Beiträge von WorkingDogs

    Viel sinnnvoller wurde ich es finden, wenn man zB die niederläufigen Bracken/Laufhunde, die meinem Verständnis nach ja fast identische Aufgaben haben, zusammen fasst, statt sie immer weiter in Insel Populationen zu züchten.

    Dann gibt es keine Schweizer Niederlaufhunde, Tiroler Bracken, Bayrische Gebirgsschweißhunde mehr, sondern eben niederläufige Bracken.

    Als Beispiel.

    Das wäre auch mein Ideal. Grade getrennte Farbzucht oder überhaupt Farbzucht kann ich nicht verstehen.

    Mit "wie vor 150-200 Jahren" meine ich, daß das Rasse Verständnis eben das ist, was vor Einführung von Crufts und äußeren Rasse Merkmalen praktiziert wurde.

    Ich meine damit nicht die Haltung, wie sie vor 150 Jahren normal war.

    Damit geht ja aber noch mehr einher. Beispielsweise führt auch eine Verbesserung der Ausbildungsmethoden zu einer Verschlechterung der Hunde. Weil man dadurch mehr Hunde in die Zucht bekam, die da eigentlich nicht reingehörten. Dem war man sich in den 90igern schon bewusst.

    Ich sehe auch das wir da handelsbedarf haben, aber in der Realität leider häufig nicht so einfach. Wie gesagt, bei meinen Rassen gibt es die Möglichkeit, es werden auch DSH und Mali gekreuzt.

    Bei Mali ist es mAn etwas schwieriger, durch die vielen Linien und Selektionen wird das Bild da mit Sicherheit verzerrt werden, dort ist enge Linienzucht eigentlich Satz, deutlich enger als ich sie beim homogeneren DSH erlebe, wo es das zweifelsohne aber auch gibt, aber bei 3/3 ist Schluss, nach ZO.

    Das ist dann irgendwie sinnlos, ja. Aber eben auch ein ganz anderes Vorgehen, als es die AH Züchter überwiegend betreiben.

    Ich vermute, der Fokus auf Leistung ist hier ein Faktor, der den Hunden zugute kommt.

    Ja, der Leistungsfokus fehlt. Auch bedingt durchs Tierschutzgesetz und die Mentalität. Belastungen sind strafbar, die Mentalität fehlt einfach. Die Hunde werden ja schon bemitleidet weil sie zur AD 20km Rad fahren sollen. Früher gab es auch im IGP die Palisade noch, heute will man 80cm Hürden. Wenn eine im Winter baden kriege ich Stress mit den Mitmenschen. Die armen Hunde. Wie soll man da noch selektieren?

    Weist du woran das liegt? Sehr kleine Zuchtbasis?

    Zu kleine Zuchtbasis, der Arbeitsbereich ist so gut wie obsolet. Aber auch etwas was ich ungünstig finde, wir haben so viele Rassen mit Kleinstpopulationen, da sind Probleme doch vorprogrammiert. Im Geflügelbereich hol ich mir solche Rassen gar nicht erst ins Haus, das wird nichts, zu wenige Züchter, alles zu eng, die sind nicht robust.

    ??? Sorry, das was ihr schreibt macht alles keinen Sinn. Alaskaner werden in Deutschland gezüchtet. ISDS Border werden in Deutschland gezüchtet

    Ich beziehe mich auf das „gezüchtet wie vor 100 Jahren“.

    Ich weiß, ich finde ja aber auch nicht das hier alles nur schlecht ist. Ist halt total individuell und rasseabhängig was und ob es was zu meckern gibt.

    Ich denke, daß die AHs im Grunde so gezüchtet werden, wie Rassezucht vor 200 Jahren funktioniert hat. Das macht sie spannend und wert angeschaut zu werden, wenn man wirklich Interesse daran hat in der FCI Rassezucht das Ruder noch herum zu reißen

    Wir haben in Europa aber nicht mehr das Leben von vor 100 Jahren und auch nicht mehr die Mentalität oder das passende Tierschutzgesetz. Nur weil es dort funktioniert, kann man das leider nicht 1:1 adaptieren, das gleiche System kann hier zum scheitern verurteilt sein.

    Wie kann es sein, daß man nicht die Notwendigkeit zum Umdenken sieht?

    Was heißt denn für dich Umdenken?

    Ich teste meine Hunde alle auf Inzucht und auch DLA aber man muss das ja auch sinnvoll verwenden und nicht nur Weile grade neu und Hype ist. Ich beziehe diese Untersuchungen natürlich mit ein in die Auswahl, aber nun auch nicht stärker als andere gesundheitliche Parameter.

    Bei einer meiner Rassen geht es grade stark bergauf, bei der anderen bergab. Genetische Diversität bedeuten leider für viele Züchter das mit Hunden gezüchtet wird, die nicht in die Zucht gehören. Fehlende ZZL macht das ganze noch schlimmer.

    Dazu hatten wir in Europa zwei Weltkriege die uns enormes Hundematerial gekostet haben, zusätzlich ist der Bedarf an Arbeitshunden enorm gesunken. Ja, auch das sind Gründe die da mit reinspielen. Der AAH wäre so ein Beispiel dafür das Gesundheit auch im Arbeitsbereich ohne geschlossenes Zuchtbuch schwierig sein kann.

    Unterschiedliche Rassen haben dann auch nicht zwangsläufig stark verschiedene DNA, da hat man gar nicht diesen riesigen Zugewinn.

    Wir auch im VDH offene Zuchtbücher, beispielsweise beim Mali und DSH, sogar im SV wurde das Zuchtbuch im Langstockbereich erst kürzlich geschlossen. Ob die Hunde deshalb gesünder und leistungsfähiger sind wird die Zeit zeigen. Ich denke bei erfahrenen Züchtern geht es ganz gut auf und bei den Hobbyzüchtern wird dabei viel Murks rumkommen. Bei einem Züchter hat man sehr gute Werte, ich beobachte die Hunde und lerne sie auch immer mal kennen, fahre zu entsprechenden Veranstaltungen und vielleicht probiere ich aus einer passenden Verpaarung auch mal einen aus. Ich finde also schon, dass ich offen bin, mit einer gesunden Skepsis. Diese ist auch wichtig, man will sich die eigene Zucht ja auch nicht versauen, Qualität ist super wichtig.

    Merzen und selektieren ist in Deutschland aber auch nicht mehr so möglich wie vor 100 Jahren, da verstößt man nämlich auch wieder gegen das Tierschutzgesetz und als Züchter sollte man sich auch überlegen was man da verkauft, charakterlich.