1. Wegen dem Thema Technik : Würde es dir helfen wenn du deine eigenen 4 Wände mit Überwachungskameras ausstattest? Also nicht das Treppenhaus sondern nur die Räume in denen du dich aufhältst? Das darf man ja machen. Du kannst bspw wenn du außer Haus bist übers Handy nachschauen ob alles rein ist, und es so einstellen dass du automatisch eine Benachrichtigung bekommst wenn sich etwas in deiner Wohnung bewegt.
2. Ja Labis haben erstmal nen sehr guten Ruf und für viele Menschen sind das super liebe nette Schäfchen. Trotzdem ist es allseits bekannt dass es optisch bestimmte Typen Hund gibt die tendenziell eher abschrecken: bspw groß und schwarz oder groß und gestromt, besonders wenn dazu noch kräftig gebaut und kurzhaarig.
Wenn du Bedenken haben solltest dass das nicht abschreckend genug ist, kannst du bspw auch einfach nen dicken silbernen Metallmaulkorb drauf setzen - denn Maulkörbe sind in aller Regel total negativ besetzt. Sprich die meisten Menschen sehen dann einen großen schwarzen Hund mit Maulkorb und denken,,Obacht der is bissig!". Der Vollständigkeit halber kann es natürlich auch sein dass man dir dann unterstellt ein Tierquäler zu sein oder zu blöd deinen Hund zu erziehen, aber der Effekt in erster Linie bleibt trotzdem- schwarzer großer Hund mit Maulkorb sieht schon tendenziell böse aus.
Im Dunkeln kommt so oder so hinzu dass man erstmal nur Umrisse erkennt- ein Leihe weiß dann vielleicht auf dem ersten Blick garnicht ob das nur ein Labbi ist oder ob das nicht auch ein Rottweiler sein könnte? Der sieht dann nur groß, schwarz, kräftig.
Bei nem einheitlich kurz geschorenen Großpudel bspw kann es ebenfalls sein dass viele Menschen garnicht erkennen ,,Hey das is ja nur ein Pudel !".
Du selbst weißt du hast einen netten Hund einer Rasse die ein liebes Image hat, aber weiß das auch dein ggü ? In der Regel hat man nicht vor da was austesten zu wollen, weil man doch irgendwo an körperlicher Unversehrtheit interessiert ist und nunmal bei großen dunklen Hunden gern eine gewisse Urangst mit rein spielt.
Beliebtes Beispiel - stell nen weißen Schäferhund neben einen schwarzen Schäferhund- die meisten Menschen werden den weißen Hund eher streicheln wollen und als nett einstufen, während sie bei dem schwarzen Hund eher die Straßenseite wechseln und mehr Respekt vor diesem haben.
Das kann man auch auf viele viele andere Rassen exakt so ummünzen, is nicht nur bei Schäferhunde so.
3. Melden tun sehr viele Hunde. Klar bei nem Labrador geht man eher nicht von aus, trotzdem sinds Hunde und die können bellen. Wenn er das nicht von selbst mit bringt, dann kann man es beibringen. Ich hab andererseits auch schon Labis gesehen die entgegen des Bildes was man so im Kopf hat doch durchaus ordentlich wachen. Sind aber eher Ausnahmen als Regel und so ein Exemplar passt dann wieder nicht zu dem was du suchst.
Als anderes Beispiel:
Pudel gibt es diejenigen die leise sind, und diejenigen die recht kommunikativ sind. Sprich da wird man durchaus fündig wenn man gern einen Hund hätte der laut wird wenn was ist.
Collies ( die ja ebenfalls erwähnt wurden ) kennt man im Allgemeinen eher als recht verbal. Nett, aber oft nicht die leisesten Hunde.
Das Problem bei diesen Rassen ist allerdings deren Sensibilität. Hunde merken jede Stimmungsänderung, können genau analysieren wenn da irgendwas switcht, und sehen auch was normal ist und was nicht. Nur gehen verschiedene Hunde unterschiedlich damit um. Es gibt Hunde die können das gut ab wenn sich der Mensch in einer psychischen Extremsituation befindet ( genau das sind Situationen in denen man Panik bekommt, selbstverletzendes Verhalten zeigt oä nunmal - niemand ist da gelassen und ruhig, sowas ist psychisch immer megamäßig belastend ), und es gibt im Gegenzug auch Hunde die das waaaaahnsinnig stresst. Je sensibler der Hund für sowas ist, umso höher die Wahrscheinlichkeit dass die damit nicht umgehen können. Und genau das braucht man da eben garnicht. Daher geht die Tendenz auch eher zum Retriever als zu einem Pudel oder einem Collie.
4. Mag ich anmerken dass ich nicht weiß wie das zwecks Taxi fahren mit größerem Hund ausschaut ( auch wenn dieser ne Assistenzhund Ausbildung hat ). Kann mir vorstellen dass das komplizierter werden könnte als man sich das so vorstellt.
5. Um nochmal zurück zu den ersteren Hundetypen zu kommen:
Du vergleichst viel mit den Artgenossenthemen deines vorigen Hundes. Das Problem daran ist dass sich das nicht 1 zu 1 auf einen Hund ummünzen lässt der knackig wachsam ist und im Zweifel blöd auf Menschen reagiert.
Hunde die entsprechend gestrikt sind haben oftmals auch folgende Eigenschaften:
- Sie können sehr genau analysieren und wenn irgendwas unstimmig ist oder Lücken aufweist merken die das, nutzen das möglicherweise sogar aus
- entsprechend registrieren die das wenn man bspw wie schon erwähnt schnelleren Puls bekommt, keinen klaren Kopf mehr hat, mit der Aufmerksamkeit woanders ist, erst Recht wenn man wirklich Angst hat
- Sobald das Gefühl seitens Hund da ist der Mensch kann etwas nicht regeln, bzw den kann man dahingehend nicht ernst nehmen, fühlt dieser sich dazu gedrängt selbst den Job ausüben zu müssen ( weil der Mensch kann das ja nicht)
- Im schlimmsten Fall kann das auch soweit gehen dass der Mensch das nicht nur nicht kann, sondern auch zur Ressource dieses Hundes wird ( im Sinne von ,,Das is mein Mensch und da kommt nix und niemand ran !" Was sich vielleicht aus Leihensicht verklärt Kommissar Rex mäßig anhören kann, aber alles andere als schön ist )
- Im allerschlimmsten Fall kann das nicht nur ggü anderen Menschen und Hunden gefährlich werden, sondern auch ggü dir selbst
- Zusätzlich können die im Zweifel oftmals blitzschnell reagieren ( wenn du also noch überlegen musst was du jetzt machst, hängt der Hund im dümmsten Fall schon im anderen Menschen drin )
Sprich es is eben nicht so dass du nur ggü Hunden verklickern musst ,,Ich pass auf dich auf!", sondern vielmehr so dass du des Hundes Job übernehmen musst, für den Hund Situationen einordnen musst, ihn anders führen musst als einen anderen Hund, der Gehorsam viel besser sitzen muss, du in dir unbehaglichen Situationen dem Hund verklickern musst wie er sich zu verhalten hat, und das alles ohne dass dir deine eigene Angst einen Strich durch die Rechnung machst ( sei es weil du zu langsam oder zaghaft reagierst/garnicht reagierst, oder der Hund dich aufgrund der Angst nicht für voll nimmt ).
Du schreibst du hast schon mit der gängigen Erziehung nicht richtig Erfahrung, traust dir keinen Welpen zu und möchtest dass der Trainer alle Basics und notwendigen Gimmiks beibringt ? Dann hast du mit so einem Hund keine Chance.
Auch wenn man schon Hundeerfahrung hat und nicht sonderlich ängstlich durch die Weltgeschichte geht, muss man sich mit solchen Hunden erstmal einfuchsen. Das is echt nix für jeden, das muss man wirklich bewerkstelligen wollen und auch hinbekommen können.
6. Warum ich generell von wachsamen Rassen abrate is auch:
Häufig binden die sich stark an ihre Menschen und lassen sich nicht so easy fremdbetreuen wenn was ist. Also mal angenommen du hast einen Hund der wachsam ist, bei dem sich das aber nur aufs Melden beschränkt, kanns trotzdem sein dass der nicht offen genug ggü anderen Menschen ist als dass du ihn einfach wenn was ist jemanden in die Hand geben kannst. Anders würde das aussehen wenn du einen gewissen Kreis an Personen hast die dieser Hund schon kennt.
Du schreibst aber auch dass du dich seit Jahren strikt aus der Gesellschaft distanzierst. Sollte also wirklich mal was sein und du musst deinen Hund jemanden in die Hand drücken können, spielt es echt ungemein in die Karten wenn der Hund ein totaler Everybodys Darling ist.