Beiträge von Caissa

    Ja, ich hatte es abgekürzt, sorry. Ich wollte eigentlich nur ergänzen, dass das Landesnaturschutzgesetz da auch als Regelwerk mit reinspielen kann.

    Mit Genehmigung darf man, ja.

    § 29
    Haltung gefährlicher Tiere

    Die Haltung von Tieren wild lebender Arten, die Menschen lebensgefährlich werden können, insbesondere von Tieren aller großen Katzen- und Bärenarten, Wölfen, Krokodilen und Giftschlangen ist unzulässig. Die zuständige Naturschutzbehörde kann Ausnahmen zulassen.

    Ich glaube schon, dass Werbung einen ganz krassen Einfluss auf Wahrnehmung und Begehrlichkeit hat. Das sieht man doch auch beim menschlichen Schönheitsideal ganz eideutig. Was am weiblichen Körper als schön und begehrlich wahrgenommen wird ändert sich auch über die Jahrhunderte, sogar nur Jahre, und wird gesellschaftlich durch Medien und co geformt. Es gibt ja zB auch Studien dazu, wie Magersucht bestimmte Gegenden der Welt erst mit dem Zugang zu westlichem Fernsehen erreicht hat.

    Und die Anti-Rauchbewegung geht ja den gleichen Schritt, sehen weckt Begehrlichkeiten. Deshalb wird in Filmen und co um einiges weniger geraucht, und es gibt keine Zigarettenwerbung mehr im Fernsehen. Als ehemaliger Raucher kann ich sagen, dass das echt einen großen Einfluss hat.

    Und auf jeden Fall normalisiert Werbung Dinge.

    Also wenn man solche Hunde permanent sieht, gewöhnt man sich auch an den Anblick und ich glaube schon, dass einige unterbewusst dadurch auch davon ausgehen, dass das Aussehen so schon "ok" ist, weil abgesegnet von vielen anderen Menschen.

    Wenn es hier in Threads mal zu Qualzuchtdiskussionen kommt sieht man ja regelmäßig die Reaktion "jaa, andere Hunde sehen anders aus, aber für Möpse ist das so normal" (Mops hier als Beispiel).

    Man stelle sich vor, ein Mensch kennt nur Hunde mit normalen Nasen und sieht irgendwann das erste Mal einen Hund ohne. Ich denke schon, dass dann die Intuition einem vorgeben würde, dass das nicht richtig ist. Aber weil man sowas ständig sieht, stellt man sich nicht jedes Mal wieder die Frage, ob das eigentlich normal (und funktional) ist.

    Werbung ist da natürlich nur ein Bestandteil, neben Social Media und dem Alltag.

    Ich stelle mir beim Lesen eher die Frage, was denn überhaupt dafür spricht, bei dieser Hundeschule anzufangen?

    - Du lernst nichts (musst ja selbst das Unwissen der Trainerin korrigieren)

    - Dein Hund bekommt keine sinnvollen Kontakte (auch da musst du selbst ran, dann kannst du das ja auch gleich außerhalb der Hundeschule machen)

    - Du hast ein schlechtes Bauchgefühl (das alleine würde mir schon reichen)

    Was genau wären die Pro-Argumente für diese Hundeschule? :pfeif:

    Beide Optionen haben ihre Tücken.

    Abgabe:

    Wo findet man auf die Schnelle eine passende Stelle? Ja, das Idealbild ist natürlich immer, dass der Hund dann an eine wirklich kundige Stelle kommt. Aber wie viele davon gibt es und wie viele haben spontan Plätze frei? Eine gewisse Zeit wird die TE den Hund vermutlich also sowieso behalten müssen, selbst wenn sie eine Abgabe anstrebt.

    Aber natürlich ist es auch möglich, dass man eine vernünftige Stelle findet, wenn man sucht. Wenn man so jemanden findet, ist das Risiko kleiner, dass sowas nochmal passiert.

    Behalten:

    Als Hundeanfängerin ist das natürlich eine riesige Aufgabe und Verantwortung. Die TE müsste sich die Zeit nehmen, in Trainerstunden investieren, schnell dazulernen und ihre Vorstellung von Hundehaltung anpassen. Und natürlich den Hund sichern (Maulkorb, Leine) und erstmal keine Kontakte zulassen außerhalb von angeleiteten Trainingssituationen.

    Aber sie scheint ja zumindest bereit zu sein, den Hund auch zu sichern (klingt banal, aber so sind ja leider nicht alle). Das ist schonmal das wichtigste. Auch wirkt die TE bis jetzt auf mich so, als sei sie durch den Schock, bereit, sich einzugestehen, dass sie ihre vorherigen Vorstellungen über den Haufen werfen muss.

    Beides kann klappen, aber bei beidem hat man mMn keine Garantie. Auch bei Abgabe nicht. Aber ich bleibe dabei, dass Maulkorb + Trainereinschätzung der nächste Schritt sein sollte. Auch wenn man sie dann abgeben möchte: Zum einen muss die Zeit bis zum gefunden Platz überbrückt werden, zum anderen sollte man finde ich schon mehr Infos und eine bessere Einschätzung des Hundes haben, wenn man ihn abgeben möchte. Deswegen finde ich auch nicht, dass die TE jetzt innerhalb weniger Tage entscheiden muss, ob sie den Hund abgeben will. Das kann sie auch nach der Trainereinschätzung entscheiden, wenn auch sie den Schock etwas verdaut hat und mehr Infos hat.

    Also wenn er in meine Hände beißen möchte und ich „Nein“ oder „Aus“ sage, hört er in 80% der Fälle auch auf, macht zum Teil zwar ne Minute später wieder weiter, aber manchmal lässt er es auch sein und knabbert dann an etwas anderem weiter. Sitz kann er auch schon, aber nur wenn er es will, kommt drauf an, wie abgelenkt er ist.

    Das ist aber keine Art von Training, bei der er die Wörter verstehen kann.

    Schau, Hunde können mit unserer Sprache und unserem Wörtern zunächst ja gar nichts anfangen. Wenn er dich beißt und du sagst Nein, dann hat das für ihn keine Bedeutung.

    Das ist, als wenn du nach Japan reist und dir sagt jemand etwas auf Japanisch. Kannst du das verstehen? Nein. Also kannst du dem Wunsch dieser Person auch gar nicht nachkommen, selbst wenn du es wolltest.

    Du musst deinem Welpen also erstmal beibringen, was Nein oder Aus überhaupt bedeuten sollen. Und da wäre schon die nächste Frage: Wieso nutzt du beide Wörter in dieser Situation? Wenn du ein Wortsignal etablieren möchtest, dann sollte dieses eindeutig sein. Also entweder Nein oder Aus, aber nicht beides abwechselnd. Damit machst du es ihm nur schwerer, dich zu verstehen. Überlege dir, welches Wort du nutzen möchtest, und dann bringst du ihm dieses Wort erstmal bei und dann erst, wenn er das Wort verstanden hast, kannst du es in solchen Situationen benutzen.

    Dass es aktuell zu 80% funktioniert ist wahrscheinlich zum Teil Zufall und zum Teil bist du vielleicht körpersprachlich überzeugend genug, dass er deswegen manchmal von dir ablässt.

    Falls du sagen magst, wo in Schleswig-Holstein du ungefähr wohnst (muss natürlich nicht der ganz genaue Ort sein), dann habe ich vielleicht einen Trainertipp für dich. Selbst wenn du den nicht direkt aufsuchst, ist es vielleicht später mal hilfreich.