Im Pferdesport war es ja auch vor einigen Jahrzehnten mal so, dass man nur ein Pferd mit FN-Papieren als Turnierpferd eintragen lassen (und somit Prüfungen ab Klasse A aufwärts reiten) konnte. Pferde mit ausländischen Papieren konnten gegen eine ziemlich unverschämte Zusatzgebühr (mehrere 100DM) gesondert eingetragen werden, Pferde ohne Papiere waren vom FN-Turniersport früher komplett ausgeschlossen. Das wurde dann auch irgendwann aufgeweicht, und mit der Pferdepass-Pflicht kam dann so langsam die Öffnung, dass nun jedes Pferd auch im FN-Turniersport starten kann und unabhängig von seiner Abstammung einfach mit dem Pferdepass (den jedes Pferd haben muss, und der das Pferd eindeutig identifiziert) als Turnierpferd eingetragen werden kann. Nur ein paar wenige Veranstaltungen (Bundeschampionate für Nachwuchspferde oder Zuchtverbands-Veranstaltungen) sind im Pferdesport heute noch nur für Pferde mit FN-Papieren zugänglich.
Aus dieser Perspektive finde ich es etwas "aus der Zeit gefallen", dass der Hundesport da anscheinend 30-40 Jahre hinterherhinkt und immer noch so einen verstaubten Dachverband hat, der die Teilnahme an Sportveranstaltungen von den "richtigen" Zuchtpapieren und nun auch noch den relativ willkürlichen Zusatzregelungen aus dieser Hannoveraner Erklärung abhängig macht. Klar gibt es eine gewisse Verflechtung zwischen Zucht und Sport, daher ist es schon grundsätzlich sinnvoll, dass ein Zuchverband auch beim Sport mit involviert ist, aber diese Verflechtung gibt es im Pferdesport genauso oder eher noch mehr, und auch da ist mit der "Öffnung" des Sports für papierlose Pferde nicht die deutsche Reitpferde-Zucht den Bach runtergegangen (zumindest nicht, wenn man es rein aus der Sicht von Sporterfolgen betrachtet).
Wäre ich Hundesportler, würde ich mal bei den "FN-kritischen" Reitsportverbänden herumfragen, wie man das damals durchgesetzt hat, vielleicht gibt es da auch für die Hundewelt sinnvolle Anregungen und Erfahrungen?