen usw usw, weil alle das machen.
Das würde ich gerne noch 1.000 unterstreichen.
Ich denke da war Corona aber auch nochmal ein richtiger "Push".
Generell finde ich die Kritik am "Outdoor-Tourismus" zwar verständlich und auch teilweise berechtigt, aber auf der anderen Seite ... in einer Welt, wo alles schnelllebiger, hektischer und lauter wird, wundere ich mich nicht, dass immer mehr Menschen "Wandern, campen und paddeln" - wieso auch nicht? Es ist eben eine wundervolle Freizeitbeschäftigung. Frische Luft, Wetter, körperliche Betätigung ... es zieht die Menschen eben in die Natur.
Wer entscheidet denn nun, wer das Recht hat in der Natur unterwegs zu sein und wer nicht?
Ich mags ja auch möglichst einsam und ohne Menschen. Aber wer bin ich, dass ich mich über andere Menschen aufrege, die genau das gleiche im Sinn haben wie ich?
Wir waren ja letztes Jahr auch in Garmisch, 2 Tage auf die Zugspitze hochgewandert und den Tag danach am Eibsee. Die Logistik, die allein am Eibsee herrscht war schon abartig. Riesige Tafelanzeigen. Parkleitsystem und unfassbar viele Touris am See. Einsamkeit gabs da nicht.
Aber es war unfassbar sauber und gut organisiert.
Tourismus hat seine Vor- und Nachteile. Es kann die Wirtschaft ankurbeln und Orten zu Aufschwung, Arbeitsplätzen und Reichtum verhelfen - aber es birgt eben auch Nachteile, wie verstopfte Straßen, Umweltbelastung usw.
Schwieriges Thema.
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Ich erlebe es nicht so, dass es Menschen "in die Natur zieht".
Auch das Argument mit dem hektischen Leben und dem Entspannen an der frischen Luft - klingt nett, aber es trifft oftmals gar nicht zu.
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Es geht viel häufiger um den Trend, das Dazugehören, hoffentlich dem Nachbarn/Kollegen/"Freund" etwas vorauszuhaben. Das zieht sich durch alle Lebensbereiche und das begünstigt, dass Menschen einfach nur mitlaufen und weder hinterfragen noch nachdenken noch das Beste für sich machen.
Nimm Hunde: Liegt eine Rasse gerade im Trend, dann ist es egal, ob der Hund (oder überhaupt ein Hund) ins eigene Leben passt. Die Vertreter der armen Trendrasse sind plötzlich überall. Und dann oftmals ebenso schnell wieder weg.
Corona: Plötzlich musste jeder einen haben.
Kleidung: Irgendwas liegt im Trend, egal wie albern, egal wie unpraktisch, egal wie wenig es zur eigenen Person und der eigenen Figur passt - die Kleidungsstücke verbreiten sich wie Lauffeuer.
Fleischfreie Ernährung: Es ist noch nicht lange her, da waren Vegetarier und Veganer Lachnummern, eine Nische, wir hatten sie nicht mehr alle. Wirf mal ganz kurz einen Blick in den Kochthread oder in einen Supermarkt. Mit einem Schlag ist das der letzte Schrei, und wehe, du machst nicht mit.
Und die Liste lässt sich noch lange fortsetzen.
Das hat nichts, aber auch nichts damit zu tun, dass auf einmal alle den gleichen Geistesblitz haben. Aktuell zieht es auch nicht alle in die Natur. Es hecheln wie in allen anderen Bereiche (und das seit langer Zeit) nur viele einem Trend hinterher. Dann stehen sie eben zig Stunden im Stau, weil ein Gebiet gerade IN ist. Und obwohl sie den gleichen Spaziergang, das Klettern, das Paddeln, das Biken auch 20 Minuten von der eigenen Haustür entfernt hätten machen können. Aber das klingt halt nicht so cool im Moment. Noch viel uncooler ist es, wenn man zu Hause bleibt und sich dort tatsächlich entspannt, anstatt ewig zu fahren und etwas zu machen, worauf man eigentlich keinen Bock hat.
Ja, da erlaube ich mir tatsächlich Urteile und meine Meinung. Weil ich von erwachsenen Menschen mehr erwarte als "Na aber der macht das auch und das ist gerade IN!"
Ich erwarte von erwachsenen Menschen, dass sie ihre eigene Birne einschalten und sich nicht verhalten wie Teenies (wo man das Mitläufertum im Übrigen häufiger kritischer betrachtet als bei Erwachsenen).