Beiträge von Nari137

    Danke dir, Jiyoon . Es war wirklich keineswegs verharmlosend oder so gemeint.

    Hach ich versuche es noch einmal und es ist wahrscheinlich sehr sehr OT:

    In meiner Arbeit mit Menschen, die dem Autismus Spektrum angehören wurde mir z. B mir von Betroffenen selber rückgemeldet, dass sie sich keineswegs als „gestört“ oder „krank“ empfinden. Ihre Andersartigkeit führt durchaus zu Problemen, aber sie brachten sich als der Norm nicht zugehörig. Ich finde es durchaus sinnvoll, dass im Sprachgebrauch nun versucht wird, nicht von „Autismus Spektrum Störung“ zu sprechen, sondern nur von „Autismus Spektrum“ (also ohne „Störung“ halt). Zudem empfinde ich es so, dass Autismus keine seelische oder psychische Erkrankung sein kann. (Mir ist aber bewusst, dass es laut ICD 10 offiziell als seelische Erkrankung gilt.) Viel mehr scheint es ein anderes Wahrnehmung der Realität, von Reizen, anderen Menschen und den Umgang mit ihnen und vieles mehr zu sein. Also ein anderes Erleben. Das als Krankheit zu betrachten empfinde ich persönlich (ist halt meine Meinung) als durchaus stigmatisierend. Es geht aber auch nicht darum zu sagen, dass diese Menschen alles genauso gut können wie Menschen die neurologisch scheinbar der Norm angehören. Denn das Probleme und Leidensdruck und deshalb auch seelisches Leid, wie z. B. Depressionen, entstehen können, denke ich auch. Mir wurde rückgemeldet z. B., dass der Umgang der „normalen Menschen“ krank machen kann, weil vieles nicht wirklich nachempfunden werden kann (ist nur ein Beispiel vieler möglicher Probleme). Ich finde das Buch „Buntschatten und Fledermäuse“ von Axel Brauns z. B. richtig gut. Dadurch konnte ich es mir besser vorstellen.

    Mein Bruder ist tatsächlich froh darüber, dass meine Eltern sich gegen die Diagnose ADHS bei ihm gewehrt haben.

    Ich selber komme schlecht mit vielen Reizen auf einmal klar, mein Sohn scheint es da ähnlich zu ergehen. Ich habe für mich begriffen, dass ich bestimmtes nicht mehr leisten muss und manches nicht 100 % perfekt werden muss. Ich betrachte mich z. B. als gefühlsstark und hochsensibel. Ich habe dadurch auch meine Probleme, empfinde dadurch aber keine generelle Erkrankung (ist halt mein Empfinden). Dabei wurde mir seit meiner Kindheit immer wieder gesagt, dass ich falsch bin mit meinem Erleben, dass meine Gefühle zu stark seien, ich mich besser organisieren müsste, durch mehr Fleiß mehr erreichen könnte, mich nicht so anstellen soll, weil es die anderen doch auch hinbekommen, nicht alles zu persönlich nehmen soll, nicht immer so sensibel sein soll und vieles mehr. Ich versuche mittlerweile Rahmenstrukturen zu schaffen, damit ich nicht krank werde aufgrund meines abweichenden Erlebens und den Umgang damit. Ich habe auch jahrelange Psychotherapie gemacht, welche mir geholfen hat, einen anderen Blick auf mich und mein Erleben zu bekommen. Aber natürlich ist das nur meine Sicht der Dinge. Die Diagnose „Depression“ z. B. hat mir auch geholfen zu erkennen, dass bestimmte Rahmenbedingungen nicht gut für mich waren. Ich fand es auch damals als befreiend. Ich kann mir also durchaus vorstellen, dass eine Diagnose auch hilfreich sein kann und da es erklärt, warum manches einfach nicht funktioniert, egal wie sehr man sich anstrengt.

    Also es geht mir hierbei nicht um die Diskussion „erworben oder angeboren“ und wer hier am meisten leidet oder so. Ich wollte eigentlich nur erklären, warum mir als Mutter im Allgemeinen wichtig ist, bestimmte Schieflagen frühstmöglich zu erkennen, damit es nicht noch schlimmer wird und das auch geholfen werden kann, einen besseren Umgang damit zu erlernen. Ich möchte meinem Kind helfen, wenn er tatsächlich nach mir kommt was seine Emotionsregulation und Reizverarbeitung betrifft, dass er nicht ähnliches wie ich durchleben muss. Dass er das Gefühl bekommt, dass er gut so ist wie er ist und seine Empfindungen nicht falsch sind, nur weil sie der Norm nicht entsprechen. Dafür will ich die notwendigen Rahmnenstrukturen, wenn möglich, schaffen. Und klar, da bin ich auch auf die Rückmeldung der Kita mit angewiesen, wie ich finde.

    acidsmile :

    Auch hier merke ich, dass ich missverstanden werde. Die Menschen, mit denen ich arbeite, sind sehr dankbar für meine Einstellung. Ich sehe ihre Not, ohne sie gleich als „gestört“ zu bezeichnen. Stattdessen helfe ich dabei oder versuche es je nach vorhandenen Möglichkeiten, dass sie eine gewisse Teilhabe am (gesellschaftlichen) Leben bekommen trotz ihrer Einschränkungen, die natürlich bei der Zielformulierung von Hilfen berücksichtigt werden. Ich verstehe einfach gerade nicht, warum mir regelrecht vorgeworfen wird, dass ich Menschen mit anderen neurologische Struktur als der Norm entsprechend ihr Leid, wenn vorhanden, ansprechen würde. Wo habe ich das hier je behauptet? Und ja, es gibt Fälle, wo nicht zwangsläufig schwerwiegende Probleme entstehen müssen und sind. Aber mir ist auch bewusst, dass das oft nicht der Fall ist und die Betroffenen und deren Familien leiden.

    Aber nun gut, ich bin hier jetzt wirklich raus aus dieser Diskussion. Ich denke, dass führt hier zu nichts.

    Ernalie :

    Den Begriff „Neurodivergenz“ kenne ich nur zu gut. Das ist eben das, was ich meine. Ich denke, dass es schwierig ist, hierüber zu schreiben. Im persönlichen Gespräch mit dir ist es vielleicht verständlicher was ich dazu meine. Es geht mir doch gar nicht darum, dass ich neurologische Unterschiede hierbei als nicht gegeben sehe. Das es diese gibt und ihre Auswirkungen hat, ist mir bewusst und habe ich nirgends dementiert. Stattdessen beziehe ich mich darauf, dass diese Unterschiede nicht zwangsläufig zu Problemen bzw. Störungen führen müssen. Das ist wie mit dem Wort „behindert“. Menschen sind anders, aber nicht zwangsläufig damit auch behindert, wenn gewisse Rahmenstrukturen gegeben sind. Aber das näher hier auszuführen, so denke ich, würde in diesem Thread zu weit führen.

    Ernalie :

    Ich habe echt keine Ahnung, wie du darauf kommst, dass ich behaupten täte, dass dieses eine Mädchen eine psychische Störung hat. Das habe ich nie behauptet! Stattdessen habe ich im Allgemeinen erklärt, warum mir als Elternteil es wichtig ist, dass mir von den Kita-Fachkräften bestimmte Vorkommnisse bezogen auf mein Kind erzählt werden. Im Zuge dessen könnte man dann auch über gewisse Probleme sprechen, die die ErzieherInnen im Kita-Alltag vielleicht nicht gesehen oder bemerkt haben, um einer möglicherweise negativen Entwicklung vorzubeugen. Ich habe mit keinem Wort erwähnt, dass ich die Kompetenz der Fachkräfte in Frage stelle. Keine Ahnung, wie man darauf nun kommen mag. Und was hyperkinetische Störungen und Menschen, die sich im Autismus Spektrum befinden, angeht, gehe ich nicht davon aus, dass diese sofort ab Zeitpunkt der Geburt eine Störung haben. Es sind vielmehr die heutigen Strukturen und Lebensumstände in der Gesellschaft, die zu Problemen für das Individuum führen können. Somit gehe ich weiterhin davon aus, dass ein Mensch nicht seelisch krank geboren wird.

    Im übrigen habe ich die Erzieherin auf die Bisswunde bei dem morgendlichen Abgeben angesprochen. Sie hat es nicht bemerkt. Sie war gestern Vormittag wegen einer Eingewöhnung drin und ihre Kollegin war alleine im Hof mit 15 U3-Kindern. Klar, dass man das dann schwer bemerken konnte.

    So und nun mag ich nicht mehr drüber schreiben. Für mich hat sich das Thema hier erledigt. Ich will mich nicht ständig für irgendwelche Aussagen, die ich nicht mal getätigt habe, rechtfertigen lassen oder mir sagen lassen, dass ich ja scheinbar keine Ahnung von der Realität habe. Das geht mir dann auch zu weit!

    Ernalie :

    Ich denke, dass auch hier ein Missverständnis vorliegt, weshalb ich mich mal selber zitieren:

    Zitat

    Wobei ich das allgemein meinte und nicht bezogen auf dieses Mädchen, welches Streitigkeiten mit meinem Sohn hatte. Ich weiß ja auch gar nicht, wie ernstzunehmend die Konflikte zwischen den beiden waren und kann mir auch vorstellen, dass ein anderes Kind zugebissen hatte, weil Nicki sein Spielzeug nicht abgeben wollte. Er hält das wohl sehr eisern fest in der Kita.

    Also nein, ich habe dem Mädchen keine seelische Erkrankung unterstellt.

    Ansonsten denke ich, dass wir eine unterschiedliche Auffassung zum Thema „Hyperkenitsche Störung“ und bezogen auf Autismus haben. Das hier näher auszuführen wäre vollkommen OT. Daher möchte ich das hier nicht vertiefen.

    Shalea :

    Doch, ich kenne da die Realität sehr gut. Ich arbeite als Sozialarbeiterin in der Eingliederungshilfe im Sozialamt. Wir SozialarbeiterInnen überprüfen den Hilfebedarf und ich weiß, dass es an Fachkräften auf Seiten der Hilfeerbringer (und leider auch sehr stark bei uns in den Ämtern) stark mangelt. Ich denke aber, dass hier gerade ein Missverständnis vorliegt. Ich bezog mich auf Kinder mit eben diesen starken seelischen Problemen, die sich aber eben auch erst entwickeln müssen. Kein Kind wird seelisch krank geboren und bei manchen Kindern zeigt sich bis zum 2. Lebensjahr noch nicht sofort eine geistige Behinderung. Und manche… nun ja, dass zeigt leider die Realität auch sehr gut, werden durch soziale Einflüsse und fehlende Unterstützung und Förderung geistig behindert gemacht, wenn man so will. Daher mein Einwand, dass es sinnvoll und hilfreich sei, wenn ErzieherInnen mit Eltern gewisse Problematiken besprechen und rechtzeitig zur weiterführenden Hilfen raten. Denn ja, auch die Bearbeitungszeit aufgrund des starken Personalmangels in den Jugend- und Sozialämtern als auch die Suche nach geeigneten Hilfeerbringer gestaltet sich oft als doch recht lange, was sich bei so kleinen Kindern, die in kurzer Zeit viele Entwicklungen durchlaufen, sehr schwerwiegend auswirken kann.

    Ich glaube, wir haben auch dafür unterschrieben, dass Sonnencreme und Wundschutzcreme genutzt werden dürfen. Das erinnert mich daran, dass ich noch den Zettel fürs Nasenspray unbedingt ausfüllen muss und eben dieses Nasenspray besorgen und in der Kita abgeben muss. Da bin ich wiederum echt froh, dass sowas bei uns in der Kita so unkompliziert läuft. Es gibt auch viele gute Dinge da. Ich denke wirklich, dass gewisse Dinge dem Personalmangel geschuldet sind. Hier ist der Betreuungschlüssel eigentlich auch 1:6, da U3. Aber dennoch werden im Laufe des Jahres bis zu 24 Kinder aufgenommen in der Hoffnung, dass immer eins krank ist oder so und bald wechseln auch wieder welche in Gruppe 2 rein. Die Frage ist nur, ob dann auch irgendwann doch der Aufnahmestopp kommt, da schon seit über einem halben Jahr nur 3 Erzieherinnen für die Gruppe 1 (also in der, in der auch Nicki ist) da sind. Ich weiß auch, dass es schon viele Tage gab, wo eben mehr als 18 Kinder da waren. Da ist es wahrscheinlich nicht verwunderlich, wenn bestimmt Vorkommnisse einfach nicht bemerkt werden können.

    Shalea:

    Nein, mit professioneller Hilfe bezog ich mich auf die Inanspruchnahme eines I-Kita-Platzes oder auch einer 1:1-Betreuung (in schwierigen Fällen), welche vom Sozialamt finanziert wird. Auch Frühförderung oder Ergotherapie kann wohl helfen (zu dem Thema wurde hier ja vor kurzem auch was geschrieben), um mit Gefühlen und deren Ausleben besser in der Gruppe klarzukommen. Wobei ich das allgemein meinte und nicht bezogen auf dieses Mädchen, welches Streitigkeiten mit meinem Sohn hatte. Ich weiß ja auch gar nicht, wie ernstzunehmend die Konflikte zwischen den beiden waren und kann mir auch vorstellen, dass ein anderes Kind zugebissen hatte, weil Nicki sein Spielzeug nicht abgeben wollte. Er hält das wohl sehr eisern fest in der Kita.

    Ach hier mal ein Foto von der Bisswunde:

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    Wirklich verdeckt wurde die Stelle durch das T-Shirt nicht. Ich habe es nur vorhin beim Abendessen erst bemerkt, da er sich mit Wasser bekleckert hat und ich ihm daher das T-Shirt ausgezogen hatte. Ich achte nicht ständig auf mögliche Verletzungen. Klar, die Erzieherinnen auch nicht. Aber wenn ein Kind stark weint und sich dann vielleicht noch die Stelle festhält, dann sollte das schon auffallen. Als unsere Katze ihn mal leicht am Arm gekratzt hatte, hat er sich die Stelle auch festgehalten und darauf gezeigt. Ich kann mir vorstellen, dass er auch hier so reagiert hat. Aber letztendlich muss ich natürlich schauen, was mir morgen dazu gesagt wird. Ich hoffe einfach, dass dann darauf geachtet wird, dass sowas nicht zur Tagesordnung wird.

    Tatsächlich finde ich es schon wichtig, dass Eltern über gewisse Verletzungen informiert werden. Zum Beispiel ist es wichtig, dass der Abheilungsprozess bei einer Bisswunde beobachtet werden sollte, da auch kleinste Verletzungen der Haut böse enden können. Klar muss nicht, ist dann aber nicht nur blöd, wenn was schlimmes passiert, nur weil man nicht rechtzeitig versorgt hat, sondern beim eigenen Kind schon wesentlich schlimmer (empfinde ich zumindest so).

    Beim Nasenbluten habe ich die Erzieherin dann selber gebeten gehabt, mal öfters darauf zu achten, dass er nicht ständig poppelt. Hätte man mir das mit dem Nasenbluten gleichgesagt, hätte ich das ja entsprechend erklären können. Und ich hätte ein gutes Gefühl in die Kita trotz Personalmangel. Hier besteht ja auch für mich die Frage, inwiefern können sie eine gute Betreuung leisten, wenn gehäuft Vorkommnisse nicht bemerkt werden. Aber nun… ich bin mir nicht mehr sicher, ob es am popeln liegt, weil zu Hause hatte er bislang noch kein Nasenbluten. Es gibt da ein älteres Mädchen, welches… ja wie soll ich sagen? nicht nett mit Nicki umgeht. Nicki hat Probleme mit dem Teilen (klar, Kinder unter 2 Jahre können das durchaus haben, da deren Kooperationsbereitschaft noch nicht so stark ausgebildet ist). Nun gibt es im Außenbereich dieses Spielhaus, was Nicki sehr sehr gerne mag. Dieses Mädchen mag es auch. Ich habe nun in den letzten Wochen schon zweimal erlebt, dass das Mädchen nicht will, dass er im Haus ist. Einmal hatte sie ihm den Weg dort hinein versperrt und das andere Mal eben gegen seinen Willen dort rausgezerrt. Nun frage ich mich schon, ob das mit der blutigen Nase auch von einem leichten Schlag darauf oder so kommen könnte. Ich denke, dass auch solche Dinge beobachtet werden sollten. Gerade wenn auch noch ein gewisser Altersunterschied zwischen den Kindern besteht. Am Nachmittag spielen die Kinder aus der Krippe oft zusammen im gleichen Bereich wie die Kindergartenkinder. Auch da wünsche ich mir, dass entsprechend mit den Kindern Streitigkeiten geklärt werden und vielleicht auch die Eltern mit ins Boot geholt werden, wenn das Fehlen von Konfliktbewältigungsstrategien sich stärker auf den Kitaalltag auswirkt. Manche Kinder brauchen da einfach auch professionelle Hilfe. Das mal so als Begründung meinerseits, warum ich informiert werden will.

    Und natürlich möchte ich trotzdem das mit Beißen morgen in einem hoffentlich freundlichen Ton ansprechen. Ich mache mir einfach Sorgen, dass mein Kind nun häufiger Opfer werden könnte und er dann wohl auch zu recht nicht mehr in die Kita will. Denn tatsächlich gibt es immer wieder Tage, wo er dort auf keinen Fall hin möchte. Nur müssen wir halt auch arbeiten und haben niemanden, der seine Betreuung sonst übernehmen könnte.