Beiträge von MoniHa

    Sonst wird immer und überall drauf gepocht, dass man bitte nur gut vorbereitet in die Hundehaltung gehen soll.

    Dafür unternimmt Blubberl gerade den ersten Schritt, indem sie sich im Tierheim angemeldet hat.

    Blubberl, an deiner Stelle würde ich erstmal eine Weile Gassigänger werden, wenn das klappt. Dann siehst und erfährst du direkt, welche Zeiten realistisch sind. 10 Minuten ist nicht Gassigehen, das ist Austreten lassen, wenn du so willst. Das ist ein Toilettengang, aber zählt nicht als Bewegung. In der Zeit hat sich kein Hund warmgelaufen.

    Für dich zum Vergleich, aber eigentlich OT

    Ich gehe mit meinen Hunden: Von aktuell 10 Wochen bis 14,5 Jahren morgens zuallerst raus. Die erste Runde dauert im Durchschnitt 1,5 Stunden. Wenn die Welpen keinen Bock mehr haben, kommen sie in einen Hundebuggy. Das Tempo ist an sie angepasst und für uns alle gemütlich. Die Runde ist knapp 7 km lang. An manchen Tagen sind wir langsamer, an anderen schneller. Im Schnitt normale Schrittgeschwindigkeit. Mittags und nachmittags gibt es kurze Löserunden - das sind die 10 bis 20 Minuten zum Pinkeln. Abends gehen wir nochmal mindestens 45 Minuten. Eher länger.

    Macht in Summe circa 3 Stunden und mindestens 10 km. Falls du jetzt glaubst, das seien Gewaltmärsche - nee, entspanntes, durchschnittliches Spaziergehtempo. Wir sind auch keine Leistungssportler. Weder ich, noch die Hunde. Da sind Welpen kleiner Rassen dabei, die nicht ewig lange an der Leine laufen können oder sollen und ein Kleinhund-Senior mit Herzinsuffizienz und Rücken. Die Hunde geben das Tempo vor und die haben zwischendurch viel Freilauf, laufen also mehr als ich während dieser Runden. Deswegen wundert mich auch ganz immens, dass 10 km hier als schier utopische Distanz dargestellt werden. Das sind zwei Spaziergänge im durchschnittlichen Tempo von je einer Stunde und zwei kurze Löserunden. Kein Marathon und keine lange Wanderung.

    Ich finde es zum Kotzen, wenn die "kleinen Begleithunde" immer wieder so dargestellt werden, als würden kleine Runden vollkommen reichen. Das sind keine semi-animierten Plüschtiere, es sind Hunde!

    Die kommen n paar hundert Meter raus - wenn sie Glück haben - und dann wundert sich Gott und die Welt, warum es kleine Kläffer sind, warum sie so oft Probleme mit Herz, Übergewicht und Bewegungsapparat haben. Newsflash - die Hunde sind gnadenlos unterfordert und untertrainiert, wenn man sie behandelt wie Sofakissen, die blöderweise zum Lösen nach draußen müssen.

    Und nein, dass sind keine glücklichen Hunde. Auch dann nicht, wenn man in der Bude mal ein Bällchen wirft oder zwei Tricks übt.

    Die immer wieder zu empfehlen, weil die vermeintlich nichts brauchen - selbst in Situationen, wo einfach kein Tier passt - find ich absolut daneben.

    Genauso wird hier ja von einigen argumentiert: Klein, braucht keine Bewegung, passt.

    Nur, weil eine vollkommen unzureichende Haltung in Hinblick auf die Bewegung so gerne mit den armen Kleinhunden praktiziert wird, ist das noch lange nicht okay. Geschweige denn gut. Dafür dann auch noch Werbung zu machen in einem Hundeforum (!!!) :no: . Das macht mich traurig und wütend zugleich.

    Mal noch bezüglich Welpen und zusammen mit dem Kondition aufbauen.... Den Zahn möchte ich gerne allen ziehen, die denken, ach, mit denen kann man ja eh nicht viel machen.

    Das stimmt. Man kann nicht lange am Stück was machen. ABER: man muss zig mal rausgehen. Dann machen die nicht immer gleich, sondern gucken in der Weltgeschichte rum oder schnuppern eine Million Grashalme ab Sie machen einen Blödsinn nach dem anderen. Man muss alles 12 Millionen Mal verbieten, umlenken und ist nur am Aufpassen. Das schlaucht körperlich und geistig.

    Und der bedeutende Unterschied zwischen erwachsenem und in dem Fall gesundheitlich angeschlagenem Menschen und einem gesunden Welpen - der Welpe legt sich zwei Stunden hin und pennt. Danach hat er wieder die geballte Energie von 5 Duracell-Hasen und 12 Red Bull. Der Mensch nicht. Ich spreche aus sehr umfassender Erfahrung... :sleep:

    Als Mensch geht man da gelegentlich auf dem Zahnfleisch. Da bringt so mancher erwachsener Hund deutlich weniger Hummeln im Hinter mit.

    Außerdem binden sich Katzen ja niemals so an den Menschen wie Hunde. Katzen können gut auf Menschen verzichten, während der Hund einen ja quasi anhimmelt.

    Nein, nein und nein. Das sind Märchen. Es gibt Hunde, die scheißen auf dich und gehen mit jedem mit oder finden alle Menschen doof. Es gibt Katzen, die sind dein Schatten, hören besser als mancher Hund und sind definitiv verschmuster und anhänglicher.

    Lern viele Tiere kennen, vielleicht auch nicht nur Hunde. Alles, was du jetzt an Erfahrungen und Wissen sammelst, kommt dir und deinem Tier zugute.

    Ich würde dir empfehlen: Setz dich hin und mach einen Plan. Wie viel hast du pro Monat übrig? Ganz realistisch. Wie viel kannst du pro Monat ansparen/ für einen Hund aufwenden?

    Dann mach dir eine Liste für die Ausgaben, die ein Hund mit sich bringt. Futter, Ausstattung, Steuer, Haftpflicht und Kranken-/OP-Versicherung, grundlegende medizinische Versorgung, für die du in Vorleistung gehen musst oder die gar nicht von der Versicherung getragen wird. Was bleibt von deinem Geld übrig? Was kannst du wirklich realistisch ansparen, bevor und während der Hund bereits da ist?

    Es gibt hier einige Threads, wo Hundehalter die monatlichen, wöchentlichen, jährlichen Kosten für ihre Hunde auflisten. Das ist als Orientierung nicht verkehrt.

    Mach dir einen Plan für die Bewegung. Du sagst, alleine rausgehen ist sinnlos. Ist es nicht. Betrachte jeden Schritt, jeden Meter, jedes bisschen aufgebaute Kondition als etwas, das du jetzt schon für einen Hund machst. Du arbeitest damit auf ein Ziel zu. Jeden Tag eine halbe Stunde - danach jeden Tag 45 Minuten - dann eine Stunde. Setz dir Teilziele.

    Du hast bereits viele tolle Tipps erhalten. Notier sie dir und probiere es aus.

    Sprich Hundehalter einfach mal so an. Das ist ohne eigenen Hund tatsächlich oftmals leichter, denn nicht alle Hunde sind verträglich und nicht alle Halter wollen Kontakt an der Leine. Die weichen anderen Hundehaltern eher aus. Das Problem hast du (noch) nicht. Du kannst einfach hallo sagen und Interesse bekunden. Dabei verschiedene Hunde und Halter kennenlernen ist ein netter Bonus.

    Lies dir Wissen an, lern die Hundesprache, sei Zaungast bei Hundeschulen - damit hast du eine ordentliche Grundlage für einen Vierbeiner.

    Schaff dir eine ordentliche Basis für einen Hund - das geht. Mach dich selbst zu einem tollen Halter, bevor ein Hund einzieht.

    lorri - anderen fehlende Empathie zu unterstellen, ist hier vollkommen unangebracht.

    Es geht um das Gesamtbild, das einige sehen, aber du offensichtlich ebenso wenig wie die TE.

    Einen Hund anzuschaffen bedeutet eine enorme Verantwortung. Das gilt zumindest dann, wenn man sich der Verantwortung bewusst ist und dieser gerecht werden möchte. Nehmen wir einfach mal diese drei Punkte:

    - finanzielle Absicherung

    - Fremdbetreuung im Krankheitsfall/bei Verletzungen

    - körperliche Auslastung

    Hier soll ein Hund angeschafft werden, der in den ersten Jahren nichts haben darf. Dein Argument, Obdachlose haben auch Hunde.... uff. Weißt du, wie schlimm das ist, wenn jemand wirklich an seinem Hund hängt und nicht zum TA gehen kann, wenn was ist? Wenn er dabei zusehen muss, wie sein geliebtes Tier leidet, weil das Geld fehlt? Oder er es im Anschluss beim TA oder in der Klinik lassen muss, weil er die Rechnung nicht bezahlen kann? Vorausgesetzt, das Tier wird überhaupt behandelt.

    Das ist für alle Beteiligten furchtbar.

    Die TE ist laut eigener Angabe körperlich stark eingeschränkt. Atemprobleme, maximal eine Stunde langsames Gehen mit Pausen. Kommt da auch nur eine Erkältung drauf - was dann? Hält der Hund so lange ein, bis es wieder geht? Krankenhausaufenthalt - wer kümmert sich? Freunde gibt es nicht wirklich. Von Plänen für menschliche Krankheitsfälle lese ich hier auch nichts, obwohl der aktuelle Gesundheitszustand bereits suboptimal ist und danach schreit, Notfallplan A bis D für ein abhängiges Lebewesen parat zu haben.

    Geistige Auslastung ist wichtig, keine Frage. Aber der Körper darf dabei nicht zu kurz kommen. Ausreichend Bewegung ist nicht nur für einen gesunden Bewegungsapparat essenziell. Kann die Auslastung hier in diesem Fall gewährleistet werden, wenn es alleine schon nur für die Stunde mit Pausen im Gehen reicht? Realistisch betrachtet: Nein.

    Zu deinem Einwand, bei ICH WILL ABER, würde nicht vorher die Frage gestellt werden: Doch. Klar. Wenn man sich mit Huskys beschäftigt und sich selbst realistisch einschätzt, kommt man nach 5 Minuten zu dem Schluss, dass es nicht passt. Dennoch wurde es bei einem Züchter versucht. Der Züchter sagt ebenfalls, dass es nicht passt. Also hofft man im DF auf Antworten, die zum Wunsch passen und redet auch hier alles schön.

    Für mich gehört zur Empathie und zu einer ehrlichen Empfehlung, dass ich nicht auf Eierschalen tanze, alle berücksichtige und Tacheles rede. Was bringt es der TE oder dem künftigen Hund, wenn hier ganz offensichtlich fehlende Voraussetzungen und Risiken verheimlicht oder klein geredet werden? Nichts. Außer sehr wahrscheinlich Leid auf beiden Seiten. Auf Seiten des Hundes in jedem Fall. Wenn es nicht passt, passt es einfach nicht. Das lässt sich ändern, indem man spart, ein soziales Netzwerk aufbaut, sich mehr bewegt, sich erstmal mehr Wissen und Erfahrung aneignet. Man kann es passend machen. Man kann die Voraussetzungen schaffen. Wenn man denn will.

    Aber hier soll nicht die beste Basis für den Hund geschaffen werden. Hier soll der Hund Probleme lösen. Das kann und sollte man nicht schönreden, denn diese Probleme kann kein Hund bewältigen, wenn es der Mensch nicht gebacken bekommt.

    Obendrauf kommt dann noch Husky oder Akita, weil die "faszinierend" sind. Anderes Wort für "mir geht's nur um die Optik und, dass andere meinen Hund bewundern".

    Wer bei diesen Voraussetzungen allen Ernstes ein Tier empfiehlt, tut damit weder Tier noch TE einen Gefallen. Aber Hauptsache man klang nett und hat nicht nein gesagt und mal offen gesprochen.

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    Der Hund ist 13 Jahre alt und hat Rücken und Hüfte. In diesem Raum befindet sich eine riesengroße Physioliege, auf der er bequem schlummern kann. Hat er schon getan. Oft. Die Liege ist auch so niedrig runter gefahren, dass er einfach draufklettern kann. Warum also quetscht er sich in diesem winzigen Sessel zusammen? :roll:

    Vielleicht ist ihm darauf wärmer, weil alles enger. Oder vielleicht ist es die männlichste Antwort aller Zeiten: Weil er es kann.

    Ich hole mir einen sportlichen Hund, dann muss ich raus!

    Ja, Hunde mit hohem Energielevel... Das wäre fatal...
    Da hast du uneingeschränkt recht.

    Aber die Menschen treffen die Entscheidung und da sollte man so ehrlich zu sich selbst und zu anderen sein, wenn die Situation und die eigenen Einschränkungen es einfach nicht hergeben. Übergewicht kann man reduzieren. Kondition lässt sich aufbauen. Auch ohne eigenen Hund. Soweit sollten Vernunft, Tierliebe und Verantwortungsbewusstsein reichen.

    Wenn es danach ginge, fehlt das Verantwortungsbewusstsein bei ganz vielen Menschen. Jeder hat ja so seine Hundekontakte... Da gehen leute teilweise Vollzeitarbeiten und das Tier ist daheim. Die Gattung ist sehr häufig vertreten, oder generell, sind Hunde oft allein in Wohnungen.
    Oder wenn man älter wird und nicht mehr so gut laufen kann, muss man sich dem Verantwortungsbewusstsein auch stellen, jeder, der Hunde hält. Weißt du wie viel ältere Menschen ich sehe mit Welpen, die richtig Power haben?
    Wie viele gehen denn mit ihren Jagdhunden auf Fährte oder Maintrail? Wie viele arbeiten mit ihren Mali? Die Hunde sind doch oft nur Grundstücksdekoration... Wenn du einen Hund artgerecht halten willst, kannst du es dir zeitmäßig eigentlich nicht leisten arbeiten zu gehen. Schon allein, weil Hunde Rudeltiere sind.
    Ich glaube,.. nur die wenigsten können ihren hund artgerecht bedienen

    Und die Quintessenz daraus ist jetzt? Wenn es so viele andere auch nicht richtig machen, passt das schon?

    Macht es das weniger schlimm für die Hunde, wenn wir immer die schlechtesten Beispiele und Vorbilder nehmen?

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    Mal Butter bei die Fische für diesen Fall: Finanzielle Rücklagen "Hund kostet in den ersten Jahren ja nichts und man kann ja sparen" - jaaahaaa. Sparen kann und sollte man schon vor dem Hund.

    "Ohne Hund ist rausgehen sinnlos - aber ich will Kontakte" - Wenn ich Kontakte zu Menschen will, hab ich drölfzig Möglichkeiten. Ganz ohne Hund. Oder mit Hunden, nur ohne die komplette Verantwortung zu tragen. Wie gesagt, das ist eine Ausrede.

    "Kann eine Stunde spazieren mit Pausen" - wie gesagt, jeder halbwegs fitte Hund passt da nicht.

    Ältere, kleine Hunde werden auf der Hundewiese - die es ja aufgrund der Menschen dort unbedingt sein muss - gerne übertrampelt. Passt nicht.

    Gesundheitlich eingeschränkte Hunde kosten fortlaufend. Passt nicht.

    Bei kleineren, älteren, eingeschränkten Hunden, die sich nicht mehr so schnell und so weit bewegen können oder wollen, muss man auf das Umfeld aufpassen und schützen. Dafür muss man körperlich in der Lage sein. Außerdem ist man dann auch nicht mehr weit unterwegs, trifft also weniger Menschen.

    Was ich hier lese ist: Ich will keinen Aufwand, ich will vorher nichts leisten müssen, und der Hund beschert mir Freunde. Hunde kosten am Anfang nichts und ich kann zwar gerade so 5 km mit Pausen schaffen, aber so n Husky geht doch, ne. Das passt schon.

    Das ist keine Tierliebe, das ist kein Verantwortungsbewusstsein oder auch nur ein Funken Vernunft. Das ist eigensüchtig und unreif.

    Wenn du dich mit Menschen unterhalten möchtest: Dafür gibt es zig bessere Möglichkeiten. Such dir einen Verein. Eine Gruppe. Ein Ehrenamt.

    Wenn du rausgehen willst: Geh raus. Besuch Hundewiesen, frag beim Tierheim nach, frag bei Hundesportvereinen. Geh spazieren - jeden Tag länger.

    Dafür brauch ich einen Hund: Das ist eine Ausrede.

    Sich einsam zu fühlen ist keine Schande, das geht vielen so. Anschluss zu finden ist schwierig. Das geht ebenfalls vielen so. Aber es ist möglich, wenn man denn will. Der Hund als Allheilmittel oder damit es an der Hundewiese nicht armselig wirkt... Da fehlen mir gerade die Worte, bei so viel Anspruch an ein Lebewesen und so wenig bieten können.