Wenn du nachhaltig Erfolg willst, gibt es keine Abkürzung. Zur Methode über Einschüchterung und Nassspritzen wurde schon viel gesagt und ich spar es mir.
Schleppleinentraining bringt Erfolg, wenn man es richtig macht, aber es ist anstrengend für den HH und kann dauern, bis es funzt. Es ist auch oft kompliziert, die Schlepp richtg abzubauen. Es gibt viele Hunde, die an der Schlepp funktionieren und ohne weg sind.
Ich persönlich halte nichts davon, an einem Problem isoliert zu arbeiten, sondern finde, man muss es Ganzheitlich betrachten und den gesamten Umgang mit dem Hund auf den Prüfstand stellen.
Wenn du einen Hund hast, der sich aussen abschiesst und vor Stress keine Leckerlies nimmt (weil er das in dem Erregungslevel schlicht nicht kann), wäre bei mir der erste Schritt Erregungskontrolle. Mir wäre wichtig zu lernen, wie ich demHund helfe, sich runterzuregulieren. Dann kann man am Gehorsam arbeiten, weil der Hund m. E. erst dann aufnahmefähig ist. Und Erregungskontrolle ist ein Thema für den kompletten Alltag.
Es wäre vielleicht gut, wenn du einen Trainer fändest, der sich das ganze Bild betrachtet und dich da anleiten kann, zumal du ja einen Hund hast, der von der Genetik und der frühen Prägung schon eine Hausnummer zu sein scheint.
Ich denke, es wird auch nur dann klappen, wenn du die Arbeit mit und an deimem Hund nicht nur als Mühsal und Plage wahrnimmst, sondern als gemeinsame Herausforderung, die zusammenschweisst und auch Spass macht. Dabei dauern Fortschritte halt so lange wie sie dauern, aber wenn man einen Weg gefunden hat, der grundsätzlich vielversprechend ist, muss man dranbleiben. Immer, jeden Tag und konsequent.
Kaya wird fünf und eigentlich ist alles rund, aber zur Zeit ist für mich auch wieder jeder Spaziergang fordernd, weil sie läufig ist und eine Hormonbombe, die heftige Hirnaussetzer hat. Sie darf trotzdem in den Freilauf, aber ich muss da sehr genau schauen und rechtzeitig abrufen und anleinen, weil sonst hängt sie jedem Rüden auf der Pelle.
Was ich sagen will, ist, Hundeerziehung und Haltung erfordert Einsatz und ist manchmal anstrengend, selbst wenn der Hund eigentlich "fertig" ist. Aber das macht es doch auch spannend.