Der Hund hat mich zweimal beinahe meine Nerven gekostet.
Einmal als sie noch ein Welpe war. Wir waren mit einer Freundin und ihrer Labrador Hündin unterwegs. Cupra fand Wasser zu dem Zeitpunkt total gruselig und hat sich davon ferngehalten, die Labrador Hündin natürlich nicht. Sie ist in einen kleinen Bach baden gegangen und plötzlich entschied sich Cupra, mitzugehen. Da es nur ein kleiner flacher Bach war, habe ich sie machen lassen und es sogar noch gefilmt. Plötzlich rutscht der kleine Hund auf einem Stein ab und geht einmal komplett unter, da genau dort der Bach natürlich tiefer sein musste. Natüüürlich. Der kleine Hund also einmal komplett untergegangen und jegliche Orientierung verloren, panisch geworden, man hört auf dem Video wie ich diesen Moment geistreich mit einem "Oh!" endlich verstehe, dann fliegt das Handy auf den Apshalt. Ich habs weggeworfen und bin reingestolpert um das Hundekind am Nackenspeck aus dem Wasser zu ziehen. Danach haben besagte Freundin und ich nur schweigend dagestanden und die Situation verarbeitet um danach in einer Bewältigungsstrategie zu lachen wie Doof. ![]()
Das zweite Mal war Silvester 2023, unser erstes Silvester mit Baby und ich war aufgeregt, übermüdet und nicht ganz Frau meiner Sinne. Ich wollte abends nochmal schnell mit dem Hund raus bevor die Abendroutine mit Baby beginnen sollte und habe die Leine an den Hund gemacht, aber ich habe die Leine gar nicht an den Hund gemacht. Bis heute kann ich absolut nicht mehr rekonstruieren was genau ich da gemacht habe, aber definitiv nicht die Leine an den Hund. An sich nicht soooo dramatisch, da sie nicht aus der Tür rennen und auf nimmer Wiedersehen wäre. Aber natürlich, natüüüüürlich, hockt in dieser Sekunde als ich die Haustür öffne die Katze des Nachbarkindes vor der Tür. Der Hund natürlich sofort hinterher und mein sehr übermüdetes Gehirn steht da mit der Leine in der Hand an der ja eigentlich der Hund sein sollte, aber nicht dran war. Der Hund fetzt unterdessen quer über die Straße (Gott sei Dank ein Wendehammer, also Verkehr nicht üblich und wenn dann Schrittempo) in den Garten des Nachbarn gegenüber, in die Dunkelheit. Nicht mal eine halbe Sekunde nachdem ich sie nicht mehr sehen konnte gab sie einen Schrei aus der Hölle von sich, gefolgt von Winseln und Jaulen und dann Ruhe. Ich rufe und rufe und beeile mich zum Garten zu kommen, kann aber schwarzen Hund auf schwarzem Hintergrund nirgendwo erkennen und höre auch nichts mehr. Immer weiter gerufen, es kam nichts mehr. Ich war mir sicher sie ist nicht mehr hier in diesem Garten. Also Straße abgelaufen, Parallelstraße abgelaufen, nichts. Sie hört normalerweise wirklich immer wenn ich rufe (spätestens wenn der Reiz fort ist) und ich habe mir alles mögliche ausgemalt. Wir hatten auch eine Autobahn in der Nähe die für einen panischen Hund querfeldein auch nicht unmöglich zu erreichen gewesen wäre (ist zwar umzäunt, aber man weiß ja nie). Bin irgendwann in Tränen ausgebrochen und zurück nach Hause, fix und fertig, da kommt diese blöde Kackbratze seelenruhig aus unserem Garten aus der Dunkelheit. Ich habe sie nur wortlos mit reingenommen und sie mir dann angeschaut. Sie hatte ein aufgeschlagenes Kinn, eine komplett aufgeschürfte Nase, sowas wie eine kleine "Platzwunde" an der Augenbraue, einen gespaltenen Zahn und aufgeschürfte Vorderbeine. Haben alles gesäubert und den Hund mit Eierlikör "verwöhnt" (war ja sowieso Silvester) und am nächsten Tag konnte ich dann im hellen ein wenig spekulieren was wohl passiert war. Vermutlich ist sie der Katze wirklich kerzengerade durch den Garten des Nachbarn nach, der hat allerdings einen gepflasterten Weg der mit so Steintöpfen (solte halbrunden rauen Dinger) abgegrenzt ist. Ich gehe mal davon aus dass der Hund im Tunnel der Jagd diese Dinger in der Dunkelheit nicht rechtzeitig registriert hat und voll reingerannt und darübergestürzt ist, auf den gepflasterten Weg.
Und einmal hat mir ein fremdes Kind einen Herzinfarkt verpasst und ein fremder Hund wahrscheinlich Schlimmeres verhindert:
Wir waren sonntags bei Ikea und da konnte man in einem Parkhaus parken. Wir sind bis ganz nach oben gefahren und haben geparkt. Da wir ganz am Ende des Parkhauses standen, sind wir eine Weile auf den Fahrstuhl zugelaufen, vor dem ein Mann stand, einen kniehohen Hund an der Leine, die Leine hatte er sich in die Ellenbeuge geklemmt während er versuchte seine Zigarette anzuzünden, was ihm irgendwie nicht gelang. Ich hab das Ganze auch nur so genau beobachtet weil dieser Hund einfach aussah wie Cupra in halb so groß und mit weniger Fell. An uns vorbei fuhr dann ein Auto das weiter vorne parken wollte, in dem Moment öffnete sich der Fahrstuhl, noch bevor die Türen komplett offen waren, stürmte ein Kind (vllt. 2?) heraus, an dem Mann vorbei, direkt vor das Auto, das da begonnen hatte einzuparken, die Eltern schrien, der Mann mit der Zigarette schrie, der Autofahrer bemerkte das Kind aber nicht und setzte sein Parkmanöver fort und dann bolzt dieser kniehohe Hund das Kind plötzlich von hinten Vollgas um. Und das alles in gefühlt 3 Sekunden Echtzeit. Das hat der Autofahrer dann auch mitbekommen und eine Vollbremsung hingelegt. Danach waren selbst meine Beine wie Gummi und wir waren noch relativ weit weg, ich hab die ganze Zeit nur gedacht "Der überfährt das Kind jetzt, der sieht das nicht."
Ich denke der Hund hat das Kind einfach nur gejagt/gestellt, weil es zuvor aus dem Fahrstuhl heraus ja direkt an diesem Hund vorbeigerannt ist und er da direkt drauf angesprungen ist, aber das Timing war perfekt, auch wenn die Intention dahinter echt schwierig war.
Seitdem bin ich mit unserem Kind bei Fahrstühlen echt pingelig was rausrennen betrifft, egal wo dieser Fahrstuhl ist. Und auf Parkplätzen sowieso.