Ich frage mal ganz vorsichtig:
Muss ein Hund unbedingt in den Wald? Es gibt doch auch ohne Wald genug Möglichkeiten, mit einem Hund draußen unterwegs zu sein.
Gegenfrage ( nicht bös gemeint) :
Was, wenn du mit Hund im Wald lebst?
Bspw Lilos Züchterin. Die lebt weit oben, mitten im Wald. Das Tor geht auf und man steht mitten drin. Ringsum Überall Wald.
Ich selber gehe übrigens relativ wenig in den Wald.
Die damaligen waren voller Schwarzwald, und die Wälder hier sind stark besucht von Hundehaltern die ihre Hunde ohne Leine durchs Unterholz fegen lassen.
Also entweder hatte ich Angst vor Wildschweinen, oder ich hab kein Bock drauf damit rechnen zu müssen dass mir jederzeit ein fremder Hund rein kracht.
Entspannte Spaziergänge im Wald sind für mich wirklich ne Seltenheit.
Da nutze ich viel lieber Feldwege.
Dort kann ich sehen ob Wild, Spaziergänger, Hunde oder Radfahrer auftauchen und den Hund ( unter bestimmten Voraussetzungen) entspannt ableinen.
Übrigens Leine ich bei Wildsichtung oder Witterung grundsätzlich an, auch dann wenn der Hund kaum Jagdtrieb hat.
Muss nicht jeder genauso machen, fühlt sich für mich halt einfach besser an.
Und prinzipiell bin ich der Meinung : Wild kann denken.
Sprich, das Wild lernt eigentlich relativ flott wie es sich verhalten muss wenn es auf Hunde trifft. Und je häufiger es Hunde trifft, umso besser weiß es das.
Die Rehe und Füchse hier sind bspw Tiefenentspannt wenn sie Hunde sehen und wägen genau ab wie weit sie sich nähern können und wann sie sich besser zurückziehen. Von Panik ist davon nichts zu sehen.
Ländlich sah es wieder anders aus, aber auch dort haben die Wildschweine munter in Vorgärten Futter gesucht und sind die Rehe bei Dämmerung getrost in Bögen um mich+ Hund herum geflitzt, saßen im Feld und haben abgewägt oder befanden sich mal direkt neben dem Weg.
Klar haben die deutlich schneller und deutlich weiter die Flucht angetreten, aber was ich damit meine ist im Grunde nur dass Wild nicht automatisch blanke Panik bekommt nur weil ein Hund im Wald rum spaziert.
Betonung liegt jedoch auf angemessenes Verhalten. Der Wald gehört mir nicht, ich achte auf meine Umgebung, im Zweifel kommt die Leine dran, der Hund darf nicht durchs Unterholz pesen, sich meiner Reichweite nicht entziehen und 10 Mal nicht jagen gehen ( bzw ist es meine Pflicht als Hundehalter zu erkennen wenn er in den Jagdmodus schaltet/wann das der Fall sein kann, und mich entsprechend vorausschauend zu verhalten).
Natürlich kann es dennoch passieren dass mal irgendwas dummes passiert man trotz größter Aufmerksamkeit dennoch etwas nicht rechtzeitig bemerkt und der Hund warum auch immer doch mal hinterher setzt.
Ebenso wie es passieren kann dass der Hund an der Leine einer Spur folgt.
Es sind Hunde, Lebewesen und keine Maschinen.
Jedoch ist es in meinen Augen erst Wilderei wenn man der Spur gezielt nachgeht ( mit einer Intention die das Tier tatsächlich schaden oder belästigen kann).
Ich denke dass es hier im Grunde nur darum geht darauf aufmerksam zu machen dass auch das Verfolgen einer Spur an der Leine den Tatbestand der Wilderei erfüllen kann. Vorausgesetzt es passiert gezielt und nicht weil der Hund halt was in der Nase hat und das so aufregend ist dass man ihn da nicht aus dem Suchen wollen raus bekommt.