Beiträge von Naryth

    Mal als kleiner Einblick in einen anderen Teil des Zughundesports: Langdistanz-Rennen.

    Aktuell läuft ja grade noch das Iditarod und Dallas Seavey hat es jetzt vor ein paar Stunden zum 6. mal gewonnen.

    Ich finds einfach Wahnsinn, wie die Hunde nach dieser langen Strecke noch laufen.

    Das waren 975 Meilen ( ca. 1550km) in 9 Tagen und 2h.

    https://www.facebook.com/reel/1465784924319581

    Und das, obwohl er zum Teil wirklich keinen leichten Lauf hatte. Sein Team wurde von einem Elch angegriffen, den er dann leider erlegen musste, da der auch einen seiner Hunde so schwer verletzt hat, dass er in eine Klinik geflogen werden musste und dort Not-operiert wurde (dem Hund gehts wieder gut).

    Wenn ich das von den ganzen Vereins-Streitereien und Vereins-Politik lese, bin ich ganz froh, dass es sowas bei Alaskaner, als nicht anerkannte Rasse nicht gibt. :see_no_evil_monkey:

    Aber das mit den gefälschten Stammbäumen kenne ich auch von den Sibiriern. Da wurden in den Rennlinien auch öfter mal Alaskaner eingekreuzt, damit sie schneller und leistungsfähiger werden. In den Papieren stand dann aber ein SIbirier. In manchen Länder ist deshalb, soweit ich weiß, mittlerweile ein Gentest verpflichtend. Ich glaub Schweden wars.

    Ich finds aber generell interessant, das mal alles so zu lesen, wo bei mir ja in den nächsten 1 1/2-2 Wochen der erste Wurf einer nicht-anerkannten Rasse ansteht, der allerdings nicht mir, sondern der Züchterin meiner Huskys gehört. Also so eine Art Co-Owner Ding, wobei der Wurf bei mir fällt. Als "Entschädigung" dafür habe ich die Hündin kostenlos bekommen und kann einen Welpen aus dem Wurf behalten. Dass ich die Hündin für den Wurf wieder zu ihr gebe, käme für mich allerdings nicht in Frage.

    Bei den Alaskanern ist der Welpenpreis ja bspw auch relativ niedrig (die meisten liegen bei um die 1.000€), einfach auch weil Musher idR nicht sooo viel zahlen. Im Monosport bei den Greysthern sehen die Preise schon wieder ganz anders aus. Da ist es einfach ein ganz anderes Klientel, das ganz andere Preise bereit ist zu bezahlen.

    Was man auch dazu sagen muss: Bei Alaskaner, Hound und Co werden kaum bis keine Gesundheitsuntersuchungen gemacht. Bei "meinem" Wurf sind beide Eltern auf AHE (rassetypische, genetische Erkrankung) untersucht, ansonsten nix. Ich möchte allerdings in ca. 2 Jahren nochmal selber einen Wurf mit ihr machen und da möchte ich sie vorher noch Röntgen lassen und ein paar weitere Gentests machen lassen.

    Das ist, finde ich, der einzige negative Punkt daran, dass es für den Alaskaner keinen Zuchtverband gibt, der verpflichtende Untersuchungen vorschreibt.

    Ich finde zwar, dass es durchaus eine gute Gesundheit erfordert, wenn der Hund bei Langdistanzrennen (300-1200km) gut läuft, aber einige Faktoren bemerkt man auch da nicht.

    Darf ich fragen warum ein Langgeschirr bei einem kleinen Hund nicht so sinnvoll ist? Wobei zwischen 3 und 7,5kg ja auch noch einmal ein deutlicher Unterschied besteht =)

    Egal ob 3kg oder 10kg: Der Zug kommt sehr steil von oben, da wird ein Langgeschirr einfach nur angehoben, das "X" kann seinen Job (den Rücken unterstützen) nicht richtig machen und außerdem sind X-backs eigentlich für einen tiefen Zugpunkt (Wagen/Schlitten) ausgelegt. Bei großen Hunden wird das am Bike/ beim Canicross noch durch die Größe kompensiert, aber bei so kleinen Hunden ist der Winkel dann schon extrem steil und auf diese Winkel ist ein X-Back ganz einfach nicht ausgelegt.

    Das andere ist die Annahme, dass bei 10 und mehr Hunden, alle sich wie Freunde und Familie fühlen und demokratische und selbstlose Gruppenstrukturen bilden, selbst wenn kein Mensch da ist um den Daumen drauf zu halten.


    Da hab ich halt eher meine Zweifel.

    Darüber habe ich mich am Wochenende mit einer unterhalten, die jahrelang in dem Wolf-Forschungszentrum in Niederösterreich als Forscherin gearbeitet hat.

    Während die Wölfe auch in größeren Gruppen immer gut klar kamen, hatten die Hunde in großen Gruppen oft größere Beissereien, sobald die Menschen weg waren, da ihrer Beobachtung nach die Hunde meist ein Problem damit hatten, mit der Führungsrolle nicht überfordert zu sein.

    Seit dem sind die Hunde dort eher in kleineren Gruppen von 2-3 Hunden.

    Arbeite ich jeden Hund wirds - finde ich - mit steigender Anzahl absolut nicht entspannter. Mache ich mit den Hunden aber einfach just for fun (bitte nicht abwertend verstehen, so ist es nicht gemeint!) ein bisschen was und gehe mit ihnen spazieren, dann sieht die Sache nochmal anders aus.

    Kommt auch wieder drauf an, was mit den Hunden gearbeitet wird.

    Im Schlittenhundesport empfinde ich s nicht als viel aufwändiger, ob ich jetzt 4, 6 oder 10 hab. (Der Unterschied von 1/2 zu 3/4 ist da schon stärker, weil da dann Bike/Scooter nicht mehr reicht, sondern ein Wagen her muss und da ist man dann schon eingeschränkter. Man kann nicht auf allen Wegen fahren, muss den Wagen auch irgendwie transportieren, ein guter Wagen kostet ne Stange Geld etc.)

    Im Rettungshundesport ist bei mir bei 3 definitiv die Grenze, weil da alle dauerhaft einzeln gearbeitet werden müssen.