Beiträge von lia lu

    Ich hatte mal einen polnischen Arbeitskollegen, der in seiner Heimat mit "echten Wachhunden" aufgewachsen war, da sehr oft in sein Zuhause eingebrochen worden war.

    Ist schon ein paar Jahrzehnte her.

    Sie hatten nacheinander verschiedene Hunderassen im Einsatz, einige Hunde wurden von Eindringlingen getötet/vergiftet.

    Kann mich nicht mehr an alle Hunderassen erinnern, HSH, Schäferhunde (weiß nicht mehr, ob deutsch oder belgisch oder etwas anderes), Rottweiler oder Dobermann (oder beides), Molosser usw.

    Was mir aber in Erinnerung blieb, war, dass er meinte, die einzigen Hunde die langfristig diese Verteidigungsaufgabe erfüllen konnten, waren (wie er sie nannte) "KGB-Terrier" (=Schwarzer Russischer Terrier)

    Ich habe später an anderer Stelle einen solchen näher kennen gelernt und diesen übrigens als sehr ernsten, sehr anspruchsvollen Hund erlebt, aber absolut nicht grundlos aggressiv und bei entsprechendem Management durchaus Großstadt geeignet. Für echte und effiziente Verteidigung, sofern man dafür Hunde einsetzen möchte, scheinen also eher besonnene, wesensfeste und unbestechliche Rassen/Individuen geeignet.

    Wäre der Hund in solchen oder anderen Situationen grundlos aggressiv (oder "wachsam", wie es hier genannt wird) gewesen, hätte es echt schlimm ausgehen können.

    Naja, ich würde mir in solch einer Situation eine ganz andere Reaktion wünschen. Bin da Fan der US Gesetzte „stand you own ground“.

    Aber ein APBT würde wohl gleich reagieren. Sind eben beides KEINE Schutzhunde.

    Was stört dich denn am AmStaff?

    Per se nichts, hab einen in der Familie aus einer russischen Arbeitszucht der sogar „game“ ist. Von wenigen Exemplare aber abgesehen, sind Amstaffs für mich einfach eine ausgepowerte APBT Kopie, bei der nur noch die Optik an die eigentliche Rasse erinnert.

    Also, wieso ich mir hier amerikanischen Zustände wünschen sollte, wo mich der Nachbar über den Haufen schießt, wenn ich im Wald die Grundstücksgrenze übertrete, erschließt sich mir nicht. Finde es sogar sehr schön, hier auch durch weite Landschaften unabhängig von persönlichem Besitz streifen zu dürfen und auch in unseren eigenen Wäldern ist jede*r willkommen, der achtsam ist und sich an Grundregeln hält.

    Weshalb ich mir wünschen sollte, dass der Hund den verpeilten Jäger oder den bissi dämlichen Jugendlichen verletzt hätte, ist mir völlig schleierhaft.

    Übrigens konnte der Hund ganz ohne Beschädigungsabsicht jeweils beiden klar machen, dass ihr Verhalten unangebracht ist.

    Geht auch ohne Menschen beißen 😉

    Da ich zum jeweiligen Zeitpunkt leider keine Hilfe war, weil im Augenblick durchaus sehr erschreckt, bin ich umso froher, dass der Hund die Nerven bewahrte.


    Was hast du eigentlich mit deinem früheren APBT sportlich gemacht und was mit der Dobihündin, oder hab ich das überlesen?

    Was stört dich denn am AmStaff?

    Ich bin ja selbst so unglaublicher Amstaff Fan, dass für mich kaum je eine andere Rasse in Frage kommt. Meine Begeisterung fußt sicher auf völlig anderen Gründen als beim TE.

    Aber ein Amstaff ist im besten Fall echt nicht grundlos wachsam. Verteidigung im Ernstfall gerne. Aber grundlose Aggression gegen Menschen im Normalfall nicht.

    Mein absolut nicht einfacher Second Hand Amstaff war zum Glück so klar in der Birne, dass er auch bei gefährlichen Situationen, in die wir unverschuldet kamen, die Contenance bewahrt hat.

    Einmal von einem betrunkenen Jäger bei Dunkelheit aggressiv auf dem eigenen Grund gestellt worden. Und ich hatte nicht mal eine Leine mit 🙈

    Einmal gab es bei einem Haus, das wir bewohnten einen uns unbekannten Brauch, bei dem Sachen nachts aus dem Garten entwendet werden sollten und am nächsten Tag gegen eine "Spende" ausgelöst.

    Wir hielten den Jugendlichen für einen echten Einbrecher und fühlten uns sehr bedroht. Und auch hier hat der Hund am besonnensten von allen regiert 🙈

    Wäre der Hund in solchen oder anderen Situationen grundlos aggressiv (oder "wachsam", wie es hier genannt wird) gewesen, hätte es echt schlimm ausgehen können.

    Ein Amstaff wird also einfach zu wenig ernst und gefährlich für ihn sein 🤔

    Wo habe ich denn geschrieben, dass Züchter Vermehrer sind?

    Du nicht, aber diese abstruse Differenzierung im DF und die Weigerung, auch mal über den Tellerrand zu sehen und andere Ansichten zu respektieren, brachte mich dazu. Für mich sind auch Züchter Vermehrer. Denn sie vermehren. Brauchen wir auch nicht zu diskutieren, denn außerhalb der DF-Blase ist jeder, der Hunde vermehrt, ein Züchter.

    Nur bei völlig uninformierten Leuten. In Hundekreisen ist das eigentlich eine bekannte Unterscheidung...

    Fluff01

    Ich hab auch durchaus meine Bedenken gegenüber dem Hausleine um den Bauch pinnen Tipp.

    Aber dass es Hunde gibt, die sehr viel Führung und Regelwerk benötigen ist unumstritten.

    Ich hatte einen angstaggressiven, völlig unterritorialen Terrier und somit ein völlig anderes Kaliber als den Gebrauchshund der TE. Und ich bin wirklich absolute Wattebausch Werferin mit Clickern und allem drum und dran. Aber selbst bei meinem Hund wäre die Hütte am Brennen gewesen, wenn ich deine Tipps beherzigt hätte. Die meisten Hunde, die ich kenne, profitieren wirklich durch ein Mindestmaß an Führung. Bei manchen ist es nicht weiter gefährlich, wenn das fehlt, wenn auch schade für die Mensch Hund Beziehung. Aber bei manchen Exemplaren kann sowas richtig eskalieren.

    Du hast ja selbst geschrieben, dass deine ängstliche Hündin davon profitierte, als du ihr Schutz und Führung angeboten hast.

    Hunde sind wirklich mehr als ängstliche, unverstandene Leckerliautomaten.

    Ich finde wirklich erstaunlich, was da teilweise für Vorschläge kommen. Ein Second Hand Hund aus dem Tierheim, wenn man ein Tier sucht, mit dem man auch im Sport auf hohem Niveau arbeiten kann.

    Nicht falsch verstehen, ich hatte selbst einen Hund aus 2. bzw 3. Hand, aber wenn man sehr fixe Vorstellungen und Anforderungen an seinen Hund hat, kann man doch kein Tier mit unbekannter Prägung und Genetik nehmen.

    Das ist so als würde man Dressur in einer hohen Klasse reiten und man bekommt ein verrittenes Schulpferd vorgeschlagen.

    Wie gesagt, es ist schön, wenn man sehr flexibel in seinen Lebensumständen ist und einem Tierschutzhund einen schönen Platz geben kann, aber das kann nicht der richtige Weg für alle sein.