An körperliche Gewalt in meiner Kindheit kann ich mich zum Beispiel gar nicht erinnern. Mit ca. 22 habe ich mir mal eine von meiner Mutter gefangen, wir hatten beide Sekt getrunken auf der goldenen Hochzeit meiner Großeltern und hatten richtig üblen Streit, worüber weiß ich nicht mehr. Wir haben uns angeschrien und ich sie hat mir eine Backpfeife gegeben. Danach haben wir ewig nicht mehr gesprochen und uns irgendwann zusammengesetzt und es „aufgearbeitet“.
Bei uns wurde definitiv viel in Sachen Gefühle und Umgang mit Gefühlen falsch gemacht. Mein Bruder kann z.B. auch überhaupt nicht mit Trauer umgehen, mein Partner auch überhaupt nicht. Seit 2022 der beste Freund der beiden tödlich verunglückt ist, haben beide regelmäßig „Zusammenbrüche“ wenn die Trauer ganz plötzlich mit aller Macht raus will. Das kann nicht gesund sein.
Dagegen habe ich ein ganz großes Thema mit dem Umgang mit Wut. Ich kann das ganz schlecht „gesund“ rauslassen und mich auch nur ganz schwer selber regulieren. Als Kind wurde ich aufs Zimmer geschickt, als „hysterisch“ und „Zicke“ bezeichnet und war eine „Dramaqueen“. ![]()
Meine Verwandten haben mal zu mir gesagt „Hoffentlich ist Babymädchen genau wie du, dann siehst du mal wie anstrengend du warst und wie du einen auf die Palme bringen konntest“ und jedes Mal denke ich mir „Ja, hoffentlich ist sie genau wie ich, wenn wir jetzt nicht die gleichen Fehler machen, dann könnte ich nämlich sehen was aus mir geworden wäre wenn man vieles anders gemacht und mehr unterstützt hätte.“
Ich lese gerade ein Buch zu dem Thema
https://www.thalia.de/ul/shop/home/a…ils/A1056700332
Und das öffnet einem schon so ein bisschen die Augen.