Alles anzeigenZum Schweizer Schäferhund kann ich jetzt irgendwas schreiben, aber wenn du die Rasse trotz der Größe näher in Betracht ziehen solltest, würde es am meisten Sinn machen, mit Züchtern zu sprechen und Hunde kennenzulernen. Und dort auch direkt die Nervenstärke anzusprechen.
Unser (!) Hund (entspricht sicher nicht 100% dem Standard):
+ für absolut ALLES zu begeistern
+ freundlich gegenüber Fremden
+ moderater Jagdtrieb (trainierbar), kann frei laufen
+ sehr genügsam, alles kann, nichts muss
+ keine Allergien/Unverträglichkeiten bisher
+ pflegeleichtes Fell (es bleibt nichts hängen, verfilzt nicht, muss nur gebürstet werden; Hund wird aber auch gebadet)
+ artgenossenverträglich
+ bleibt problemlos alleine
+ Autofahren kein Problem
+ lernt extrem schnell
+ geprüfter Rettungshund, also ein bisschen was muss er schon können
- haart wie Sau, rund ums Jahr, und „hundelt“ immer etwas, egal wie gepflegt er ist
- kann Reize schlecht verarbeiten (kein Überall-dabei-Hund)
- würde ohne Eingreifen andere Hunde kontrollieren/gängeln
- keine Sportskanone, im Sport nicht „zu Höherem berufen“ (wenn man das will)
- wird niemals lernen, ordentlich an der Leine zu gehen (Hängt mit Reizen zusammen)
- kuschelt nicht
- kein „Will to please“, wobei das ja nicht schlimm ist, aber das denken die Leute immer bei Schäferhunden… es muss sich halt für ihn lohnen
Ich klau mir mal Deine Liste, die ist gut.
Also, für den CdB grundsätzlich gilt es in etwa so:
- für vieles zu begeistern
- misstrauisch gegenüber Fremden, trainierbar,wenn es ausgiebig im Welpen- und Junghundalter trainiert wird, d.h. täglich viele Erfahrungen, so dass es normal ist, ansonsten eher ein "Hau ab, Du hast hier nichts zu suchen, das ist alles meins!!!"
- moderater Jagdtrieb (trainierbar), kann frei laufen
- halbwegs genügsam,
- Allergien/Unverträglichkeiten bisher eher selten
- pflegeleichtes Fell (es bleibt nichts hängen, verfilzt nicht, muss nur gebürstet werden)
- artgenossenverträglich meist nur beim anderen Geschlecht
- alleinebleiben eher schwierig, aber trainierbar
- Autofahren eher schwierig
- lernt schnell, aber sehr situationsbezogen
- haart normal (oder ich sehe es außerhalb vom Fellwechsel nicht)
- kann Reize schlecht verarbeiten (kein Überall-dabei-Hund)
- würde ohne Eingreifen andere Hunde kontrollieren/gängeln
- keine Sportskanone, im Sport nicht „zu Höherem berufen“ (wenn man das will)
- wird niemals lernen, ordentlich an der Leine zu gehen (Hängt mit Reizen zusammen) (bei mir einer von 2)
- kuschelt
- moderat „Will to please“, wenns ihm grad passt und er nichts wichtigeres zu tun hat
Beim CdB ist die Welpen- und Junghundzeit extrem wichtig, da er eine ausgeprägte Angst-/Fremdelphase durchmacht. In dieser Zeit MUSS er mit unterschiedlichen Orten und vor allem ihm fremden Menschen gute Erfahrungen sammeln, denn sonst wird er später nur schwer andere Menschen akzeptieren.
Und bitte nicht vergessen, er ist noch der Allrounder, der früher auch mal der DSH war. Seine ursprüngliche Bestimmung ist
- Schutz des Hauses / Hofes vor Fremden, und das auch gern rabiat, d.h. mit Einsatz der Zähne
- Schutz seiner Herde (meist Ziegen oder Schafe) auch vor Fressfeinden, "Herdenschutzhund light"
- Unterstützung des Hirten bei der Arbeit, Hütehund (durchaus spürbarer Anteil, den ich z.B. deutlich unterschätzt habe)
Ich wollte eigentlich einen großen Rüden vom Züchter, aber mir kam ein privater Notfall aus dem Freundeskreis in die Quere und nun habe ich 2 (für mich kleine, d.h. ca. 55cm) 3/4-CdB-Rüden, die beide in der Welpen- und Junghundzeit nur auf der Finca waren und nur wenige fremde Menschen kennenlernten. Leider hats bei uns dann auch nicht so wirklich hingehauen und deshalb konnte ich / habe ich da nichts mehr geradebiegen können. Und so habe ich heute hier 2 Hunde, die fremde Menschen auf dem Grundstück nicht wirklich dulden. Da geht es dann nur über Management oder sehr langes Training.
Ich habe mit einer Freundin ein dreiviertel Jahr mehrmals die Woche geübt, bis sie allein das Grundstück betreten durfte. Da waren die Jungs gerade mal etwas über 1 Jahr. Und trotzdem musste sie auch später noch immer darauf achten, dass die Hunde nicht hinter ihr waren - dann wurde gern mit Wadenkneifen getrieben.
Klein sind meine Jungs, weil die Mutter (CdB) eine sog. Mediana war - das ist die auch existente, aber nicht im Standard stehende Variante des etwas kleineren CdB. Der Vater war halb CdB, halb Schäferhund.
Einer meiner beiden Jungs ist ein Ein-Mann-Hund - den kann man keinesfalls in eine Familie mit Kindern geben. Der duldet nichtmal den Partner, auch da muss man ein Auge drauf haben und entsprechend eingreifen.
Konsequenz ist ein Muss. Für den CdB muss alles schwarz oder weiß sein. Auf gar keinen Fall darf es "och, wie niedlich, dann darfst Du heute mal ausnahmsweise" geben, denn dann stellt er sofort seine eigenen Regeln auf und hält die auch ein und läßt sich nur sehr schwer wieder davon abbringen. Aso Konsequenz ja, auf jeden Fall und immer, aber keine harte Hand, dafür ist er zu sensibel.
Bei mir gibt es bspw. nichts direkt vom Tisch, immer nur Teller rausbringen in die Küche und dort fertigmachen und geben. Sonst habe ich hier ab dem nächsten Essen Hunde, die mir das Essen in den Hals gucken und immer näher kommen.
Sie sind nicht wirklich bestechlich. Sie nehmen zwar das Leckerlie, verbellen dann aber den Fremden weiter bzw. lassen ihn trotzdem nicht auf den Hof.
Ihre Eigenschaften waren von mir gewünscht und sie selbst (Wurfbrüder) zeigen die beiden Seiten des CdB, sowohl physisch als auch charakterlich, wobei C1 (wie auch eine Schwester von ihnen) eine untypische Hibbeligkeit zeigt. C2 dagegen ist ein echter CdB, nur eben etwas kleiner.
Durch das Hütehunderbe haben sie Probleme, sich schnell bewegende Objekte zu ignorieren. Das geht von Jogger über Fahrradfahrer bis zu Autos oder Zügen, aber auch spielende/rennende Hunde oder Kinder würden sie gern kontrollieren.
Der CdB kann ein wunderbarer Partner sein, aber seine Erziehung ist teilweise mühsam. Ich kann seit diesem Jahr mit meinen Hunden im Freilauf spazierengehen (sie sind jetzt knapp 6 oder 7, muss mal die Impfpässe rausholen), aber mein Teil des Spaziergangs besteht aus ständigem Scannen der Umgebung, ob irgendwo Mensch oder Tier auftaucht. Eine gewisse Portion Eigenständigkeit gepaart mit Sturheit, dazu Territorial und Wach- und Schutztrieb (Schutztrieb nur relativ leicht), da muss ich die Jungs frühzeitig in meinen direkten Einflussbereich zurückholen und (sicherheitshalber) anleinen. Seine Herkunft ist halt: Finca bewachen mit allem, was drauf steht und lebt, und das auch sehr häufig allein! sowie Unterstützung des Hirten beim Schaftrieb. Und dazu gehört nun mal auch, eigene Entscheidungen zu treffen.
Meine Hunde davor waren deutliche einfacher, sowohl was Erziehung als auch mitgebrachte Eigenschaften betraf. Mit ihnen war ein Spaziergang die Seele baumeln lassen, höchstens mal gucken, ob grad Rehe auf den Wiesen sind (leichter Jagdtrieb), mit meinen beiden CdB kann ich das nicht tun, da muss ich die ganze Zeit über 100% bei ihnen sein.
Züchter: ich glaube, in Hamburg ist einer und in Berlin ist, glaube ich, auch einer. Ansonsten auf Mallorca - und da greift dann wieder die Einfuhrbestimmung, d.h. gültige Tollwutimpfung --> mit 4 Monaten einführbar