Dazu muss man sagen, dass er eine schwere Verletzung als Junghund hatte und trotz MedicalTraining (vorher) danach am liebsten niemals wieder eine Tierarztpraxis betreten hätte.
Welche Verletzung hat er sich da zugezogen? Es kann durchaus sein dass sowas - je nachdem was es ist - immer wieder mal "Zicken" macht, sich frühzeitig Arthrose rein setzt oä, oder sich Fehlbelastungen durch Schonhaltungen einstellen, und das verursacht dann Schmerzen.
Ob er sich prinzipiell trotzdem dort anfassen lässt sagt aber erstmal nix aus. Hunde verstecken Schmerzen sehr gut und je nachdem was es ist ( wenn da was ist ) muss das auch nicht bedeuten dass es immer ( gleich ) weh tut. Es kann bspw sein dass was bei bestimmten Bewegungen schmerzt, bei bestimmten Temperaturen, bei Überbelastung oä.
So als Beispiel- meine Hündin hat sich als Junghund nachhaltig die Pfote verletzt. Die meiste Zeit merkt man da nix. Die lässt sich von mir da bspw auch vollkommen problemlos anfassen ( ging sogar bei dem Unfall selbst damals, und das hat ihr definitiv verdammt weh getan ), aber manchmal, bzw unter bestimmten Voraussetzungen macht das Probleme. Bspw wenn sie mal doof mit der Pfote wo gegen gekommen oder umgeknickt ist, oder wenn sie sich überlastet oder wenn der Boden bestimmte Temperaturen, bzw Temperatur-Wechsel hat. In aller Regel sieht man da nicht viel, vielleicht dass sie mal leicht unrund läuft oder leichter reizbar auf Fremdhunde reagiert. Sprich also - das ist größtenteils symptomlos aber unter bestimmten Umständen macht sich das mehr oder weniger bemerkbar.
Kann also sein, falls da was ist, dass der Hund da nur ab einem bestimmten Schmerzlevel reagiert, und dann eben mit Abwehrverhalten. Es kann bspw auch sein dass die Psyche das bis zu einem bestimmten Punkt gut weg steckt, und ab nem bestimmten Punkt sagt er : ,,Lass mich!"
Was es aber auch gibt sind Hunde die einfach so sehr danach orientiert sind bis wann sie was gut finden, und sehr deutlich zeigen wenn sich das ändert. Meine vorige Hündin bspw die mochte Streicheleinheiten nur wenn sie Lust drauf hatte und an bestimmten Stellen. Wenn sie das nicht mehr wollte, oder man ne Stelle erwischt hat an der sie es nicht mochte, wurde sie grantig. Beschädigend war die dabei nie, aber im Zweifel hat sie wenn der Bogen überspannt war auch gezeigt dass sie Zähne hat. Ab einem bestimmten Alter als sie Kreuzbandrisse bekam, Herzkrank war, Arthrose hatte uÄ hat sich das mit Zunahme ihrer körperlichen Probleme natürlich verstärkt.
Bei unserem Rüden bspw isses so dass er allgemein sehr sehr empfindlich ist, wenn er etwas nicht möchte. Ihm ist es dabei sehr wichtig dass man ihn stets respektvoll behandelt, mitteilt wenn man was Unangenehmes machen muss und drauf achtet wenn er seine Grenzen kommuniziert ( das fängt ja schon weit vor Zahneinsatz an, bspw durch beschwichtigen, nem bestimmten Blick, steifer werden, versuchen das jeweilige Körperteil abzuwenden oä, bis wenn was ganz doof is auch knurren ). Ich schätze den so ein dass er bissig werden könnte wenn man das alles ignoriert oder aus seiner Sicht nicht in der Position wäre dass man das darf. Aus dem Grund geht's beim TA bspw auch nicht ohne Maulkorb, ich bin mir sicher dass er da im Zweifel auch beschädigend beißen würde, weil eben sehr empfindlich, weil blöde Erfahrungen dort gemacht ( und diese aufgesaugt wie ein Schwamm) und er sich von fremden Menschen nicht anfassen lässt. Der Grund warum da nix passiert, mAn der dass er bisher bei uns nie die Erfahrung gemacht hat dass er davon Gebrauch machen muss, wenn er der Ansicht ist es wäre angebracht wg Maulkorb nicht zubeißen kann, dem entsprechend auch nicht in Erfahrun gebracht hat dass man sich damit wunderbar was vom Hals halten könnte.
Ich kann mir schon vorstellen- wenn ein Hund so ähnlich gestrickt ist - dass er unter bestimmten Begebenheiten dann reagiert wie es dein Hund tut. Sprich es kann ne Kombi aus verschiedenen Dingen sein :
- Schmerzen oder andere körperliche Probleme
- ohnehin empfindlicher Charakter
- Ein Hund der von sich aus sehr drauf bedacht ist dass man seine persönlichen Grenzen achtet ( sprich gewisse Dinge sind solange der Hund für zugänglich ist kein Thema, bis der Hund kein Bock mehr hat oder ihm was nicht mehr passt )
- evtl auch ( da man es ja nicht weiß) beim Vorigen Halter gelernt dass man im Zweifel sehr sehr deutlich werden muss weil Menschen das anders nicht raffen, oder eben warum auch immer mal ausgetestet und für sich etabliert: Hey, das zieht wunderbar, das mach ich jetzt immer so !
Etwas das mir allerdings auch auffällt, wobei sich mir eine Frage stellt : Ist das Sabbern wirklich ein Zeichen von Gefallen ? Oder stört da schon was ? Ich kenne es jedenfalls nicht dass Hunde Sabbern wenn ihnen bspw eine Streicheleinheit gut gefällt. Speicheln kenne ich eher in Form von Stress ( wenn es nicht Hungerbedingt ist
), denn irgendwas muss ja auslösen dass überhaupt so viel Speichel produziert wird dass es überläuft ( solange der Hund jetzt nicht grade zu lange Lefzen hat bspw ). Sollte das durchaus bei Entspannung vorkommen, wie bspw beim Schlafen weil sich halt nur alles entspannt, isses natürlich was anderes. ^^
Ansonsten frage ich mich bei sowas : Gibt es irgendwelche Zeichen und erkennt man die ? Sprich bspw ein anspannen, ein Beschwichtigungssignal, ein fixierender Blick oä ? Oder wird er allenfalls super kurz steif und flippt dann ? Ich meine irgendwas wird dir ja das Vertrauen geben dass du ihm nicht 24/7 auch wenn du im Raum bist den Korb drauf packst. Und eben die Frage ob er für dich vielleicht besser lesbar wird wenn man sich nochmal näher mit Körpersprache auseinander setzt ? Gibt natürlich auch Hunde die es verlernt haben dahingehend was zu nutzen oder bei denen es so blitzschnell kippt dass es fürs Menschliche Auge nicht erfassbar ist.
Hinsichtlich Ressourcen wäre natürlich die Frage was er alles als Ressource erachtet ? Das macht ja nochmal nen großen Unterschied, wenn man gut eingrenzen kann welche Dinge da bspw ein Problem darstellen, und welche nicht. Wenn es bspw Spielzeug, Kauartikel und der Futternapf sind, ist das ja deutlich besser eingrenzbar als wenn bspw auch ein Krümel reicht, oder er immer wieder neue Dinge als seine Ressource erachtet. Beispiel- nehmen wir mal das Scenario du isst oder kochst etwas und dir fällt was runter - besteht dann die Möglichkeit dass es kippt ? Oder erst dann wenn er es bereits "unter seinen Pfoten" hat ? Reagiert er bspw doof bei der Couch oder seinem Schlafplatz ? Auch das können ja für einen Hund Ressourcen sein die man verteidigen muss. Siehst du dahingehend eine Entwicklung ins Negative ? Sprich kommen neue Dinge dazu die er als Ressource betrachtet? Dann kann das natürlich weiter gehen. Wenn es doof läuft kann auch der Halter bspw eine Ressource sein ( dann kanns bspw ggü anderen Hunden und Menschen ebenfalls blöd werden, aber auch ggü des Halters wenn man sich nicht so benimmt wie der Hund es gern hätte ).
Ich finde insgesamt ist es bei so einem Hund wichtig zu wissen wie viel man da genau eingrenzen kann, sprich was da alles relativ "klar" als Problemsituation gilt, was Potential hat eine zu werden und was nicht?
Das wären jetzt erstmal Dinge die mir dazu einfallen.
Ansonsten gibt es auch Hundetrainer die solche Hunde gezielt einschätzen. Soweit ich weiß bspw Thomas Baumann oder auch SinL ( übrigens war dahingehend der Rat nicht ihn dort abzugeben sondern zu fragen ob sie dich bei der Vermittlung unterstützen könnten ).