Ich mach mir manchmal Sorgen, dass unserer sein Leben lang nur noch an der Schlepp gehen kann... Wir haben mit so einem krass ausgeprägten Jagdtrieb nicht gerechnet, und glaube ich weder das Können noch die Ressourcen das mit Training wirklich relevant zu ändern. Er jagd ausschließlich auf Sicht - Rennen ist ohnehin das größte, alles andere ist im Grunde langweilig. Wenn wir einmal wo wohnen wo wir Hundesport machen können wollen wir das auch, aber es muss eigentlich etwas sein wo er vor allem Rennen kann. Jegliches Spielen findet er zuhause langweilig, selbst für unseren jüngeren Zweithund fühlt er sich grad glaube ich zu erwachsen, schnüffeln ist langweilig, nur Rennen ist spannend. Seine zwei Modi sind Schlafen und Rennen. Zuhause schläft er auch gerne 22 Stunden, die restlichen zwei Stunden will er Rennen wie bekloppt, und das am liebsten durch Jagen. Und wenn er draußen an der Schlepp ist ist er die meiste Zeit so ein bisschen beleidigt, weil er nicht Rennen/Jagen darf wie er will. Vielleicht ist das Pubertät (er ist 1,5 Jahre) und wird besser, ansonsten frage ich mich wirklich manchmal ob das so das tollste Leben für ihn ist... Wie geht ihr denn damit um? Also glaubt ihr nach ganz viel Training gibts irgendwann für eure Hunde ein Leben ohne Schlepp? Und tut euch das manchmal leid, wenn der Hund nur noch an der Leine ist? Ich wollte irgendwie gerade deshalb einen Hund, weil ich eben kein Tier wollte das ich einsperren muss, deshalb hab ich da echt irgendwie dran zu knabbern...
Also ich muss sagen, dass ich das mittlerweile relativ entspannt angehe. Theo ist ja im Grunde auch immer an der schlepp.
Wir haben ein ähnliches Problem- Wenn er rennt, dreht er sehr hoch und rennt dann eben am liebsten Kreuz und quer durch den wald- selbst ohne wild. Wenn dann noch ein Reiz kommt, ist natürlich kein Halten mehr.
Wir üben gerade freilaufen ist Entspannung.
D.h. sobald ich ihn von der leine mache, darf er nur um mich rum sein. Hinter und neben mir, aber nur 1 bis 2 Hundelängen vor mir.
Er darf schnüffeln und wenn er schnüffelt, bleibe ich stehen (wird überall natürlich anders empfohlen), da er sonst zu mir flitzen würde, wenn er fertig ist und sich damit wieder hochdrehen würde und als nächstes vermutlich im Wald verschwindet. Selbst wenn es nur ist, um 60 Meter zu rennen und da auf mich zu warten, um ein Jagdspiel zu starten- das vermeide ich momentan einfach rigoros.
Dann vergisst er nämlich auch die "wir bleiben auf dem weg"-Regel.
Also gibt es das nur total kontrolliert.
Ich habe 10 bis 40 Meter schlepp, d.h. Da kann er durchaus auch mal strecke machen.
Dazu läuft er am Rad und ist im Mantrail aktiv, um seine Bedürfnisse zu befriedigen.
Ich habe mich damit mittlerweile recht gut arrangiert, auch wenn ich mir das natürlich anders vorgestellt habe und zwischendurch auch ziemlich verzweifelt war.
Wir arbeiten weiterhin fleißig an allen stellschrauben, die einen "richtigen" Freilauf evtl. irgendwann möglich machen. Aber ich rechne da jetzt in Jahren, nicht in Wochen oder Monaten.
Und wenn nicht- joa, dann denke ich, hat er trotzdem ein ganz schönes Leben.
Und ich kann sicher sein, kein anderes Leben oder sogar seines zu gefährden durch eine Jagd.
Bald haben wir auch einen Garten, da kann er dann auch frei laufen, genau wie ab und zu auf dem Hundeplatz.