Ich finde diesen "der Hund will mich kontrollieren"-Gedanken, wenn der Hund mir nachläuft, Körperkontakt sucht oder sonst freundliche Aufmerksamkeit sucht, merkwürdig. Warum soll er das wollen? Und können Hunde wirklich so komplizierte Gedanken wie: "Dieser Mensch lässt meine Nähe/mein Kuscheln zu oft zu und ist daher nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen" haben?
Vielleicht will er tatsächlich einfach das, was er tut: Nähe, freundlichen Austausch, auch Rückversicherung, das "wir zwei" zusammen gehören.
Vielleicht mal ein Blick in die Verhaltensforschung: Wölfe, und z.T. auch verwilderte Hunde, bilden sehr enge Bindungen zwischen den Partnern eine Paares aus. Sie behalten sich immer im Blick und synchronisieren ihr Verhalten so gut wie möglich. Beide sind selbstbewusst und können auch gut für sich selber sorgen. Aber in der Evolution ihrer Vorfahren hatten eng gebundene Paare mehr Fortpflanzungserfolg als weniger synchronisierte Paare. Natürlich denken die Tiere nicht drüber nach, aber ihre Motivation für Nähe und gegenseitige Abstimmung ist quasi angezüchtet.
Hunde haben dieses Bindungsverhalten in der Haustierwerdung auf den Menschen übertragen. Sie wollen in der Nähe ihres Menschen (oder ihrer Familie aus Menschen und ggf. auch weiteren Hunden) sein, wissen was abgeht und mitmischen, wenn ihnen danach ist.