Beiträge von KayaFlat

    Es ist halt so viel mehr möglich an Diagnostik und Behandlung.

    Irgendwie hat sich die Frage bei meinem letzten Hund gar nicht in dieser Dringlichkeit gestellt. Sie ist etwas über 13 Jahre alt geworden, aber vielleicht hätte man, wenn man alles mögliche gemacht hätte, noch 1 bis 2 Jahre rausholen können. Ich hatte damals weder professionelle Schmerzbehandlung auf dem Schirm noch regelmässige Blutuntersuchungen, um auf Medikamente einzustellen, wenn z.B. das Herz oder die Niere im Alter schlapper werden.

    Ich habe das Gefühl, dass das heute, zumindest hier im DF, Standard ist. Und das ist natürlich auch nicht billig, aber wohl leistbar.

    Ich finde, dass die Frage, in welchem Umfang ich meinen Hund bei welcher Krankheit behandeln lasse, eine ganz schwierige.

    Nicht nur wegen der Kosten, sondern auch, weil es schwer ist abzuschätzen, bis wann man im Sinne des Tieres handelt und wann eher aus Egoismus, weil man nicht loslassen kann.

    Beispiele wären Chemo und Altersgebrechen. Der Hund versteht ja nicht, dass Behandlungen, die ihm Schmerzen verursachen und Angst machen oder Unwohlsein auslösen können, zu seinem Besten sein sollen. Auch kann man nicht fragen, wann es für ihn genug ist, wann er lieber gehen würde. Ausserdem lebt der Hund im Hier und jetzt und hat unseres Wissens nach keine Vorstellung vom Tod und keine abstrakte Angst davor wie der Mensch.

    Das alles heisst für mich, dass ich lieber früher Schluss machen würde als zu spät. Und ich persönlich würde nicht erwarten, dass sich jemand für die Behandlung seines Hundes verschuldet und ich denke, ich würde das auch nicht machen.

    Ich habe beim Flat des öfteren gelesen, dass viele Linien ausreichende Wildschärfe haben. Im Forum von "Wild und Hund" zum Thema, ob der Flat jagdlich brauchbar ist, waren einige Jäger der Meinung und hatten die Erfahrung gemacht, dass die Hunde Wildschärfe haben. Raubzeugscharf war, glaub ich, keiner. (Nebenbei, mein Ferienhund - ein Labrador - hatte nachweislich bei seinen Besitzern zwei Rehe gerissen. Er war ein feiner Hund, zu Hause aber chronisch unausgelastet.)

    Ich traue das Kaya zu, weil sie schon getötet hat. Zwar kein Reh, aber einen Junghasen an der Schlepp. Sie hat mir vor ca. 2,5 Jahren ein Reh in den Bach gehetzt. Ich bin ihr hinterher, hab den Hund bellen und das Reh panisch schreien hören. Sie hat attackiert. Hab sie nur mit sehr handfesten Methoden zum Ablassen bekommen.

    Ich kannte den Jäger und den hab ich angerufen, als ich zu Hause war, ihm geschildert, was passiert ist und gebeten, nach dem Reh zu sehen. Sie hat es nicht gerissen und auch nicht reingebissen, aber er musste es erschiessen, weil es völlig erschöpft noch immer im Bach hing. Ich bin sicher, Kaya hätte gerissen, wenn ich später gekommen wäre.

    Ich nehme das Jagen bei ihr sehr ernst, weil ich sie wirklich für eine kompromisslose Jägerin halte, wenn sie die Chance hat, ein Reh zu stellen.

    Wenn Kaya losrennt, hab ich geschlafen. Ich unterbinde bereits die deutliche Orientierung auf Wild. Sie geht sowohl auf Witterung, auf Spur und eigentlich am wenigsten auf Sicht, wenn das Wild steht. Das wird erst interessant, wenn sie die Witterung kriegt oder es sich bewegt.

    Ich sehe sowohl, wenn sie eine Spur aufnimmt, als auch, wenn sie Witterung kriegt, an ihrer Körpersprache. Dann breche ich das ab. Dann kann sie normal weitergehen und geht dem Reiz nicht weiter nach. Wenn ich da aber nicht reagiere, geht sie der Spur nach oder würde auf die Witterung stöbern. Und wenn sie stöbert, dann tut sie auch was auf und dann hetzt sie auch.

    Ich muss also mental beim Hund sein, aber da ich die neuralgischen Punkte und meinen Hund mittlerweile sehr gut kenne, ist das weniger anstrengend als sich das anhört. Sie ist ja nicht dauerhaft "on", sondern kann meist entspannt Gassi gehen. Aber wenn sie eben "angeknipst" ist, muss ich das abbrechen. Das geht über Gehorsam. Und manchmal, wenn sie sehr angeknipst ist und sich auch nicht richtig runterfahren kann, leine ich an.

    Gehorsam baue ich im Alltag auf. Eben dadurch, dass jedes Kommando auch durchgesetzt wird. Das ist auch nicht so freudlos, wie es sich anhört, weil viel über Lob und Lecker geht. Aber auch über Tadel, wenn sie eigentlich kann und nicht will.

    Ich denke, oft mangelt es an Konsequenz im Kleinen und dann wundert man sich, wenn es in schwierigeren Situationen nicht klappt.

    Wen ich keine Lust auf Konsequenz habe oder ich müde und gestresst bin, gestalte ich Alltag und Spaziergänge so, dass ich nicht viele Kommandos brauche.

    Ich muss dazu sagen, beim Jungspund mach ich mir eher wenig Sorgen was die Ernsthaftigkeit angeht, jagen macht Spaß aber das war‘s. Trotzdem möchte ich keinen jagenden Hund, schon allein wegem dem Stress den die gejagten Tiere haben.

    Ja, aber genau deswegen unterschätzt man das so leicht. Kaya ist da auch einfach lustig in die Büsche, ne kurze Runde gepest und war nach 20 Sekunden wieder da. Da hab ich am Anfang auch gedacht, da steckt ja nichts ernsthaftes dahinter. Von wegen. Die fangen halt im Spassmodus an, aber mit zunehmender Reife wird aus Spass schnell ernst.

    Kaya würde absolut ernst machen, wenn sie dürfte, und sie hat auch Wildschärfe wie dein älterer Hund. Ich traue ihr zu, ein Reh runterzuziehen und zu killen, wenn sie es erwischt.

    Ich klammere das jagen von Vögeln mal aus, weil ich denke, dass dir meisten Hunde das nach der Junghundphase eh als sinnlos abhaken. Kaya hat als Junghund auch mal Vögel aufgescheucht. Die interessieren sie jetzt einfach Null und da habe ich auch nicht explizit daran gearbeitet.

    Ansonsten ist das Stöbern und Jagen einfach verboten und wird im Ansatz abgebrochen. Ich würde meinen, dass da mit Wildgerüchen/-fährten zu arbeiten kontraproduktiv ist. Ich meine, was genau wäre da jetzt das Ziel dabei?

    Ich habe das Stöbern, als sie da mit 8/9 Monaten angefangen hat, anfangs noch zu sehr laufen lassen. Auch da würde ich jetzt schon von Anfang an viel mehr den Daumen drauf haben. Das habe ich am Anfang unterschätzt, sodass ich viel Arbeit damit hatte, das in den Griff zu kriegen.

    Für mich ist Arbeit am Gehorsam das A und O. Und natürlich Auslastung über Zusammenarbeit bei Dummy oder Suche. Aber da mache ich nichts mit Wildreizen, sondern habe das über den Futterbeutel aufgebaut und dann auf Dummy und Gegenstandsuche erweitert. Im Moment lass ich sie gerne mein Haarband im Gelände suchen.

    Ich würde nicht sagen, dass wir bei 100% sind, aber sie ist konrollierbar und ich sehe recht gut, wann es angeraten ist, sie anzuleinen. Sie kann in bekanntem Gelände fast immer frei laufen.

    Investigativfragen, die bestimmt nur die Urgesteine und Mods beantworten können. 😎

    Wer ist eigentlich dieser Mister C.Silver?

    Ist das der "Vater" des DF?
    Wieso hat er das DF aufgemacht? Ist das allererste DF-Posting von ihm? Ist der hier aktiv? Hat der Hunde?

    Wie findet man überhaupt das allerallererste Posting, den allerersten Thread?

    (Ich müsste eigentlich arbeiten, deshalb sucht mein Gehirn nach Auswegen. Unnütze Recherche scheint da trefflich zu funktionieren.)

    He! Die Fragen haben mich neugierig gemacht.

    Ich will Antworten!!! Sofort!!!

    Futter suchen im Gras ist Nasenarbeit, also Beschäftigung und nicht schnöde Nahrungsaufnahme und eingermassen anstrengend für den Hund. Würde ich nicht machen, um dem Schlingen entgegenwirken zu wollen. Kotzt sie nach dem Schlingen? Manche Hunde schlingen halt, inhalieren ihr Futter regelrecht. Scheint bei Labbis nicht selten zu sein. Wüsste nicht, dass sie davon sterben.

    Bällchen einfach schmeissen, halte ich für super geeignet, sich auf Dauer evtl. einen überdrehten Junkie heranzuziehen. Etwas strukturierter Apportieren lernen hat m. E. noch Zeit. Aber falls du jetzt damit anfangen willst, bau es halbwegs ordentlich auf. Dann lernt der Hund dabei auch was (dazu gibts viel Literatur und bestimmt auch einiges im Netz) und es dient der Auslastung.

    Mich grob angehen, würde ich nicht dulden. Der Hund hat Frust, braucht ein Ventil und massregelt dich. Finde ich nicht in Ordnung. Das ist, wie wenn dir dein Vierjähriger volle Knarre gegen das Schienbein tritt, weil er grad nicht seinen Willen kriegt und mit seinem Frust nicht umgehen kann.

    Insgesamt hat dein Hund ein forderndes Umfeld und braucht wahrscheinlich noch klarere Strukturen und Regeln, um abschalten und entspannen zu können. Ich denke, da sollte ein guter Trainer mal in der Gesamtheit drauschauen. Das Thema mit dem dich angehen könnte sich nämlich zu einer unguten Spirale aus gegenseitigen Frust und Stress hochschaukeln und schlimmer werden.