Beiträge von Potato

    Also Potato ist Balljunkie...

    Ist er Junkie oder ist er einfach nur "ballgeil"? Das wird im Alltagsgebraucht oft synonym verwendet, für deine Frage ist die Unterscheidung aber wichtig.

    Wenn er wirklich Junkie ist, dann darf er nicht Ball spielen. Punkt.

    Der Junkie ist süchtig, der hat keinen Spaß, der hat nur Stress. So wie du sein Angstverhalten beschreibst, könnte es sein, dass er dafür anfällig ist.

    Ist er aber einfach nur ein ballverrückter Hund, dann würde ich hemmungslos aber kontrolliert Ball spielen. Ich spiele unglaublich gerne Ball mit Hund. Man kann da so viele Sachen machen: mal einfach nur den Ball hetzen, mal den Ball suchen, mal den Ball fliegen sehen und später erst holen ... mit ein wenig Phantasie kann man wunderbar viel Variation reinbringen und ganz nebenbei viele Dinge üben. Ich bin fest überzeugt, dass ein Angsthund davon profitieren kann. Und es macht richtig Spaß. Aber (ich wiederhole mich :ops: ) nur, wenn er kein Junkie ist.

    Stimmt, ich denke eher Ballverrückt, weil er Ball spielen eigentlich gar nicht kennt. Er reagiert nur sehr extrem auf Bälle, und auf alles was man sonst werfen kann. Also wir werfen manchmal das Zergelseil, da ist er auch hin und weg und vibriert so richtig vor Aufregung. Da dauerts dann auch etwas bis er wieder runter kommt wenn das Seil weg ist.

    Hm, ich will jetzt auch den Thread nicht sprengen, das geht ja jetzt über die allgemeine Ballfrage hinaus. Das mit dem Stress leuchtet mir grundsätzlich ein, das Problem ist nur, er hat ja sonst auch Stress. Also "perfekt gehorchen" tut er sowieso, weil wir viele Tage haben, an denen er mir nur am Rockzipfel hängt und gestresst die Landschaft scannt. Also es gibt bessere Tage, an denen er sich auch positiver mit der Umwelt auseinandersetzt, aber an vielen Tagen ist es halt nur ein "suchen wovor man als nächstes Angst haben kann". Wenn ich das jetzt damit vergleiche wenn er auf einen Ball reagiert, dann ist letzteres, meiner laienhaften Meinung nach, eher positiver Stress. Also er ist zwar voller Adrenalin, aber trotzdem macht es ihm ja irgendwie Spaß, im Vergleich zum panisch sein? Da kann ich aber natürlich auch ganz falsch legen mit.

    Also die Idee hat sie von Mirko Barnickel, der führt Working Cockers. Das sind bestimmt keine Schlafmützen xD

    Aber zum einen übt der das schon bei seinen Welpen und zum anderen sind Cocker eben keine Hunde die Wild hinterher gehen sondern sie hochscheuchen sollen.

    Deswegen ist dieses verharren bei Bewegungsreizen eine schöne Sache, aber funktioniert wohl eben nur bei bestimmten Hundetypen. Ist wie immer beim Jagdkontrolltraining, man muss schauen welcher Weg für seinen eigenen Hund passt.

    Ich hab ja extra betont, dass ich weder sie als Trainerin noch die Übung an sich meine ;)

    Aber ein nochmal etwas nützlicherer Kommentar meinerseits: allein dass das was sie macht unter "Bewegungsreize" fällt setzt schon einen gewissen Hundetyp voraus. Heutzutage tun das wahrscheinlich die meisten Hunde, deshalb fällt das vielen gar nicht nicht auf, aber da muss ein Hund schon tatsächlich drauf gezüchtet sein. Mein Hund nimmt Spielzeuge nicht als Bewegungsreiz (oder auch nur irgendeinen Reiz) wahr.

    Gemäßigtes Ballspielen ist denke ich nicht so tragisch, solange der Ball nicht wichtiger als alles andere wird wie Sozialkontakte mit anderen Hunden, Gehorsam usw. Und wenn der Ball liegen bleiben kann, ohne dass der Hund aufdreht.

    Ist Ball spielen wirklich so schlimm? Und wenn ja wieso?

    Bei vielen hunden trainiert man mit ballspielen (fehlgeleitetes) jadgverhalten und es ist was, was häufig in ein suchtthema reinrutschen kann.

    Aber je nachdem wie man das macht, kann es auch die Impulskontrolle trainieren. Oder man lässt den ball suchen, anstatt ihn zu schmeißen, etc.

    Einfach auf deinen hund achten, und wie er sich zb verhält wenn du das Ballspiel beendest, oder wie er aussieht, wenn du den ball rausholst.

    Aber ist das denn tragisch? Also Potato ist Balljunkie ohne jemals wirklich Ball gespielt zu haben, und kann ihn jetzt auch nicht gut liegen lassen. Aber er ist wie gesagt Angsthund, und kann oft noch nicht einmal gut die Wohnung verlassen. Sozialkontakte sind nicht wirklich Thema bei uns, Gehorsam auch nicht, jagen auch nicht (ich bin mir auch nicht sicher ob da ein Zusammenhang ist, unser anderer Hund zB ist ne Jagdsau, und der würde nie nem Ball hinterher). Also mein freund schlägt immer vor dass wir anfangen mit ihm Ball zu spielen, und irgendwie habe ich da keine schlüssigen Argumente dagegen

    Es gibt von Veronika Rothe ein Video, wie sie das mit ihren Spaniels trainiert. Die sollen ja stöbern und dann, wenn das Wild hoch geht, verharren und eben nicht hinterher laufen. Vielleicht hilft es ja, eine gute Übung zur Impulskontrolle ist es allemal, gerade mit dem Running-Rabbit-Dummy den sie am Schluss zeigt.

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    Also nichts gegen sie, ich kenn sie gar nicht, sie kann das bestimmt jedem Hund beibringen und das ist auch sicher ne super Übung, aber ich kenn mich durch meine Schwester so ein bisschen mit Cocker Spaniels moderner VDH-Zucht aus, und die laufen bei mir echt unter scheintot im Wald :ugly:

    (also falls sich jemand fragt warum das beim eigenen Hund nicht so gut klappt :lol:)

    Kann man eigentlich so semi-krankgeschrieben sein? Also, ich merke, dass ich gerade echt Ruhe brauche. Ich bin mir sicher, dass ich auch länger krankgeschrieben werden würde. Ich würde allerdings lieber mit der Schulleitung vereinbaren, dass ich regulär arbeite, sie mich aber aus den Bereitschaften rausnehmen sollen und die Zweitkorrekturen fürs Abi bei jemand anderem unterbringen sollen. Ich frag mich, ob so etwas geht. Also, dass ich entweder nicht krankgeschrieben bin, die mich aber von der Schulseite her entlasten oder dass ich mich weiter krankschreiben lasse, aber eben die Sachen trotzdem mache, zu denen ich mich in der Lage fühle.

    Was glaubt ihr, was wäre da eine sinnvolle Vorgehensweise? Was ist da möglich?

    Wir machen mal ganz viel Selbstfürsorge-Übungen. Voll blöd dass das nicht auch für Lehrer:innen Pflicht ist. Psycholog:innen haben so etwas ja ganz viel in der Ausbildung, die gehören ja zu denen die in der ununterbrochenen Ausnahmesituation arbeiten, sprich es ist nie egal, wenn sie krank sind, weil ja immer jemand immens drunter leidet. Aber die lernen das. Ich hab mal in ner NGO gearbeitet bei der auch viele Psycholog:innen beschäftigt waren, und ein paar Jahre später war fast das gesamte Team wegen burn-out (und anderen arbeitsbedingten Erkrankungen) krank geschrieben - außer die Psycholog:innen. Die habens dann am Laufen gehalten. Und was lernen wir daraus? Wer auf sich aufpasst kann langfristig anderen helfen und gute Sachen machen und so.

    Und Tinnitus plus Hörsturz ist glaub ich schon ein Zeichen dafür, dass es kurz vor zwölf ist.

    Ich hab selbst auch noch ne doofe Frage: Ist Ball spielen wirklich so schlimm? Und wenn ja wieso? Potato ist Angsthund, den macht fast nichts glücklich, aber bei Bällen ist er hin und weg. Wir haben auch kein hibbel-Problem oder so, er schläft eigentlich den ganzen Tag. Für die gelenke ist es vielleicht nicht so gut, andererseits kommt er so wenigstens zu Bewegung, was ansonsten wegen seiner Angst oft schwer ist. Aber trotzdem doof?

    Echt, hätte ich jetzt gar nicht gedacht. Ich sehe jeden Tag mehrere... als sehr elegante Hunde meistens mit sehr eleganten Menschen unterwegs :lol:

    Ha, vermutlich liegts daran, ich bin so ziemlich das Gegenteil von elegant. Das verwirrt die Leute dann wohl total. :lol:

    Das kann gut sein :lol: Hier ist das so ein bisschen der Schönheits-OPs plus Luis Vuitton Hund, "elegant" war die sehr höfliche Umschreibung ;)

    Weil vor ein paar Einträge das Freilaufen und der Radius davon angesprochen wurden. Wie ist das bei euch mit dem Freilauf, also wo lasst ihr eure Schätze da frei laufen und habt ihr keine Angst, dass sie euch abhauen(Wild)? Bzw sind sie schon so gut erzogen dass sie weder zu Mensch noch Hund dann hinlaufen würden? Würde mich wirklich interessieren wie ihr das hinbekommen habt.

    Ich selbst habe eine ziemliche Blockade in meinen Kopf was den Freilauf betrifft. Ich traue ich mich Kari nie von der Leine zu lassen außer das Gebiet ist eingezäunt. Ich habe echt Angst, dass sie ein Auto erwischen könnte oder dass sie einem Tier nach läuft. Der Abruf funktioniert zwar schon wirklich toll wenn sie zu Menschen hin will oder wenn sie wo schnüffelt, aber wenn sie einen Hasen, Katze oder manchmal auch nur einen Vogel sieht wäre sie dem hinten nach und da wäre der Abruf komplett nutzlos. Habe ich an der Schleppleine festgestellt, dass speziell Hasen bei ihr im Kopf alles ausschalten. Also selbst wenn ich auf die abgelegenste Wiese fahre ohne Verkehr wo dann die Angst der Autos weg wäre sind gerade da ja wieder Wildtiere. Vielleicht könnt ihr ein bisschen erzählen wie ihr das geschafft habt oder worauf ihr achtet? :smiling_face:

    Mich verwundert die Frage ehrlich gesagt etwas, da Basenjis als absolut nicht ableinbar gelten. Da hast du dich ja sicherlich vorher mit beschäftigt? Basenjis haben einen unglaublich stark ausgeprägten Jagdtrieb, und da sie Kategorie ursprüngliche Hunde sind, sind sie auch nicht darauf gezüchtet den mit Menschen auszuleben, dh man hat da auch ganz erschwerten Einfluss darauf. Zudem sind Basenjis, aus genau den gleichen Gründen, unglaublich schwer erziehbar. Natürlich gibt es immer Ausnahmen von den Regeln, also es gibt problemlos freilaufende Huskies genauso wie Basenjis, die hundert Tricks können, aber die Wahrscheinlichkeit ist halt klein. Ich würde an deiner Stelle anfangen, mich ganz schnell mit Antijagdtraining zu befassen (Hier gibts auch einen entsprechenden Thread) und mich darauf einstellen, dass das ein lebenslanges Management ohne jegliche Erfolgsgarantie wird. Ich habe zwei Basenji-Mixe, und einer davon wird in der Natur voraussichtlich nie ableinbar sein. In Stadtparks geht es mittlerweile.

    Echt, hätte ich jetzt gar nicht gedacht. Ich sehe jeden Tag mehrere... als sehr elegante Hunde meistens mit sehr eleganten Menschen unterwegs :lol: