Also..in gewisser Weise schon, denn jede Impfung trainiert das Immunsystem. Abhängig vom jeweiligen Impfstoff und der entsprechenden Erkrankung kommt es zu nachhaltigen Effekten. Beispielsweise schützt eine Grippeimpfung umso mehr, je mehr Grippe Impfungen man vorher durch hat.
Das liegt aber daran, dass wir es bei Grippe jedes Jahr mit einem neuen Viren-Mix zu tun haben. Wenn ich jedes Jahr geimpft werde, werde ich gegen immer mehr Influenza-Varianten immun. Bei Impfungen wie Tetanus, wo der Erreger über Jahrzehnte stabil bleibt, gibt es so einen Effekt meines Wissens nach nicht. Zumindest die 3-jährigen Impfungen für Hunde gehören zu dieser Gruppe.
Oft ist die immunologische Antwort im Alter auf eine einzelne Impfung an sich auch gar nicht mehr ausreichend für einen Impfschutz, aber durch das vorherige "Training" des Immunsystems ist es dann doch ein gewisser Schutz gegeben.
Zeitlich kommt aber in der Regel erst die Phase, wo sich die Zellen nach und nach weniger teilen und ein Impfschutz mit höherer Wahrscheinlichkeit verloren geht. Da ist eine Nachimpfung sinnvoll.
Wenn die Impfung gar nicht mehr anschlägt, ist das Immunsystem schon sehr geschädigt und ich kann mir nicht vorstellen, dass die verbliebene spezifische Abwehr dann noch ausreicht, die Krankheit abzuwehren. Wie oben gesagt, einen Hund "in der letzten Kurve" würde ich auch nicht mehr impfen.