Beiträge von MoniHa

    Wenn der Hund so extrem beim Thema alleinbleiben und vermutlich stark fixiert auf die Halterin ist, würde ich mich zusätzlich auf eine schwere und lange Eingewöhnung gefasst machen.

    Kann auch sein, dass dann gebellt, an der Tür gekratzt und versucht wird, abzuhauen. Würde mal nachfragen, ob Fremdbetreuung bereits bekannt ist und wie sich der Hund dort verhält.

    Die Story vom geliebten Hund, der ach so pflegeleicht ist und doch abgegeben wird, obwohl man das bei einem geliebten Tier mit Dogsitter versuchen würde, würde ich mit Vorsicht genießen. Klingt eher nach Desinteresse. Und wenn das der Fall ist, ist auch die Aussage "ist mit kleinen Runden zufrieden" mit Vorsicht zu genießen. Erschließt sich mir gerade eh nicht: Der Hund zerlegt die Bude, bellt am Stück, aber ist angeblich ausgeglichen, trotz der kleinen Runden??? Da wird für mich insgesamt kein Schuh draus. Der Hund ist lästig und soll weg, weil er bisher auch falsch gehalten wurde. So klingt das für mich.

    "Sie ist doch noch ein Baby"

    1. Nein, ist sie nicht. Sie ist ein 5 Monate alter Jungspund, der gerade für andere Tiere akut problematisches Verhalten an den Tag legt und sich von dir jetzt schon nichts mehr sagen lässt.

    2. Wann gedenkst du denn, mit der Erziehung zu beginnen? Mitten in der Pubertät? Dann so mit 5? Wenn die erste Katze unsauber wird aus Stress oder die erste Katze ebenfalls aggro wird, weil einmal zu oft in die Ecke getrieben? Oder, wenn May die erste Katze erwischt und verletzt?

    3. Direkt am Anfang und kontinuierlich Grundregeln zu etablieren und durchzusetzen ist das Beste, was du machen kannst. Für dich, für die Katzen, für den Hund. Was sie am Anfang lernen und was immer wieder eingefordert wird, ist für sie ein verlässlicher Rahmen. Da muss man nicht jahrelang immer wieder drüber diskutieren. Das sind die unumstößlichen Grundregeln des Zusammenlebens, die allen Sicherheit geben. Und die MÜSSEN sitzen, wenn wie von dir erhofft - Katzen und Hund Freunde werden sollen.

    Und jetzt denk mal bitte drüber nach: Deine Katzen haben ihr Verhalten nicht geändert. Die waren von Anfang an freundlich. Aber die dürfen dank dir die Arschkarte ziehen. Die waren Freunde und jetzt sind sie Beute.

    Das lässt du durchgehen.

    Nicht okay.

    Ich hab auch gerade Welpen und jetzt Welpen und Jungspunde bis hin zum Senior. Mir ist scheißegal, wer älter oder jünger ist, mir ist scheißegal, wer zuerst da war - wer sich daneben verhält, bekommt die passende Ansage. Der wird nicht noch betüdelt, weil ist doch noch so klein/schon so alt. Zum Zusammenleben - und das zwingst du deinen Tieren auf - gehören klare Regeln für alle. Und die musst du durchsetzen.

    Hat mit Schlagen oder in den Boden schreien gar nichts zu tun. Hat was damit zu tun, authentisch klare Linien zu ziehen und das Verhalten sofort zu binden und nicht noch dabei zuzuschauen.

    Hast du eine Zahnzusatzversicherung oder die Möglichkeit, noch eine abzuschließen?

    Nein und da der Schaden schon da ist und die Behandlung auch teilweise angefangen, ist die Chance sehr gering.

    Ich hatte da auch vor einer Weile mal bei einem Zahnarzt nachgefragt und er meinte, das wäre nun eigentlich zu spät.

    Informier dich trotzdem mal noch. Meine Mutter hat sehr spät eine abgeschlossen - lohnt sich trotzdem. Bleibt ja oft nicht bei dem aktuellen Problem. Sie bezahlt extrem wenig und hat trotzdem eine hohe Deckung.

    Hast du eine Zahnzusatzversicherung oder die Möglichkeit, noch eine abzuschließen? Einfach, um generell die Kosten zu senken?

    Aber ständig eine Leine dran haben nervt den Hund doch, oder?

    Ich will May jetzt auch nicht komplett einschränken, also jede Kontaktaufnahme unterbinden klingt ein bisschen extrem. Ich will ja das sie Freunde werden. Und immer trennen geht ja auch nicht. Katzenzimmer ist nicht möglich, da meine Wohnung dafür zu klein ist. Ich könnte höchstens das Bad anbieten, da May da sowieso nicht reingeht.

    Und aversiv auf den Hund einwirken möchte ich nicht. Ich fühle mich schon schlecht, wenn ich etwas lauter werde, obwohl ich merke, dass May das nicht kümmert, sie macht einfach weiter.

    Gerne würde ich noch hören wie man das auch nett lösen kann mit umlenken oder Alternativen.

    Vielleicht mit Leckerlies arbeiten und mit positiver Verstärkung?

    Du kannst die Tiere nicht darauf trimmen, dass sie Freunde werden.

    Du kannst und solltest als Halter aber dafür sorgen, dass sie friedlich in der gleichen Wohnung leben können. Dafür muss der Hund lernen - und zwar jetzt und nachhaltig - dass die Katzen weder Spielzeug noch Beute sind. Das sind Familienmitglieder, deren Stress du übrigens gerade hinnimmst. (DAS ist nicht nett! Mal laut und deutlich korrigiert zu werden ist was anderes, als im eigenen Zuhause ständig auf der Flucht zu sein. Dem Hund willst du laut und deutlich nicht zumuten, bei den Katzen schaust du zu, wie sie seit Wochen gegängelt werden. Mach dir das bitte bewusst.)

    Hausleine ist ein Hilfsmittel, das du vorübergehend nutzen kannst und solltest. Der Hund hat im Katzenbereich nichts verloren. Punkt. Das ist der Katzenbereich.

    Ruf den Hund ab, wenn er Anstalten macht. Kommt er zu dir: Leckerli geben.

    Hört er nicht, Leine nehmen und wegführen.

    Unterbinde jedes Hinterherstellen, jedes Jagen, jedes Belagern des Kratzbaums sofort! Nicht "Oh, die juckt das gar nicht, wenn ich was sage und sie macht halt weiter". Dann sagst du es offensichtlich nicht so, dass es ankommt. Klarer Abbruch und sofort zu dir. Nicht, die macht dann eben einfach, worauf sie gerade Bock hat. Damit machst du dich als Halter nämlich unzuverlässig für sie.

    So ähnlich mache ich das auch Anirac - ich mache einen Plan für die Woche. Wann gibt es was. So ganz grob, damit ich zum einen passend einkaufe (anstelle von viel unnötigem Zeug) und zum anderen, damit ich die Reihenfolge sinnvoll festlegen kann.

    Dann stelle ich mich am Wochenende in die Küche und bereite vor, was geht. Das klingt nervig und aufwendig, spart aber wirklich Zeit und Aufwand.

    Konkretes Beispiel: Hab einen riesigen Topf Ratatouille gemacht. Gibt's heute mit Fisch aus dem Ofen und Kräuterbutterbaguette. Morgen koche ich dazu einfach nur Reis, übermorgen gibt's den Rest leicht abgewandelt als Pasa-Sauce. Vorbereitende Schnippelei und das Ansetzen heute: nicht einmal 20 Minuten (plus 10 für Fisch und Baguette). Morgen dafür nur 5 Minuten. Übermorgen vielleicht 10. Macht in Summe: 45 Minuten für drei Tage gemüsereiches Essen, das jeden Tag anders ist.

    Während das Ratatouille garte, hab ich Gemüse geschnippelt. Dann noch eine große Schüssel Kräuter-Zwiebel-Quark gemacht - Rohkost und Dip für 3 Tage. Zuletzt Obstsalat gemacht. Lässt sich entweder direkt als Salat essen oder in 3 Minuten in einen Smoothie verwandeln oder in Joghurt oder Quark rühren. Fertig. Hab circa 1,5 Stunden (oder auch zwei Episoden Supernatural) gebraucht und nebenbei sogar noch Hundefutter gekocht. Und die nächsten Tage gehe ich einfach nur an den Kühlschrank und schnipple gar nichts mehr, esse aber trotzdem gesund.

    Am Mittwoch mache ich eine große Gemüsepfanne. Mittwoch gibt's die auf Couscous mit Ajvar. Donnerstag und Freitag als asiatische Gemüsenudelpfanne mit Tofu und als Nudelsalat mit Cashews, Sesam und Teriyaki. Auch da wieder schnippeln und kochen: Einmal für drei Tage und immer unterschiedlich.

    Für mich spielen viele Faktoren eine Rolle. Ich bin umgeben von vielen Tieren aufgewachsen: Hunde immer mindestens drei, meist mehr. Nur einen oder zwei Hunde an der Leine zu haben, ist für mich immens merkwürdig. Jetzt hab ich ein funktionierendes Rudel, alle verstehen sich, spielen auch sehr aktiv miteinander und das, wann immer sie wollen. Das könnte ich einem alleine gar nicht so bieten, weil ich zwar von zu Hause aus, aber dennoch lange und viel arbeite. Mich dann immer mit irgendjemandem treffen zu müssen für Action und Interaktion wäre deutlich aufwendiger.

    Zeit und Finanzen: Ich hab meinen Beruf so gewählt, dass ich zu Hause und flexibel arbeiten kann. Ja, unter anderem aufgrund der Hunde. Damit fällt schon mal Fahrtzeit weg und wenn was ist, bin ich immer da. Teils lassen wir uns Einkäufe liefern, das sind auch nochmal ein paar Stunden "Freizeit", die ich nicht mit Fahren, Parkplatzsuche oder an der Kasse stehen verbringe. Ich habe Hobbys mit den Hunden und ansonsten... Fellpflege erledige ich, wenn ich Serien oder Filme schaue nebenbei. Das ist also keine Extrazeit. Ich betreibe für die Hunde und Menschen Meal Prep, baue viel selbst an. Spart Zeit und Geld. Parcours im eignen Garten. Keine Reisen, Betreuung ist durch Familie und Freunde abgesichert - dafür muss ich also auch nichts ausgeben.

    Die Prioritäten liegen einfach bei den Hunden. Was nicht heißt, dass sie die ganze Zeit im Mittelpunkt stehen, aber zu kurz kommt trotz der Anzahl keiner.

    woher willst du z. B. wissen, dass sie kein Wille hat was zu ändern?

    Mal sehen: Ab Thread 1 - ich will einen Husky. Okay, geht nicht. Ich will einen kleinen Hund, die brauchen nichts. Ich geh ins Tierheim und werde Gassigänger! Geht ins Tierheim und will Hunde. Wird abgelehnt. Ich geh in die Kleinanzeigen! Bei mir zieht ein Hund ein, egal, ob das passt oder nicht!

    Hat sich auf wundersame Weise irgendetwas in dieser einen Woche an den Voraussetzungen geändert? Spontan geht normales Spazigergehtempo? Bluthochdruck verpufft? Atemnot weg? Keine Gefahr mehr, bei der extrem schnell erreichten Überanstrengung zu kollabieren? Mit einem Schlag zig Freunde und Verwandte, die den Hund betreuen? Im Lotto gewonnen?

    Nein.

    Wenn jemand etwas ändern möchte, dann macht er das. Das dauert Zeit. Die Zeit ist nicht da. Der Wille ist nicht da. Bockiges Ich will Hund jetzt sofort.

    Ich für meinen Teil stell mich nicht daneben und klatsche Beifall oder feure noch an, wenn jemand absehbar ins Unglück rennt und dabei noch einen Hund mit zerrt.

    Ganz ehrlich, wie wird hier über jemand geurteilt, den man nicht kennt!

    Du meinst, so wie du gerade urteilst?

    Ich ziehe zu meiner Beurteilung die Angaben der TE heran und das ist:

    - 1,5 bis 2 km pro Stunde mit Pausen sind das Maximum

    - enorme gesundheitliche Einschränkungen

    - nicht für Betreuung vorgesorgt / kein soziales Netz

    - finanzielle Lage suboptimal

    - keine Erfahrung

    - kein Wissen

    - kein Wille sich das anzueignen

    - Ablehnung beim Züchter und beim Tierheim, nicht einmal als Gassigänger geeignet

    - keine Geduld

    - naive Vorstellung von Hundehaltung

    Das hat nichts mit Überheblichkeit, Perfektionismus oder sonstigem zu tun. Bezogen auf diese Angaben einen Hund gut zu heißen - wer schaut denn da gerade weg, obwohl das auf Tierleid hinausläuft? Die Basis fehlt. So simpel ist das. Und der Wille, die Basis zu schaffen ist nicht da. ICH WILL ABER JETZT SOFORT. Mehr ist das nicht. Da kannst du die Übertreibungen von 50 km pro Tag und Perfektionismus getrost stecken lassen.