Lilli, Labrador, glaubt auch mit knapp vier Jahren noch, dass Interaktion mit Fremden irgendwie höfliches Verhalten gegenüber Menschen ist, die sie ansprechen. Sie findet es aber eigentlich richtig doof. Entsprechend schnell geht das dann auch vonstatten, wenn jemand Kontakt mit ihr sucht und ich es doch mal erlaube: sie wuselt hin und wuselt eine Sekunde später wieder weg. Je bekannter ihr ein Mensch ist, desto mehr Nähe lässt sie zu, das ist z.B. gegenüber meiner Nachbarin und einer ihrer erwachsenen Töchter der Fall.
Danach richte ich entsprechend mein Verhalten: Streichelanfragen von Fremden an sie lehne ich in aller Regel ab, meistens mit und manchmal ohne Begründung, je nach Situation.
Ganz anders war z.B. Merlin, rumänischer Mix. Dessen Kontaktaufnahme zu Menschen war immer langsam und vorsichtig, aber dann konnte er von Krauleinheiten nie genug kriegen, egal von wem. Streichelanfragen an ihn habe ich sehr oft zugelassen, einzige Voraussetzung war da, dass er zu den Menschen kommen durfte, nie die Menschen auf ihn zugingen.
Mit anderen Worten: ob meine Hunde angefasst werden wollen, entscheiden sie selbst, ich sorge für die Umsetzung ihrer jeweiligen Bedürfnisse und Interessen.