Ich finde es schön, dass jeder hier etwas seine Geschichte erzählt... Meine beiden sind ja fern von jeglichen Hundeschulen und Trainer:innen aufgewachsen (und von den Meinungen anderer), und wenn ich mir das hier so durchlese, bin ich da echt auch etwas froh drum. Also den Gedanken dass mir jemand geraten hätte die Hunde in Boxen zu sperren, oder dass sie nicht die sportliche Jugend hätten haben können, die sie hatten, finde ich traurig. Meine Hunde sind so viel gelaufen, gerannt, gewandert, über Berge geklettert, durch Flüsse geschwommen, stundenlang über riesige Strände gerannt...
Ruhe zuhause habe ich nie geübt, und nie eingefordert. Aber dadurch dass es eben viel sportlichen Ausgleich gab und zuhause auch einfach nichts passiert ist, war das auch nicht wirklich nötig. Wenn die beiden miteinander spielen wollten haben sie das halt gemacht, da hab ich mich nie eingemischt und jemanden zum schlafen gedrängt. Mittlerweile schlafen die beiden zuhause so viel, dass ich schon mal einen Tierarzt gefragt habe ob das normal ist. Draußen war das schon mehr ein Thema, und hat mich auch viele Nerven gekostet. Cheese hat sich mal fast selbst umgebracht, weil er an einem heißen Tag so drüber war, dass er Wasseraufnahme verweigert hat. Ein andermal hat er sich selbst schwer verletzt als er zum Jagen in einen Fluss gesprungen ist, einmal meinen Freund als er ein Schwein gejagt hat (wir waren auf einem eingezäunten privaten Grundstück, und das war das einzige freilaufende Schwein das ich glaub ich in meinem ganzen Leben gesehen habe) also wir sind wirklich einiges durch, und ich kann mir vorstellen, dass Trainer:innen uns alles mögliche geraten hätten.
Ich hab mich mal ziemlich mit meinem Freund gezofft, weil wir am Strand ankamen und er erst in Ruhe Mittag essen gehen wollte, und ich es einen absurden Plan fande, zwei Junghunde zwei Stunden lang im Restaurant ruhig zu halten, für die den ganzen Tag noch nichts passiert war, dann eine Stunde Auto, und der ersehnte Strand in Sicht. Sowas kann man natürlich üben wollen wenn einem danach ist, aber sowas ist für mich einfach nicht der Weg.
Ich hatte allerdings wirklich bestimmt eineinhalb Jahre so einen ständigen bestimmten Grundstress in mir, weil man mit zwei ziemlich extremen Junghunden einfach nichts "ganz in Ruhe" machen kann. Ich bin mir sicher, Trainer:innen hätten uns alles mögliche geraten, und trotzdem haben wir unseren eigenen Weg gefunden. Wir haben zwar immer noch den verrücktesten Hund im Park, aber andererseits wird auch 20 Stunden geschlafen/geruht. Typische Kommandos können sie im Grunde keine (auch kein Deckentraining etc) aber an die Sachen dir mir wichtig sind wird sich gehalten. Damit fahren wir zur Zeit ziemlich gut. Und ja, bei uns hat sich auch einiges, vor allem an "drüber sein" so mit zwei Jahren verwachsen!