Ich finde es auch nicht ganz unwichtig zu erwähnen, dass du liebe Hektorine keine praktische Erfahrung in der Vergesellschaftung von Hund und Katze hast. Bitte korrigier mich, wenn ich mich hier irre. Eigene Erfahrung würde sicherlich für dich ein differenzierteres Licht auf das Thema werfen.
Ich kann nur von meinem Hund berichten. Seine Hundesitterin besitzt vier Katzen. Ove hatte vorher noch nie eine Katze näher als 20 Meter geschweige denn im Innenraum gesehen. Man schaute sich einmal an, lief seines Weges und gut war. Einmal gab es einen überschwänglich unbeholfenen, aber nicht unfreundlichen Annäherungversuch meines Hundes, der durch den Menschen einfach zu managen war und nicht wieder vorkam. Nach ein paar Betreuungstagen schliefen dann Hund und Katze auf dem gleichen Sofa. Verhaltensspanne irgendwo von Ignoranz bis freundlichem Interesse. So kann es also auch gehen.
Wenn dir die Pudelbeschreibungen zusagen, dann kann ich dich auch noch einmal auf den Lagotto aufmerksam machen. Ein wenig mehr Arbeitshund als Begleithund sehe ich ihn – ohne Pudel zu meinem engen Hundefreundeskreis zu zählen – aus Erzählungen als ein wenig anspruchsvoller in Haltung und Erziehung als den Pudel. Meiner ist einfach ein lustiger Freund. Genau die richtige Mischung aus eigensinnig und an Zusammenarbeit interessiert. Spritzig mit Arbeitswillen, Pfiff und eigenen Ideen. Dabei trotz Eigensinn auf eigene Art sehr sensibel, das ist nicht zu unterscheiden. Freundlich überschwänglich zu Mensch und Hund. Hier ist er etwas distanzloser als in der Rassebeschreibung oft zu lesen ist. Er begleitet mich ins Büro, in die Großstadt und liebt gleichermaßen lange Wanderungen, Schlammpfützen und alles was mit der Nase zu tun hat: suchen, Dummyarbeit. Man muss der Typ für Hunde mit Pfeffer im Po sein und bereit sein für den schmalen Grat zwischen wirrer Hibbeligkeit und einfach gesundem, wuselig-freudigem Pepp.