Beiträge von WorkingDogs

    Da bei meiner Rasse alles kurzfristiger ist, mag ich schon wissen, wie fest ich mit jemandem planen darf

    Gut, das verstehe ich wiederum besser tatsächlich.

    Bei mir war es "damals" halt so, dass ich ein halbes/dreiviertel Jahr angefangen habe zu suchen, ehe der Hund einziehen sollte. Da war die Hündin also noch nicht mal gedeckt und damit stand auch der Vater ja noch gar nicht fest. Und da ich da gerade im Ausland gelebt habe, kannte ich auch die Hündin teilweise noch nicht "in echt". Trotzdem stand ich auf einer Warteliste (waren halt auch die Corona-Zeiten, da kamen teils über 100 Anfragen auf eine Verpaarung). Und so in diesem Sinne stand ich auf Wartelisten von ich glaube vier Züchter*innen (auch verschiedener Rassen sogar).

    Eine (und ihre Hunde) habe ich dann kennengelernt und danach abgesagt, eine kennengelernt und zugesagt - und dann den anderen abgesagt.

    Bei so frühen Anfragen merke ich mir die Leute nur ganz lockerer als Interessent und sehe da noch gar nichts verbindlich. Warteliste führe ich ab Zeitpunkt der Belegung und da frage ich dann nochmal alle ab, inwiefern überhaupt noch Interesse besteht.

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir nie von selber aufgegangen wäre, dass es problematisch ist oder kommuniziert werden muss, wenn man auf mehreren Wartelisten steht. Ebenso wenig, wie ich es problematisch finde, wenn bei einer Zucht längere Wartelisten an Interessenten geführt werden, oder Rechenschaft darüber erwarte.

    Dass ich einen Welpen doch nicht nehme, kann doch tausend Gründe haben und immer passieren, egal auf wie vielen oder wenigen Wartelisten ich stehe.

    Aber da ich hier im Dogforum gelernt habe, dass das wohl bei vielen ein enorm empfindliches Thema ist, würde ich es in Zukunft immer ansprechen, ich will deswegen kein böses Blut.

    Ich denke es ist einfach sehr individuell rasseabhängig. Bei meinen Rassen gibt es sowieso keine monatelangen oder gar jahrelangen Wartelisten. Da gibt es unfassbar viele, gute Würfe und keine Engpässe. Die meisten meiner Interessenten melden sich erst, wenn die Welpen fest erwartet werden (also nach dem Ultraschall). Und ja, da erwarte ich dann in der Tat eine gewisse Verbindlichkeit und biete diese ebenso auch.

    Aber nur weil man etwas nicht so cool findet, gibt es ja nicht gleich Böses Blut. Manchmal ist Ehrlichkeit aber einfach der beste Weg, mir hat zum Beispiel mal einer abgesagt, diverse gesundheitlich und sehr schlimme, nachvollziehbare Gründe vorgeschoben warum es leider doch nicht ging. Ein paar Wochen später sehe ich dann über Social Media dort einen Welpen aus einer anderen Zucht, selbes Alter. Nein, ich bin da nicht böse, ich hab auch genug Nachfrage der freie Welpe war sofort weg. Ich finde es aber einfach super unhöflich und möchte nicht angelogen werden. Einfach ehrlich sein, dann passt das schon.

    Da bei meiner Rasse alles kurzfristiger ist, mag ich schon wissen, wie fest ich mit jemandem planen darf. Das ist auch nicht direkt ein Thema, je nach Begründung lasse ich mich auch drauf ein, aber man selbst muss ja auch planen und auch andere Interessenten wollen planen können.

    Die Preise bei mir äußer ich übrigens direkt im ersten Gespräch.

    Ich habe aber beispielsweise auch keine Reservierungsgebühren, weil ich nicht möchte dass jemand einen Welpen nehmen „muss“ obwohl es dann doch nicht passt. Dann lieber absagen, es kann immer was sein oder nicht passen. Kommunizieren und ehrlich sein, dann passt das schon und man kann über vieles sprechen und weiß woran man ist. Es scheint aber nicht so unüblich zu sein, dass Käufer sehr regelmäßig abspringen aus diversen Gründen, diese Reservierungsgebühr inkl Kaufvertrag wird momentan empfohlen.

    Den §11 Schein muss man auch beantragen, wenn man mehr als 3 fortpflanzungsfähige Hündinnen hält. Dafür braucht man gar nicht aktiv züchten, die gewerbsmäßigkeit (ungleich gewerblich) wird dann einfach angenommen und man hat den Antrag zu stellen.

    Es geht dabei gar nicht nur nach Anzahl der Würfe.

    Entsprechend haben eher Großzüchter diese Erlaubnis. Meiner Meinung nach eine völlig unsinnige Regulierung und steht der nachhaltigen Hundezucht eher im Wege als das es nützt.

    Aus zwei reinerbig schwarzen Labradoren gehen schwarze Welpen hervor.

    Ja klar, aber das steht da ja nicht. Und ein schwarzer Labrador kann eben gelb tragen, aber ein gelber Labrador kann kein schwarz tragen.

    Krass, wurde mir damals genau andersrum kommuniziert. Farbgenetik interessiert mich da ehrlich gesagt nicht. Diente nur als Beispiel weil schwarz ja meistens unbeliebter ist. Ich züchte keine Labbis :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Ja, okay, bei so Zucht-Themen das gebe ich zu, da macht das durchaus Sinn. Ich hatte jetzt eher Arbeitsanlagen etc. im Kopf.

    Manche Dinge sieht man schon, aber da passiert ganz viel sowieso erst später, das stimmt.

    Ich kenne einige Labrador Züchter, die nehmen keine Interessenten auf, die eine Wunschfarbe haben. Ich hab das Gefühl, das hat eher damit zu tun, dass die Züchter das Bedürfnis haben die Zuteilung der Welpen wirklich erst mit 6-7 Wochen zu machen. Wie sinnvoll das ist kann ich überhaupt nicht einschätzen. Ich bin eigentlich der Überzeugung, dass es bei guten Wurfen keine große Rolle spielt welchen Welpen man bekommt.

    Kommt drauf an. Was das Gebäude, Hoden und auch Milchzähne angeht macht das Sinn. Da ist ja selbst 8 Wochen viel zu früh um wirklich Aussagen treffen zu können (bzw. Gebäude Punkt 8. Woche). Aber so kann man zumindest schon mal schauen, dass ein Welpe mit Problemen im Milchgebiss nicht in dem Haushalt landet, der züchterische Ambitionen hat.

    Ich suche für mich auch super spät aus. Kommuniziere das auch so und nehme deshalb bei den Hündinnen auch keine Farbwünsche weil ich keine Lust drauf habe, darauf Rücksicht nehmen zu müssen.

    Ach ja und dann macht man vielleicht ja auch schon den ein oder anderen Gentest als Züchter oder sowas wie Ohrentest/Augentest wo die Ergebnisse erst kurz vor Abgabe vorliegen.

    Zum Glück kann man bezüglich Farbe zumindest bei der ein oder anderen Rasse nach Verpaarungen schauen, die die Farbe hergeben. Der Wurf aus dem mein Hund ist, ist vollständig gelb und das war vorher klar wenn, ich mich recht erinnere.

    Das ist so. Bei zwei schwarzen Labbis weiß man auch dass nur schwarze fallen, da würde man ja auch niemanden annehmen der zwingend einen gelben möchte.

    Verpaart man aber schwarz mit einem Gelben Schwarz-Träger, dann fallen halt auch schwarze, dann kann ich nicht nur Interessenten nehmen die alle zwingend Gelb haben wollen. Funktioniert einfach nicht.

    Und manche Rassen sind sogar so praktisch, da gibt es nur eine Farbe. Rottis zum Beispiel :grinning_squinting_face:

    Ja gut wenn es spezielle Würfe sind ist das dann natürlich ungünstig.

    Aber ich muss immer an den einen Züchter denken bei dem ich auf der Warteliste war. 2 Würfe, 9 Welpen. 8 blaue Hündinnen und komplett schwarzer tric Rüde ohne ein weißes Haar. Also genau das was ich definitiv nicht wollte. Ja dann nehme ich aber auch keinen Welpen davon wenn es absolut nicht passt und ich jetzt nicht speziell diese Verpaarung wollte

    Ich kann die Präferenz auch nachvollziehen, ich nehme ja auch keinen Rüden wenn ich eigentlich ne Hündin wollte und dass keine Rüden dabei sind, kann natürlich immer passieren. Aber als Züchter ist es schon entspannter, wenn die Leute zumindest farblich offen sind. Ich versuche da auch jeden Wunsch zu erfüllen (so gut wie jeder hat Präferenzen), aber man backt nun mal keine Brötchen und steckt da nicht drin.

    Da muss man schon abwägen welche Interessenten man sich leisten kann und wem man ggf. lieber absagt weil die optischen Vorstellungen zu genau sind.

    Es ist bei einem Welpen ja auch nicht gleich schlimm. Aber man hat ja nicht nur einen Interessenten und da muss man seine Warteliste schon so planen, dass es einigermaßen ausgeglichen ist in den Interessen.

    Ich denke um nachvollziehen zu können, warum das mit der Farbe manchmal nervt, dafür muss man mal eine mehrfarbige Rasse gezüchtet haben, wo es deutliche Unterschiede bei der Beliebtheit gibt.

    Ich schau da schon bei der Präferenz, weil es einfach nervt wenn man wochenlang Warteliste führt und einem dann nach der Geburt die Interessenten abspringen, weil die Farbe nicht egal war und der potenzielle Welpe nun die Falsche haben könnte. Und die Wahlrechte gehen ja in der Regel nicht danach, wer sich welche Farbe wünscht. Kann totzdem sein, dass die Erstwahl eine Wunschfarbe hat.

    Kommt natürlich auch auf die Verpaarung an, aber es ist ja schon absehbar, was in welchen Wahrscheinlichkeiten fallen könnte. Meine Erfahrung ist, dass es kaum Käufer gibt denen die Farbe wirklich egal ist, jeder hat Vorlieben, aber Käufer die da sehr eingeschossen sind, sind mitunter aber etwas anstrengend, davon leiste ich mir nicht zu viele, sondern sage dann lieber von vorneherein ab, wenn es sich dabei um die Farbe handelt die eh beliebt ist und vermutlich wenig fallen wird. Möchte der Käufer hingegen bewusst einen Hund in der unbeliebten Farbe oder der Farbe die vermutlich überwiegend fallen wird, dann sieht das wieder anders aus.

    Dass es bei dem ein oder anderen doch nicht passt, damit rechne ich sowieso. Genauso wie der Käufer damit rechnen muss, dass für ihn eventuell doch nichts dabei ist. Aber blöd ist, wenn 3/4 der Warteliste zwingend einen gelben Rüden möchte, aufgrund der Verpaarung aber am Ende nur schwarze Rüden gefallen sind und die dann alle abspringen, weils halt so wichtig war. Jemand der da offen ist hat es dann selbstverständlich leichter.