Alles anzeigenUnd ja, ich bin der Meinung, dass bei mindestens 80% der langanhaltenden Probleme mit dem Hund -insbesondere mit Stress (ausser der Hund ist neurologisch krank) - das Problem beim Halter liegt.
Wäre mir tatsächlich zu pauschal gedacht. Erst Recht vor dem Hintergrund, dass du selbst schreibst, dass du 2 Jahre viel Arbeit investieren musstest(!), damit es so läuft, wie es jetzt läuft und dass du stolz drauf bist, was ihr erreicht habt. (Was du auch sein kannst)
D.h. für mich, dass es zb auch bei dir nicht mal eben so easy peasy zu entspannten Spaziergängen kam.
Soooo, dann nehmen wir mal das typische Alter, wo es bei vielen Rassen nen bissl komplizierter wird, 1-3Jahre, wenn sich die Hormone sortieren, der Hund seinen Charakter festigt, Veranlagungen zum Vorschein kommen- da investieren HH dann ebenfalls viel Arbeit, damit am Ende entspanntes Gassi raus kommt. Sind die Halter jetzt unfähig oder hat der Hund nen Nervenproblem?
Ich hab hier nen Hund in der Gruppe sitzen, den ich als selbsterziehend bezeichnen würde, die einfach von Tag 1 nix an Erziehung gebraucht hat, sondern mir wirklich alles geschenkt hat. Von der ab Werk eingebauten Leinenführigkeit bis zum Nicht Jagen, nicht zu Hunden/Menschen hinwollen, nicht mal Aufregung, wenn man anderen Hunden begegnet.
Ich bedanke mich jeden Tag, dass sie so herrlich unkompliziert ist. Weil ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist.
Ich hab Kunden ---- nie ein Hundebuch gelesen, machen im Prinzip jeden Fehler, den man machen kann, Erziehung wird überbewertet - trotzdem alle 3 Hunde (Terrier-Pudel-Mix, Eurasier, Goldie) kann man überall mit hinnehmen, die sind einfach absolut traumhaft, sind cool und gelassen. In jeder Situation.
Ich finde das total faszinierend. Entspannte Hunde machen halt auch entspannte Halter.
Ich dachte schon, dass es grundsätzlich klar ist, dass entspanntes Spazieren gehen offline über weitere Strecken immer etwas ist, was erst der "erwachsene" Hund zuverlässig leisten kann.
Es ging ja ursprünglich um den erwachsenen, gesunden Hund, dass ich der Meinung war, dass der längere Spaziergänge in der Natur abkönnen sollte, ohne dass er überdreht, sondern dass das im Gegenteil eine absolut hundegerechte Auslastung ist.
Ich finde schon, dass dabei klar sein sollte, dass junge und heranwachsende Hunde das noch nicht vollständig leisten können und auch nicht müssen.
Mir ist auch klar, dass eben diese Art Spaziergang, die mir für mich und meinen Hund wichtig ist, für viele gar kein Ziel ist. Aber damit wir diese Spaziergänge gemeinsam geniessen können, muss der Hund halt einigermassen im Gehorsam stehen uns Reizen widerstehen können und dabei ansprechbar bleiben. Und das, ohne dass er sich da irgendwie reinsteigert und dann wie ein Dampfkesselchen nach einer halben Stunde kurz vor dem Explodieren steht.
Und das bedeutet bei fast allen Hunden Arbeit.
Und ja, so ein selbsterziehendes Exemplar kenne ich auch gut. Luna, die Hündin meiner Schwester.