Beiträge von Massai

    Ich frag mal hier. Ich denke ja auch schon seit geraumer Zeit über einen potenziellen Zweithund nach. Allerdings ist mein Ridgeback-Rüde extrem beschützend. Also ich dachte an was Kleines, da wäre ja bisschen Schutz grundsätzlich nicht verkehrt, oder? Wäre da etwas gleichgeschlechtliches Zweites eventuell besser? Beschützend heißt, es könnte passieren, dass er keinen anderen Hund an das Kleinteil lassen würde, wenn ich das nicht kontrollieren würde (was ich selbstverständlich tun würde).

    Wir hatten so ne gute Phase und jetzt sind wir pünktlich zum Monat Oktober, kurz vor Eros‘ 2. Geburtstag mal wieder so richtig in einer Spookyphase. Heute beim Gassi habe ich gehustet und der Hund ist zusammengezuckt :woozy_face:

    Zuhause ist er sehr schmusig und anlehnungsbedürftig.

    Andererseits ist er draußen sehr rüdig, dominant und männlich, wenn man versteht, was ich meine? Anstrengend.

    Na ich hoffe, die meinst eher den Tibet Terrier und nicht den Tibet Mastiff :dizzy_face:?

    Ich finde, ein Tibet Apso (wie er nämlich eigentlich heißt) passt gut zu Shelties. Sie sind in der Fellpflege aufwändiger und auch in der Erziehung muss man von einem eigenen Willen ausgehen, der sich darin äußert, dass es Momente gibt, wo sie eben lieber machen was sie wollen, ansonsten passen sie auch größentechnisch gut zueinander, finde ich. Tibets können sehr unkompliziert sein, wenn man Sie nicht ständig mit Kommandos gängelt und sie einfach sein lässt, was sie sind. Buddhisten btw :rolling_on_the_floor_laughing:

    Wir haben heute mal einen spannenden Test gemacht. Das Feld ist nun endlich komplett abgeerntet, heißt, man kann wieder gut und weit schauen. Mein Mann und ich sind mit Eros unterwegs, es regnet, keiner aufm Feld. In weiiiiiter Entfernung kommt dann jemand. Ich erkenne Eros allerbesten Freund Tony und Herrchen. Wir gehen ihm also ein Stück entgegen, damit die beiden Hunde ne Runde rennen können. Auf der Hälfte der Strecke mache ich Eros los. Mein Mann läuft mit ihm weiter auf Tony zu, den Eros nat. Längst erkannt hat (allerdings rennen die beiden nie aufeinander zu, sondern machen immer ein Jagdspiel draus, mit fixieren, lauern, anschleichen losrennen usw.). Ich allerdings drehe wortlos um, gehe den Weg zurück und verschwinde hinter einem Baum. Eros muss sich also entscheiden, ob er zu Tony rennt, bei Herrchen bleibt oder Mutti folgt. Naaaaa…. Was tut er?

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    Natürlich rennt er Mutti nach 😂 würde sagen, die Bindung sitzt. Mit Tony spielen, geht ihm nämlich über fast alles.

    Tibet Terrier waren aber keine reinen Hütehunde und sie zeigen auch nur noch Ansätze des Verhaltens, viele gar nicht. Was sie auf gar keinen Fall mitbringen, ist den Willen zu gefallen. Das juckt die null. Die lernen gern Tricks, wenn sie Lust dazu haben, nicht, wenn sie sollen. Die lernen schnell und können zuverlässig abrufen, wenn sie gerade Lust dazu haben. Ansonsten wurden sie eher als Allrounder gehalten, gern auf den Dächern liegend, wo sie gewacht haben, um die Tibet Doggen zu alarmieren, wenn Gefahr drohte.

    Ich kenne so einige RR, die problemlos in der Großstadt wohnen, weil sie gut geführt werden. Da sehe ich auch beim SRT kein Thema. Die Führung ist das A und O bei so einem Hund. Aber eben Hundekenntnis vorausgesetzt. Als Ersthund würde ich niemand einen Ridgeback empfehlen und ich glaube, da steht auch der SRT.

    Ansonsten hat man durchaus auch Vorteile mit einem großen Hund. Ich war mit meiner Bordeauxdogge mal in Kassel. Herrlich, wie alle brav Platz gemacht haben. Keiner hat getraut sie einfach anzugrabbeln. Ich hatte nie so wenig Panik in Menschenmassen.

    Nachteil: die nervigen Fragen. Ey, wasn das fürn Hund? Woher ist die? Wieviel kostet der? Wie hieß die Rasse?

    Nun ja. Große Hunde können auch in großen Städten leben, gut sogar. Mein Fall wäre es nicht.

    Ich glaube, bei der Masse Hund (also Flossi s SRT) bringt ein Brustring nur wenig. Ich selbst habe das nicht probiert, gebe ich zu. Bei uns geht der Weg über methodischen Gehorsam. Sprich, Hund muss verstehen, was ich will und das wird dann konsequent umgesetzt. Notfalls läuft der Hund, wenn er sich in die Leine hängt, auch mal eben 500m so im Fuß. Heißt bei uns quasi hinter mir. Allein sein Kopf darf am Bein sein, nicht die Schulter. Um das zu gewährleisten, blockiere ich ihn mit meinem Bein, sollte er überholen wollen. Das klappt bei uns super. ABER: es kommt natürlich viel auf die Grundbeziehung an, die man hat. Wie ernst nimmt dich der Hund, wie konsequent bist du usw. …

    Eros ist nun mal ein großer, schwerer Hund, darüberhinaus blitzschnell. Deswegen gibt es hier einige wenige scharfe Regeln, die nicht diskutiert werden. Eine davon ist eine einigermaßen gute Leinenführigkeit. Die bei uns nicht bedeutet, dass die Leine am Boden schleift. Sie ist straff und das okay, gezogen wird eben dennoch nicht.

    Richtungswechsel haben bei uns auch gut funktioniert, da war er nach paarmal so genervt, dass er anschließend brav mitgelaufen ist. Und selbstverständlich wird er gelobt, wenn er alles toll macht, gern auch mit Leckerlis. Allerdings ist er sehr sensibel, was vieles einfacher macht.

    Ich sehe das auch als Jagdverhalten. Da braucht es nur auf beiden Seiten einen miesen Tag. Der Hund war vielleicht schlecht drauf, warum auch immer, Frauchen unaufmerksam, warum auch immer. Zack, Hund rennt Joggerin nach und fällt sie an. Würden viele andere Rassen auch so machen, leider sind die genannten Rassen noch einen Tick härter, sprich, die gehen richtig ran und lassen nicht ab. Fehlgeleitetes Beuteverhalten aufgrund multipler Ursachen. Wir erinnern uns an das Pferdevideo, was hier mal gepostet wurde.

    Ich kenne diese Art Hunde auch gut und ich gehe denen konsequent aus dem Weg, egal ob auffällig oder angeblich lammfromm. Ich habe auch schon die schlimmsten Sachen mit dieser Art Hund gesehen.

    Bei solchen Rassen braucht man ein wirklich gutes Selbstbewusstsein und eine stabile Selbstsicherheit. Vor allem aber, muss man die Ruhe bewahren. Wird man schnell hysterisch, reagiert über, gern hektisch usw. ... kann das böse enden. Ich versuche immer möglichst weit zu denken, in jeder Situation. Da das aber sowieso eine starke Eigenschaft von mir ist, fallen mir da viele Entscheidungen und der Umgang mit dem Hund einfacher, z.b. tut sich mein Mann viel schwerer, obwohl wir seit Jahren immer dieselben Hunde haben 😅

    Er ist da eben lascher und das rächt sich dann eben auch manchmal.