In der Regel ist es so, dass Merle im Herbst und im Frühjahr läufig wird und im Sommer dann scheinträchtig. Verstärkt wird das Ganze immer dann, wenn ich schwanger bin/ein Baby habe (bis jetzt 2x vorgekommen).
Ich gebe ihr Mönchspfeffer ins Futter, um das Ganze zu lindern. Jetzt fällt mir aber auf, dass das Gesäuge bei der Scheinträchtigkeit noch größer als sonst zu sein scheint. Wurde auch schon von Leuten angesprochen, ob die Hündin wohl vor kurzem Welpen hatte. (Hatte sie nicht, war auch nie der Plan.)
Daher waren wir also die Woche bei unserer Tierärztin. Sie hat alles abgetastet, bisher scheint aber nichts Verdächtiges zu sein. Ich habe nachgefragt, was ihre Gedanken dazu sind und sie rät, unabhängig vom Alter eines Hundes, immer zu Kastration. Salopp gesagt aus folgenden Gründen: was nicht mehr da ist, kann auch keinen Krebs bekommen. Und Hormone sind ja vor allem wichtig, damit wir wissen, ob wir Männchen oder Weibchen sind. Das ist bei Hunden ja im Prinzip egal. Naja.
Erstmal ist es an sich total normal dass eine Hündin nach der Läufigkeit auch scheinträchtig wird, aber der Grad ab wann es sinnvoll ist zu sagen ,,Raus mit der Gebärmutter!" kann sehr schmal sein.
Nur großes Gesäuge ist bspw was Anderes als wenn die Hündin auch Probleme mit Gesäugeentzündungen hat. Dann is noch die Frage wie stark ist der damit einhergehende Stress, wie sehr ist der Hund da neben der Spur, gibt es Möglichkeiten dies zu lindern ect...
Ich hab bei meiner Hündin allein wegen des Gesäuges über die Kastration nachgedacht, als sie so Probleme mit Gesäugeentzündungen hatte dass die auch mit Lactostop oä nicht in den Griff zu bekommen waren. Da lief allerdings auch noch anderweitig ziemlich viel total Panne und wenn ich nicht deswegen schon über die Kastration nachgedacht hab, so war es ohnehin besiegelt als sie eine Gebärmutterentzündung bekam.
Grad wenn es primär um Wesensveränderungen geht, wird mitunter sehr kontrovers diskutiert ob man damit eine Kastration "schon" rechtfertigen kann oder nicht.
Dazu kann man aber auch nur sagen :
Du kennst deinen Hund am besten.
Die Möglichkeit dass sich das mit weiteren Läufigkeiten einpendelt wird in dem Alter eher unwahrscheinlich sein.
Es wäre theoretisch eine Idee zu überlegen ob man noch einen Zyklus mit macht, vorher schaut was man da noch ändern könnte um ihr zu helfen und dann abzuwägen ob ihr kastrieren lasst oder nicht. Andererseits wird man nach Jahren höchst wahrscheinlich nicht nur eine Methode gefahren sein.
Weswegen ich allerdings niemals kastrieren lassen würde, wäre um Tumore betreffend der weiblichen Geschlechtsorgane/des Gesäuges zu verhindern. Oder wenn die Hündin da relativ normal im Zyklus ist, ich aber selber verhindern möchte dass der Hund eine Pyo bekommt. Wenn die schon da ist oder das Risiko dafür tatsächlich stark erhöht- klar dann isses medizinisch indiziert. Aber wenn man einfach nur die Denke hat : ,,Raus mit dem gesunden Organ damit das nicht krank werden kann." ( quasi ^^ ) begründet das halt keine Kastra.
Deswegen find ich den Satz ,,Was nicht da ist kann keinen Krebs bekommen." so dämlich. Warum ? Einerseits kann man, sollte sich Krebs bilden, noch ein Organ mehr haben das man im Zweifel einfach entfernen kann. Aber vor allem ist mit Kastrationen der Stand inzwischen eigentlich der dass die Wahrscheinlichkeit dass der Hund Krebs bekommt, bei kastrierten Hunden höher ist. Hat unter Anderem den Zusammenhang dass es Krebsarten gibt bei denen die Hormone ihren Teil dazu beitragen- bestimmte Hormone können bestimmte Krebsarten hemmen, und das nicht vorhanden sein kann Krebs auch befeuern.
Letztlich wird dir aber - sollte der Hund rein hypothetisch mal an Krebs erkranken, aber niemand sagen ob das auch passiert wäre wenn dieser Hund intakt geblieben oder eben kastriert worden wäre. Weil so einfach ist die Rechnung nicht.
Aber es lässt sich eben auch vielfach nachlesen dass die Kastration eben dahingehend auch nachteilig sein kann.
Davon abgesehen dass auch eine kastrierte Hündin Mammatumore bilden kann. Was, wenn man bedenkt dass die Gesäugeleiste ja noch da ist, auch ziemlich einleuchtend ist. ^^
Die These dass eine Kastration die Bildung dieser Tumore verhindern soll, ist geltender je früher die Hündin kastriert wurde.
Von daher würde diesen Punkt komplett verwerfen und mich vorrangig drauf konzentrieren ob die Kastration aus anderen Gründen notwendig ist.
Der Punkt dass es für euch so auffällig geworden ist mit dem Gesäuge dass ihr zum TA gegangen seid, und ja nicht wisst ob das mit den Jahren schlimmer wird, in Kombination damit dass ein Hund mit steigendem Alter eine OP schlechter verträgt, wäre da mMn so der größte Punkt betreffend eurer Hündin.
Ansonsten muss ich sagen :
Von zwei Hündinnen hier mussten beide früher ( 1,5 Jahre ) oder später ( ~8-9 Jahre ) aus gesundheitlichen Gründen kastriert werden ( einmal wegen Gebärmutterentzündung und weil ihr das 2/3 des Jahres voller Stress ersparen hat, und einmal wegen Overialzysten ). Wussten übrigens auch beide nach der Kastration noch dass sie Hündinnen sind ;D
Wie auch jeder kastrierte Rüde den ich kenne noch weiß dass er ein Rüde ist.