Ich finde dieses "Grüßen müssen" und "Danken müssen" reichlich übergriffig, wenn es ins (passiv-)Aggressive umschlägt oder wenn man für sich so viel Entfaltungsfreiheit und Raum einfordert, dass andere einen Kniefall hinlegen sollen, wenn sie irgendwo lang wollen.
Das ist für mich eine seltsame Art der Selbsterhöhung. In dem Moment wo ich meinen Hund, mein Kind, mich von dem Weg / an die Seite räume, damit ihn ein anderer nutzen kann und ein Danke dafür verlange, stell ich es so dar, als wäre es mein Weg und der andere hat gefälligst Zoll zu zahlen. Dabei bin ich ja diejenige, die gerade reichlich Platz auf dem Weg eingenommen hat und damit andere potenziell einschränke.
Je mehr ich darüber nachdenke, desto absurder wird es. Ich behindere einen anderen, beseitige das von mir erzeugte Hindernis und erwarte dafür ein Danke....
Wenn jemand meine Einfahrt zuparkt, ich deswegen warten muss, und er dann sein Auto wegfährt, bedanke ich mich mit Sicherheit nicht. Da frage ich mich, warum das überhaupt sein musste. Aber ich denke mir nicht: "Ach, wie nett, das sollte ich anerkennen."