Beiträge von Ben_auch_mal_hier

    Deckentraining? Was ist denn damit gemeint? :)

    Damit ist gemeint, dass ein Hund auf eine Decke / in ein Körbchen etc. geht und dort bleibt, bis man es wieder auflöst.

    Dazu kann ich kurz was schreiben:

    Wir haben das Deckentraining mit unserem Junghund auch erst so mit 11-12 Monaten eingeführt, einfach, weil er grundsätzlich von selbst seinen Platz sucht und recht ruhig ist. Aber wenn man mal irgendwo zu Besuch ist, ist es doof, wenn er sich dann u.U. die wertvollen Läufer als Platz aussucht.

    Also haben wir angefangen, ihn - wie übrigens auch unseren Ersthund - in Situationen zu seinem Platz zu bringen, in denen eher eh meist ruht. Das war für ihn einfacher.

    Also wenn wir zu Abend gegessen haben, wurde er zum Korb begleitet, dabei haben wir immer "Decke" gesagt (Decke ist bei uns ein Oberbegriff für den zugewiesenen Platz).

    Haben dann kurz gewartet und ruhig gelobt, wenn er sich hingelegt hat.

    Natürlich stand er irgendwann auf und wollte aus dem Körbchen raus.

    Also haben wir ihn wieder gebracht und "Decke" gesagt.

    Wenn die Zeit vorbei war, haben wir "ok" gesagt, was er schon als Auflösekommando kannte.

    Irgendwann reichte es, kurz "äh!" zu sagen, wenn er rausgehen wollte. Und wenn er das verstand und blieb, kam sofort ein Lob.

    Mit Leckerli haben wir nicht gearbeitet, weil wir bei unserem Ersthund keine guten Erfahrungen gemacht haben (er stand dann die ganzen Zeit unentspannt in seinem Korb und wartete auf eine Belohnung).

    Wir sehen es so, dass die Entspannung die Belohnung sein soll.

    Es hat so 3-4 Tage gedauert, bis er verstanden hat, dass er dort bleiben soll. Das klappt seitdem während des ganzen Abendessens. Selbst wenn die Katze draußen durch den Garten rennt, bleibt er drin und verbellt sie halt von dort aus :-D

    Man muss aber dazu sagen, dass es schon eine Leistung war, quasi von Anfang an recht lange dort zu bleiben. Bei ihm ging das halt, weil er eben recht ruhig ist. Bei einem anderen Hund müsste man das natürlich zeitmäßig so anpassen, dass er es schafft.

    Manche trainieren es so, dass man Leckerli auf die Decke wirft, der Hund natürlich dann drauf geht, um es zu fressen. Irgendwann sagt man "Decke" dazu. Und irgendwann sagt man erst mal nur das Kommando, der Hund geht drauf und bekommt sofort das Leckerli. Und dann wird der Zeitraum ausgeweitet, also von 2 Sekunden bleiben auf 10, auf 30 usw. Aber das finde ich persönlich wegen der Erwartungshaltung unpraktisch.

    Der Hund lernt meiner Meinung nach dadurch etwas ganz Anderes als zu entspannen.

    Lässt ihr denn Eure Hunde im Freilauf zu anderen freilaufenden Hunden hin? Meine packt das nicht, eben weil zu aufgeregt.

    Meistern tue ich es bisher wie gesagt eher dadurch, dass ich recht viel manage und sie wenig selber regeln lasse. Also bei Hundesichtung Fokus auf mich, feste belohnen, Umorientieren üben. Keinen Kontakt zulassen. Wenn es zu Kontakt kommt der nicht vermeidbar ist (Fremdhund kommt ungefragt zu uns) belohne ich es, wenn sie sich an mir orientiert und löse mich relativ schnell aus der Situation. Einfach weil sie im nicht moderierten Kontakt total überfordert wirkt und wild die anderen Hunde und die Halter der anderen Hunde und am Ende noch unbeteiligte Spaziergänger anspringt. Frage mich nur langsam, ob sie wohl entspannter wäre, wenn ich es einfach laufen liesse, so wie die meisten Leute hier

    Also was bei meinem Junghund, der ähnlich tickt wie Deine hilft ist, dass ich mich z.B. erst mal mit Abstand und Leine mit dem anderen Halter unterhalte, bis er sich ein wenig beruhigt hat bzw. bis er mit dem Abstand erst mal etwas schnüffeln und gucken konnte. Dann darf er auch schon mal zu dem anderen Hund hin und dann läuft es ruhiger ab, als wenn er gleich darf.

    Natürlich klappt das nur, wenn der andere Hund eben nicht auf uns zukommt. In solchen Fällen lasse ich es laufen und lobe ruhig kompetentes Verhalten, also wenn mein Hund z.B. einen Bogen läuft.

    Das mit dem Managen finde ich nicht schlimm, man kann es ja sukzessive abbauen, wenn man merkt, dass es besser klappt. So habe ich es bei meinem älteren Hund gemacht, der immer Rambo spielen und die anderen Hunde anrempeln musste. Da habe ich eine Zeit lang viel gemanagt, aber er hat dann verstanden, dass Anrempeln nicht mehr läuft. Jetzt geht er entweder gar nicht mehr hin, oder nur mal kurz zum gegenseitigen Beschnuppern.

    Ich schließe mich an: Abends um diese Uhrzeit war es bei uns auch immer recht schlimm. Egal, wie der Tag gelaufen ist, also ob viel oder wenig Programm war. Zwischen 19:00 und ca. 21:00 Uhr hat er nur rumgekaspert. Da half auch keine Ablenkung.

    Das hörte so mit, hm, 5-6 Monaten auf bzw. wurde weniger. 20 Stunden hat er auch nie geschlafen.

    Für 17 Wochen klingt es schon nach recht viel "ernstem" Programm. Ich würde mir bei den ganzen Kommandos keinen Stress machen, außer es ist etwas, was sie wirklich super gerne macht.

    Aber wichtiger sind echt andere Dinge, dass der Alltag klappt, das Zusammenleben.

    Ich habe verschiedene Superbelohnungen benutzt oder auch mal ein Lieblingsspielzeug, damit es für den Hund auch immer ein wenig überraschend war. Also mal Leberwursttube, mal große Käsebrocken, mal viele kleine Leckerli, die dann verstreut wurden, mal das Quietschie.

    Die Schlepp habe ich letztendlich nicht benutzt, sondern den Super-RR wie den RR beim Welpen aufgebaut: Wenn der Hund eh schon im Begriff war zu mir zu rennen und ich mir sicher war, dass er auch ankommt, dann habe ich gepfiffen und dann gab es die Super-Belohnung.

    Eine der beiden war sehr... umweltorientiert.

    Ich bin damals mit verschiedenen Hunden Gassi gegangen, und die waren alle sehr umweltorientiert. Man muss sich vor Augen halten, dass sie fast den ganzen Tag in ihrem "Käfig" hocken und kaum Reize haben.

    Gezogen haben sie alle ganz schlimm an der Leine und haben sich nicht einmal nach mir umgedreht. Das hat man aber bei einem jungen Hund in der Pubertät höchstwahrscheinlich auch ;-)

    Das wird i.d.R. besser, zumindest mit gutem Training.

    Unserer hat leider auch einige Zeit lang alle Hunde angebellt, die er gesehen hat, aber auch das kann bei einem Hund, den man im Welpenalter bekommt, passieren und auch das wurde schnell besser.

    Du hast natürlich Recht, dass die Chemie stimmen muss. Aber noch mal als Tipp: Alles an nicht vorhandener Erziehung lässt sich sehr schnell nachholen. Wichtig wäre mir persönlich nur, dass der Hund vom Wesen her freundlich ist und nicht irgendein schlimmes Trauma erlebt hat, das sich zu fest eingebrannt hat.

    Ich würde die beiden jetzt erst mal komplett trennen (am besten gar nicht im selben Haushalt aufhalten lassen), bis die OP-Narbe verheilt ist.

    Wie oben schon geschrieben wurde, wirken frisch operierte Hunde sicherlich ganz anders. Sie sind außerdem gestresst und geschwächt.

    Unser Junior hatte auch diese Liebesgefühle dem Senior gegenüber, wir haben das Rammeln und Abschlecken auch nie zugelassen, aber gelitten haben dann beide.

    Nach der Kastration des Juniors war das sofort weg. Junior nervt Senior jetzt wieder so, wie ein Junghund das halt manchmal tut, aber nicht mehr sexuell, und die Beziehung sowie Kommunikation sind ganz anders als vor der Kastration.

    Ich denke nicht, dass es bei Euch alles komplett "gelaufen" ist, weil sich durch die Hormonumstellung ja jetzt wieder was verändert. Ob es besser wird, kann keiner sagen, aber ich würde erst mal abwarten.

    Ich habe damals etwas Ähnliches gesucht und einfach immer die Websites von Tierheimen durchforstet.

    Sehr bald schon lernte ich ihn kennen. Er war zwei Jahre alt, aus einer deutschen Familie und wegen allgemeiner Überforderung abgegeben worden.

    Letztendlich ist er genau das, was Du suchst: Er kommt mit und bei allen (fremden) Menschen klar, bellt nicht dauernd "sinnlos" in der Gegend rum, war noch nie krank (und er ist jetzt 10,5 Jahre!).

    Er ist ein Pudel-Terrier-Mix, hat das Kluge und Sensible vom Pudel und das Kernige vom Terrier. Er ist schon sehr an uns gebunden, bleibt aber sofort auch für einige Tage in Tierpensionen oder bei meinen Eltern.

    Natürlich kann ich ihn Euch nicht klonen, aber ich kann wirklich empfehlen, die Tierheime im Auge zu behalten. Ich durfte ihn einen Monat lang sooft ich wollte besuchen und mit ihm Gassi gehen. Dabei habe ich schon sehr vieles über ihn erfahren, also dass er sehr zutraulich und lieb ist, gelehrig, nicht ängstlich, leider dafür ohne jegliche Erziehung (aber das hat er genauso schnell gelernt wie unser Kleinpudel, den wir seit einem Jahr haben).

    Glück hatten wir auch, weil er problemlos alleine bleiben konnte und gut mit im Auto gefahren ist.

    Unser Kleinpudel hingegen meldet und wacht mehr, ist skeptischer und legt jetzt keinen sooo großen Wert darauf, fremde Menschen kennen zu lernen. Er tut ihnen nichts, aber er würde von sich aus keinen Kontakt suchen. Was sicherlich nicht auf die ganze Rasse zu übertragen ist, aber er ist auch mehr "mimimi" als unser Mischling, wenn ihm mal was nicht passt.

    Sie sind übrigens beide ca. 8kg schwer, einer 39cm, der andere 42cm, was ich echt super finde. Man erkennt sie als Hund, aber kann sie problemlos tragen, falls mal was ist.

    Also unser Junghund ist jetzt 15 Monate und seit er 9 Wochen alt ist bei uns. Wir haben uns sehr viel Mühe gegeben, sind in einer positiv arbeitenden Hundeschule und und und.

    Aber ich denke, mit 10 Monaten wäre er bei einem Halterwechsel auch nicht "ganz normal" gewesen vom Verhalten her.

    Er war der Ruhigste aus dem Wurf und immer eher vorsichtig. Selbst jetzt kann es noch vorkommen, dass er in völlig fremder Umgebung keinen Schritt weiter laufen will, v.a. wenn es ihm auch körperlich unwohl ist (z.B. wenn es kalt ist oder regnet).

    Wie viele schon geschrieben haben: Einfach erst mal in Ruhe abwarten, sie nicht mit zu viel Neuem konfrontieren - weil ja eh alles neu ist - und wenn sie sich etwas eingelebt hat, vielleicht einen guten Junghundekurs suchen.

    Ganz anders war übrigens unser älterer Hund, der mit 2 Jahren aus dem Tierheim zu uns kam. Ab dem ersten Tag war es so, als wäre er schon immer da gewesen. Hunde sind halt sehr unterschiedlich.

    Hm....also wir haben auch einen Pudelmix, und letztes Jahr kam ein Pudelwelpe dazu.

    Der Ersthund war aus dem Tierheim und ist ein sehr, sehr anhänglicher und tendenziell unsicherer und auch recht nervöser Hund, aber hat sich immer sehr gut mit anderen Hunden verstanden (z.B. in der Hundepension, Hunde die zu Besuch waren, andere Familienhunde).

    Daher dachten wir, dass ein zweiter Hund kein Problem wäre.

    Also es ist so, jetzt nach einem Jahr:

    Es war sehr viel Arbeit. Der Junghund liebt den Ersthund, schließlich kennt er es nicht anders. Der Ersthund könnte nach wie vor auf den zweiten Hund verzichten. Bösen Streit gab es nie, dafür sind die beiden zu unterwürfig und auch zu gut sozialisiert, aber es ist eben auch keine beidseitige "Freundschaft", wie Du es nennst.

    Viele Themen, die mit einem Hund kein Problem sind, z.B. nur mittelmäßige Leinenführigkeit oder die Nervosität, sind bei zwei Hunden dann deutlich schwieriger.

    Damit der Ersthund nicht zu kurz kommt und aufgrund unterschiedlicher Bedürfnisse und Interessen ist es bei uns so, dass wir eher zwei einzelne Hunde als "ein Rudel" halten. D.h., es wird oft getrennt Gassi gegangen, weil eben die Bedürfnisse unterschiedlich sind, etc.

    Mit dem Ersthund mussten wir auch noch mal die Leinenführigkeit auffrischen, die einfach passen muss, und mit dem Junior entsprechend auch gut einüben. Also erst alles einzeln, dann getrennt.

    Alleinebleiben muss der Junior mit sowie ohne den Ersthund lernen, sonst fällt einem das irgendwann auf die Füße.

    Futter sollte man auch nicht einfach hinstellen und dann aus dem Raum gehen (bei uns gab es noch nie Futterneid, aber man weiß ja nie!)

    Usw.

    Ich liebe die beiden und finde die Erfahrung, zwei Hunde zu haben sehr schön. Wir haben auch genug Zeit, um uns wirklich um jeden gut zu kümmern, aber ich glaube nicht, dass wir dem Senior einen Gefallen getan haben, zumindest in den ersten Monaten. Und das weiß man vorher halt nie! So begeistert, wie er immer unter anderen Hunden war, hätte ich nicht gedacht, dass er so lange Zeit Schwierigkeiten damit hat.

    Mittlerweile ist es ok, sie liegen auch oft zusammen eng auf dem Hundeteppich, aber dass das jetzt wirklich eine Bereicherung für den Senior ist, glaube ich nicht.

    In vielen anderen Mehrhundehaushalten ist das alles überhaupt kein Problem, insofern ist meine Erfahurng nur eine Einzelmeinung.

    Ich glaube, ich würde an Deiner Stelle mit ihm alleine bleiben, mir für ihn andere Sozialkontakte suchen und es genießen, dass es so gut klappt.

    Diese Hündin hat bei Dir auch spürbar Mitleid erregt. Da muss man auch vorsichtig sein, weil man durch solche Gefühle teilweise nicht mehr rational denkt.

    Ich wurde gerade selbst von einem Hund verbellt (ich war alleine, ohne Hunde). Er war garantiert kein Junghund mehr und hat sich überhaupt nicht mehr beruhigt. Dabei habe ich ihn bewusst nicht angesehen, den Blick deutlich abgewendet und bin einen Bogen gelaufen. Kurz war ich versucht, deeskalierend an einem Busch zu schnüffeln, habe mir das aber erspart :rolling_on_the_floor_laughing:

    Die Halterin hatte einen hochroten Kopf, ich sagte nur "kein Problem, habe selbst zwei Hunde", aber sie hat nicht geantwortet, sondern ist nur schnell mit ihrem Hund auf und davon.

    Da dachte ich dann, dass ich mit meinem Junghund vielleicht doch etwas zu streng bin. Er hat gestern ja kurz erschrocken gebellt, als in der Dunkelheit dieses Pärchen mit dem beleuchteten Kinderwagen auftauchte. Vermutlich ist das halbwegs normal, dass ein Hund da auch mal kurz bellt. Nur bin ich das vom Senior nicht gewöhnt, der in acht Jahren nicht einmal bei Menschen gebellt hat...