Auf mich macht es den Eindruck, dass ihr sehr viel mit Logistik und Organisation rund um euren Hund beschäftigt seid und nur wenig dazu kommt, aktiv Zeit mit ihm zu verbringen. Daher kann ich eure Sorgen und Bedenken, wie es langfristig mit Freddy weiter gehen soll, wenn du auch noch ausziehst, gut verstehen.
Die Tage deiner Mutter klingen lang und anstrengend. Natürlich ist es praktisch, dass Freddy durch das HO nicht jeden Tag fremdbetreut werden muss, und dass der Hund während der Arbeitszeiten auch im HO mehr oder weniger Sendepause hat, ist ja normal.
Für mich persönlich würde die Entscheidung (die meiner Meinung nach vor allem deine Mutter treffen muss, da sie nunmal die Haupt-Last trägt) davon abhängig sein, ob ich die wenige Freizeit, die ich habe, gerne mit meinem Hund verbringe oder ob sie eher für ihn "opfere" und den Hund als Last empfinde. Ist es für deine Mutter z.B. ein Stressfaktor morgens vor der Arbeit im Home Office noch mit dem Hund raus zu müssen, oder ist es Quality Time, die für einen guten Start in den Tag sorgt?
Mir kommen ein paar Dinge in den Sinn, von denen ich aber nicht weiß, inwiefern die für euch umsetzbar sind. Wenn deine Mutter im Home Office nicht die Möglichkeit hat mittags mit Freddy spazieren zu gehen, könntet ihr vielleicht einen Dogwalker engagieren, der den Hund in der Mittagspause abholt?
Vielleicht wäre das auch an den Tagen, an denen deine Mutter ins Büro muss, langfristig eine Alternative. Wenn Freddy bereits ein paar Stunden allein bleiben kann, dann könnte man das doch weiter ausbauen, sodass morgens jemand eine kleine Runde mit ihm geht (dann müsste eventuell deine Mutter oder dein Bruder eine halbe Stunde früher aufstehen), er den Vormittag allein Zuhause bleibt, mittags von einem Dogwalker zu einem Spaziergang abgeholt wird, und dann den Nachmittag über wieder allein bleibt, bis deine Mutter oder dein Bruder nach Hause kommen. Ich stelle es mir deutlich entspannter vor, wenn man den Hund nicht noch ständig bei der Hundepension zu fixen Zeiten abliefern und einsammeln muss. Und je nach Typ Hund stelle ich mir das auch für den Hund entspannter vor.
Und es ist natürlich schade, dass ihr den Hund kaum irgendwohin mitnehmen könnt, wenn in eurem Umfeld so viele Menschen allergisch auf ihn reagieren. Allerdings ist es für die meisten Hunde ja nun auch nicht die allerspaßigste Beschäftigung bei Fremden Zuhause oder im Restaurant brav unter'm Tisch zu liegen. Da hätte ich kein allzu schlechtes Gewissen, den Hund stattdessen zuhause zu lassen, vorausgesetzt er kann entspannt allein bleiben. Als Beispiel: Falls deine Mutter sich ihre privaten Verabredungen auf die Wochentage legen kann, wo sie HO macht, ist Freddy ja nur am Abend allein. Dann geht sie nach Feierabend noch mit ihm spazieren und dann trifft sie sich im Anschluss ohne ihn mit Freunden.
Ich finde es relativ normal, dass unter der Woche außer regelmäßigen Spaziergängen nicht allzu viele "Hunde-Aktivitäten" stattfinden. Und dann ist für mich einfach die große Frage, mit der alles steht und fällt, ob man am Wochenende gerne Aktivitäten plant, an denen sowohl der Hund als auch man selbst Spaß hat. Wenn das nicht der Fall ist und man nur aus schlechtem Gewissen Zeit mit dem Hund verbringt, weil dieser ja schon die ganze Woche über zu kurz gekommen ist, und man das Gefühl hat, dass diese Zeit mit dem Hund von der eigenen Freizeit abgeht, dann wäre das für mich persönlich keine Dauerlösung (aber bitte nicht falsch verstehen, das soll überhaupt nicht heißen, dass sich jedes Wochenende bzw. das gesamte Wochenende um den Hund drehen soll).
Ich hoffe ihr findet eine Lösung, mit der ihr alle gut leben könnt. Es ist super, dass ihr euch rechtzeitig und reflektiert damit auseinander setzt.