Naja, wir haben Hundeerziehung und Training halt enorm verkompliziert. Früher gabs da halt entsprechende Hilfsmittel und gut war.
Naja, in meiner Straße waren als Kind fast ausnahmslos alle Schäferhunde bissig. Und auch der Mittelspitz. Und selbst der eine oder andere Jagdhund.
Teilweise gab es mehrere Vorfälle mit den Hunden mit sogar Krankenhausaufenthalten bei den Opfern.
Ich persönlich habe also nicht das Gefühl, dass Hunde früher besser erzogen waren, eher genau das Gegenteil.
Sondern, dass Aggression bei Hunden als völlig normal angesehen wurde.
Wegen eines Beißvorfalls wurde hier auch kein Hund getötet.
Ein Nachbar hat seinen wirklich hochgefährlichen, schon recht alten Schäfer, weil er zunehmend Angst um seine Kinder hatte, ins Tierheim gebracht. Weil er die erstaunlich naive Idee hatte, dass über dieses noch ein Endplatz für den Hund gefunden werden könnte und er ihn eben nicht töten wollte. Also auch einfach das eigene Problem ausgelagert. Dort ist der Schäfer ziemlich schnell verstorben, Vorerkrankungen waren keine bekannt.
Dann hat das Tierheim eine rührende Story in ihrer Tierschutzeitschrift daraus gemacht, dass der alte Hund aus Bequemlichkeit abgeschoben worden wäre und aus Treue und gebrochenem Herzen gestorben wäre. Mit Angabe des vollen Namens und Adresse des Besitzers. Der hat damals Morddrohungen per Brief und Telefon bekommen, toxischer Shitstorm bereits vor über 35 Jahren.
All diese Hunde wurden damals sicher nicht mit Wattebäuschen beworfen, sondern ganz klar mit aversiven Mitteln erzogen. Aber die Anforderungen an die Hunde waren einfach nicht so hoch wie heute.