Beiträge von Clover

    Also hier ist es schon so, dass ich die Beschäftigung auf den Spaziergängen einbaue. Aber halt nicht als "Dauerbespaßung", sondern konzentriertes Arbeiten mit klarem Start und Ende. Wir haben so unsere festen Orte, wo man idR seine Ruhe hat und es übersichtlich genug ist, dass nicht plötzlich ein fremder Hund ins Training krachen kann. Dort laufen wir hin, dann werf ich meinen Kram ab, wir üben, was ich üben will (meistens mach ich 2 Durchgänge mit Pause dazwischen) und dann pack ich meinen Kram wieder zusammen und wir gehen weiter. Die Hunde wissen genau, dass dann Schluss ist und auch nix mehr passiert für den Rest des Spaziergangs.

    Für uns funktioniert das gut, die machen vor und nach dem Training entspannt ihr Ding und sind nicht in ständiger Erwartungshaltung.

    Das passt so natürlich nicht für jeden Hund, aber nur als Beispiel, dass es nicht zwingend problematisch ist, wenn man das nicht so strikt trennt.

    Ich spiele mit meinen Hunden in der Wohnung, ich übe mit ihnen, die Hunde spielen miteinander und trotzdem haben die kein Problem damit, zur Ruhe zu kommen. Besuch und Hunde dürfen auch interagieren, allerdings nicht so, dass die Hunde extrem hochgefahren werden. Und es wird grundsätzlich niemals ein Hund angefasst, der auf seinem Platz liegt. Ansonsten finde es jetzt aber nicht dramatisch, wenn die Hunde dann halt ab und zu mal einen Abend lang weniger Ruhe haben als sonst.

    Eine Rückzugsmöglichkeit finde ich aber schon sinnvoll (hier verziehen sich die Hunde ins Schlafzimmer, wenn sie von zu viel Trubel genervt sind), das sollte aber mMn schon ein Platz sein, an dem sich der Hund gern aufhält. Flur fände ich nicht so gut, weil da vermutlich im Laufe des Abends öfter mal jemand durchläuft und spätestens beim Verabschieden nix mehr mit Ruhe ist. Ein gemütlicher Platz im Hauswirtschaftsraum wäre da sicher besser, oder eben gleich auf einer anderen Etage.

    Heute auf der Morgenrunde:

    Wir treffen eine andere HH, ihr Hund kommt ganz beiläufig zu mir getrabt, packt wie selbstverständlich meine Leckerlitüte und zieht sie aus meiner Jackentasche. Ich greife reflexartig zu, wir zerren kurz von beiden Seiten, bis der Beutel reißt und es Futter regnet.

    Frauchen versucht derweil schimpfend, ihren Hund von dem Blödsinn abzuhalten und ruft "Also sowas macht der sonst niiiieee". Stutzt kurz und meint dann ganz entsetzt "Oh Gott, dass ich sowas tatsächlich mal sage!" :lol:

    Natürlich lasse ich meine Hündin nicht zu anderen Hunden die eindeutig auf Krawall aus sind, wenn sie bellend und knurrend in der Leine hängen, verstehe ich ja, dass kein Kontakt gewünscht ist.

    Meine erste Hündin war immer ruhig und entspannt an lockerer Leine, wenn wir anderen Hunden begegnet sind. Manchmal hat sie noch etwas gewedelt und leise gefiepst, wie niedlich...

    Und hätte dann halt den anderen Hund in massiver Beschädigungsabsicht direkt angegriffen, wenn der nah genug dran war.

    Wie habe ich es geliebt, wenn die anderen HH auf mein "nicht her lassen" angefangen haben, mir zu erklären, dass mein Hund ja total gern Hallo sagen würde. Denn selbstverständlich kann irgendeine wildfremde Person einen Hund, den sie grad 3 Sekunden von weitem angeschaut hat, viel besser einschätzen, als der Halter des Hundes :muede:

    Ich glaube nicht dass der Kurs schlecht ist und die Trainerin kann ja nichts dafür, dass manche Hunde nicht mitmachen in der Schule. Sie gibt vor, zeigt es und erklärt es kurz und dann liegt es am Besitzer es umzusetzen.

    Wofür braucht man einen Hundetrainer, wenn der seine Kunden mit ihren Problemen allein lässt? Und wie man einen Hund motiviert und ihm Spaß an der Zusammenarbeit mit seinem Menschen vermittelt, das sollte nun wirklich die absolute Grundlage eines jeden Trainings sein.

    Wenn natürlich nur Schema F abgearbeitet wird, es scheinbar egal ist, ob der Hund überfordert oder gefrustet ist und einfach stur weiter gemacht wird, dann ist es nicht verwunderlich, dass manche Hunde dann dicht machen.

    Ich würde mir das ehrlich gesagt nicht antun, man kann durch falsches Training so viel kaputt machen, was man später langwierig wieder ausbügeln muss. Gibt doch bestimmt Hundeschulen, die sinnvoller arbeiten.

    Bin mir allerdings nicht ganz sicher ob die verlinkte Leine so hochwertig ist, das sieht mir irgendwie etwas instabil aus mit den vermutlich geklebten (?) Nähten? Oder was meint ihr?

    Ich hab einige Leinen aus dem Shop, die sind alle sehr robust. Die Schleppleinen sind auch ganz normal vernäht, dieser schwarze Gummischlauch (was auch immer das genau ist) ist nur als zusätzlicher Schutz darüber.

    Leider will ich jetzt auch so eine Leine, das wäre echt praktisch :see_no_evil_monkey:

    Heute morgen hatte ich so eine Begegnung, bei der man sich denkt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis dem Kind mal was passiert :verzweifelt:

    Ich war mit den Hunden auf dem Weg in den Wald, dort müssen wir eine Treppe hoch und uns kam eine HH mit Goldie und Kind (vielleicht 8 Jahre) entgegen. Fragt mich, ob wir kurz warten können, damit sie ihren Hund die Treppe runter bugsieren kann, der heftig an der Leine riss. Kein Problem, ich will meine Mädels an die Seite schicken, da kommt das Kind angerannt, drückt erst den Hunden ihr Plüschtier in die Schnauze und wirft sich dann vor ihnen auf die Knie und fängt an, an ihnen rumzutatschen. Als ich versucht hab, mich dazwischen zu schieben und die Hunde an die Seite zu bringen, hing das Kind ihnen fast um den Hals :mute: ich war zugegeben leicht überfordert, keine Reaktion auf meine Bitte, die Hunde in Ruhe zu lassen, während Mutti zu tun hatte, irgendwie auf den Beinen zu bleiben, weil ihr Hund dringend mitmachen wollte. Mehr als "hach, die liebt halt Hunde" kam nicht. Da kann man sich vorstellen, wie zu Hause mit dem Hund umgegangen wird... Und wenn der irgendwann mal den Kanal voll hat oder ein fremder Hund sich sowas nicht bieten lässt, ist das Drama groß, damit konnte ja keiner rechnen :no:

    Den Hunden passier da nichts, also du musst keine Angst haben, dass sie den Besitzern weggenommen werden o. ä.. Die Halter werden Auflagen bekommen, die Lärmbelästigung abzustellen, eventuell gibt's noch ein Bußgeld obendrauf. Wie die das machen, also ob sie die Hunde erziehen oder halt einfach nicht in den Garten lassen, bleibt ihnen überlassen.

    Das ist echt eine blöde Zwickmühle, aber ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis muss von beiden Seiten ausgehen. Aktuell ist es den Leuten schlicht egal, ob alle unter ihren dauerkläffenden Hunden leiden müssen. Statt etwas zu ändern, werden irgendwelche Ausreden gefunden. Da wäre bei mir als Nachbar dann halt auch irgendwann der Zug abgefahren, das im Guten regeln zu wollen. Denn leider gibt es Menschen, die die Gutmütigkeit anderer dann schamlos ausnutzen.